Karl Friedrich Horn (Theologe)
deutscher evangelischer Theologe
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Leben
Horn war der Sohn eines Hofbediensteten am Weimarer Hof. Seit 1798 war er Lehrer in Weimar und ab 1801 Direktor des Weimarer Lehrerseminars und Stiftsprediger. Er unterrichtete die Kinder der Herzogs Carl August von Sachsen-Weimar. Zusammen mit Johannes Daniel Falk gründete Horn 1813 die „Gesellschaft der Freunde in der Not“. Die Gesellschaft unterstützte zunächst Menschen, die unter den Folgen der Napoleonischen Kriege zu leiden hatten, und konzentrierte sich dann vor allem auf die Ausbildung eltern- oder mittelloser Jugendlicher.[3] Seit 1816 gehörte er dem Weimarer Oberkonsistorium an. Dort erhielt er u. a. 1819 die Goldene Verdienstmedaille.
1819 weilte Horn zu Studienzwecken in der Schweiz. Er besuchte auf dem Weg in die Schweiz diverse Einrichtungen, in denen nach Methoden der sogenannten Bell-Lancaster-Schulen unterrichtet wurde. Ziel der Reise war Pestalozzis Schule in Yverdon, Zweck der Reise, sich über neue Methoden der Didaktik und insbesondere der Didaktik des Mathematikunterrichts zu informieren, um diese eventuell in Weimar einzuführen.[4] Nach seiner Rückkehr förderte er Lehrer und das Volksschulwesen und insbesondere das Lehrerseminar. Im Jahre 1824 wurde er von Universität Jena mit einer Ehrenpromotion zum D. theol. gewürdigt.[5] Am 14. Juni 1848 ernannte ihn die Stadt Weimar zum Ehrenbürger.[6] Die Ehrung erfolgte zum Anlass seines 50-jährigen Dienstjubiläums. Aus diesem Anlass errichtete Horn eine Stiftung für Volksschullehrer.[7]
Im Jahre 1850 hielt er die Einweihungsrede für das Herder-Denkmal.
Horns Grab befindet sich auf dem Historischen Friedhof in Weimar.[8][9] Horns Grabplatte wurde auf Privatinitiative restauriert.[10] Sein Nachlass wird im Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar aufbewahrt.[11]
Veröffentlichungen
- Handbuch für Landschullehrer zur Beförderung eines zweckmäßigen Gebrauchs des Herderschen Katechismus[12]
- 1. Auflage
- 2. Auflage. Hoffmann, Weimar
- 3. Auflage. Böhme, Leipzig
- 1. Teil. 3. Auflage. 1837, K10plus 328102210, K10plus 1335488448.
- 2. Teil. 3. Auflage. 1837, K10plus 328179248, K10plus 1335488448.
- Handbuch für Landschullehrer zur Beförderung eines zweckmäßigen Gebrauchs des Lutherischen Katechismus[14][15].
- 2. Auflage. Hoffmann, Weimar
- 3. Auflage. Böhme, Leipzig
- Huldigungspredigt nach dem Regierungsantritt des Durchlauchtigsten Fürsten und Herrn Karl Friedrich, Großherzog zu Sachsen-Weimar-Eisenach etc. am 11ten Sonntag nach Trinitatis 1828 in der Stadtkirche zu Weimar gehalten. Hoffmann, Weimar 1828[12] OCLC 258710096.
- Am Feste der Darstellung Jesu im Tempel. In: Protestantische Kanzelberedsamkeit. 2. Band, Frankfurt am Main 1831, S. 1–16, Digitalisat.
Handschriften
- Predigten des Stiftspredigers und Obercons: Rathes Dr. Horn : Weimar d. 1. Juni 1840. Gesammelt [und handschriftlich überliefert] von Charlotte Martin. Weimar 1840. urn:nbn:de:gbv:32-1-10035964289
Literatur
- B. Hain: Karl Friedrich Horn, Doktor d. Theol., großh. sächs. geheimer Kirchenrath und Stiftsprediger zu Weimar, geb. d. 9. Jan. 1777, gest. d. 9. Febr. 1852. In: Kirchen- und Schul-Blatt. 1852, ZDB-ID 544608-9, S. 68–72 (Digitalisat)
- Fritz-Peter Hager, Daniel Tröhler: Studien zur Pestalozzi-Rezeption im Deutschland des frühen 19. Jahrhunderts (= Neue Pestalozzi-Studien. 3). Haupt, Bern, 1995, ISBN 3-258-05297-2.
- Lucas Boser: La réception plurielle de la «méthode Pestalozzi» dans l’enseignement du calcul au début du xixe siècle en Suisse et à Weimar. In: La pédagogie allemande dans l'espace francophone, appropriations et résistances (= Révue germanique internationale. Nr. 23, 2016, ISSN 1253-7837). CNRS éditions, Paris 2016, ISBN 978-2-271-08811-6, S. 51–63, doi:10.4000/rgi.1579.
Weblinks
- Indexeintrag für Karl Friedrich Horn in der Datenbank der Deutschen Biographie
- Der vergessene Weimarer Ehrenbürger Karl Friedrich Horn Thüringer Allgemeine, 9. Januar 2022