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Karl Friedrich Zahn

deutscher evangelischer Reichsjugendpfarrer From Wikipedia, the free encyclopedia

Karl Friedrich Otto Max Zahn (* 30. Dezember 1900 in Viersen; † 16. April 1943 in Dnjepropetrowsk) war ein deutscher evangelischer Pfarrer. Während der Zeit des Nationalsozialismus war er Reichsjugendpfarrer.

Leben

Zahn war der Sohn des Viersener Fabrikdirektors Karl Friedrich Zahn (1866–1942), einem Sohn des Altphilologen Johannes Zahn (1828–1905). Er studierte evangelische Theologie.

Von 1931 bis 1934 war Zahn Provinzial- und Gemeindepfarrer in Aachen. Er war überzeugter Nationalsozialist und Verfechter der Idee einer Volkskirche. Zum 1. Mai 1933 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.119.436)[1] und war auch Mitglied der SA. Nach der Machtergreifung 1933 überführte er in Aachen alle evangelischen Jugendverbände in die Hitlerjugend.[2]

Im Januar 1934 wurde Zahn von Reichsbischof Ludwig Müller zum Reichsjugendpfarrer der Deutschen Christen mit Sitz in Berlin berufen; von der Bekennenden Kirche wurde er als solcher nicht anerkannt.[3] Er folgte Erich Stange nach und wurde damit beauftragt, im ganzen Reich die evangelischen Jugendverbände in die Hitlerjugend einzugliedern (zunächst war Arnold Dannenmann die Nachfolge Stanges angeboten worden, der jedoch abgelehnt hatte).[4] Zahn legte als Christ Wert darauf, die religiösen Grundsätze der kirchlichen Jugendverbände nicht aufgeben zu müssen. Als Zahn merkte, dass Reichsjugendführer Baldur von Schirach lediglich an einer Gleichschaltung der Jugendverbände interessiert war, verfasste Zahn im Juli 1934 die Denkschrift Spannungen zwischen Evangelischer Kirche und Hitlerjugend, in der er unter Anführung zahlreicher Beispiele offen die Behinderung und Verächtlichmachung der kirchlichen Jugendarbeit durch die Hitlerjugend anprangerte. Zahn scheiterte bei der HJ-Führung mit seinem Anliegen gänzlich und schied daraufhin aus dem Amt aus.[5]

1935 wurde Zahn zum Reichskirchenrat ernannt. Er war unter anderem als Referent für Fragen des Religionsunterrichts, danach als Referent des Reichskirchenausschusses für Erziehungsfragen in der Kirchenkanzlei der Deutschen Evangelischen Kirche tätig. 1940 sah er sich von Staat und Kirchenoberen im Stich gelassen und meldete sich als Gefreiter bei der Wehrmacht, wo er an der Ostfront eingesetzt war und mit dem Eisernen Kreuz dekoriert wurde. Zahn starb im April 1943 an den Folgen einer Verwundung in einem Feldlazarett in Dnjepropetrowsk.[5]

Werke (Auswahl)

  • Kirche und Hitlerjugend. Zentralverlag, Berlin 1934.

Literatur

  • Albert Rosenkranz: Das Evangelische Rheinland. Band 2, Presseverband der Evangelischen Kirche im Rheinland, Düsseldorf 1958, S. 581.
  • Thomas Martin Schneider und Marco Hörnig: Bekennende Kirche und Deutsche Christen: Die Konflikte innerhalb der evangelischen Kirche in Rheinhessen. In: Widerstand gegen den Nationalsozialismus auf dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz: wissenschaftliche Darstellung und Materialien für den Unterricht. Rheinhessische Druckwerkstätte, Alzey 2011, S. 85–91.
  • Jochen Gruch: Die evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer im Rheinland. Band 4, Bonn 2020, Nr. 14812.

Einzelnachweise

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