Karl Hebener

deutscher Ornithologe From Wikipedia, the free encyclopedia

Karl Hebener (* 5. Dezember 1891 in Breitungen; † 4. Mai 1985) war ein deutscher Ornithologe.

Leben und Wirken

Karl Hebener wurde am 5. Dezember 1891 in Breitungen am Südrand des Harzes geboren und zeigte bereits in seiner Jugend ein starkes Interesse an Natur und Vogelbeobachtung, wobei er die Wälder des Südharzes durchstreifte. Im Jahr 1910 kam er als Hüttenarbeiter ins Mansfelder Land und arbeitete in weiterer Folge 48 Jahre lang auf der Krughütte, der späteren Karl-Liebknecht-Hütte, davon 25 Jahre beim Hochofen. In seiner Freizeit beschäftigte er sich weiterhin mit der Naturforschung und Vogelbeobachtung. Am 12. September 1929 gehörte er zu den Mitbegründern des Naturschutzvereins Wimmelburg, dessen 19 bis 25 Mitglieder überwiegend aus Berg- und Hüttenarbeitern sowie Erwerbslosen bestanden. Hebener, der zu diesem Zeitpunkt als Hüttenmann in der Krughütte beschäftigt war, wurde zum Schriftführer des Vereins gewählt. Geprägt waren die Zusammenkünfte zumeist von naturkundlichen und geschichtlichen Vorträgen des Heimatkundlers Fritz Wöhlbier († 1954), der damals Rektor in Wimmelburg war und zudem 1907 den Verein für Naturkunde in Eisleben gegründet hatte. Zusammen mit Wöhlbier oder auch Kurt Einicke war Hebener im Jahr 1932 Mitbegründer der Zweigberingungsstelle für Vögel der Grafschaft Mansfeld, die der Vogelwarte Helgoland angeschlossen war. In den Folgejahren wurde das Team um O. Baum, H. Festner, Holzmann, W. Kalich, A. Karras und O. Thurm erweitert, die ebenfalls Beringungserlaubnisse erhielten und damit 1937 die Arbeitsgemeinschaft der Vogelwarte Helgoland in der Grafschaft Mansfeld bildeten.

Allein in den Jahren 1933 bis 1937 beringte Hebener 2.203 Vögel. Zusammen mit den Beringern Hermann Festner und Willi Scheibeis beringte er allein im Jahr 1939 in den Eisleber Parkanlagen 678 Vögel. Die Beringungsstelle existierte bis ins Jahr 1945. Dem Zoologen Fritz Kühlhorn war es zu verdanken, dass die Beobachtungs- und Beringungsergebnisse der Arbeitsgemeinschaft verwertet und in weiter Folge publiziert wurden. So entstand in diesen Jahren ein historisch wertvolles Beobachtungsmaterial über die Vögel im gesamten Kreis Eisleben. Bis zur Auflösung der Beringungsstelle im Jahr 1945 hatte die Arbeitsgemeinschaft rund 13.000 Vögel markiert, wobei Hebener selbst vermehrt auf die Beringung von Kleinvögeln bedacht war. Zur Auflösung kam es, nachdem alle Beringungsunterlagen der Gemeinschaft, die in der Wohnung von Wöhlbier aufbewahrt worden waren, durch amerikanische Soldaten vernichtet wurden. Weitere Veröffentlichungen Hebeners, der sich unter anderem im Jahre 1937 für die Bepflanzung der Halde des Otto-Schachtes auf der Hüneburg bei Eisleben verantwortlich zeigte, wurden in den Heimatbeilagen der Eisleber Zeitung Mein Mansfelder Land und Natur und Kultur abgedruckt und hatten zumeist Vogelkunde und Beringungsergebnisse zum Inhalt.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich Hebener für die Belange des Vogelschutzes und des Naturschutzes ein. Die Mitglieder der einstigen Arbeitsgemeinschaft trafen sich weiterhin, um zumindest Beobachtungsnotizen bekannt zugeben. Rund zwei Jahre nach dem Tod Wöhlbiers wurde am 26. November 1956, initiiert durch Eduard Klinz, den damaligen Vorsitzenden des Bezirksfachausschusses Ornithologie und Vogelschutz im Deutschen Kulturbund, eine ornithologische Fachgruppe gegründet. Die Beringungstätigkeit im Kreis Eisleben wurde jedoch nicht wieder aufgenommen. Bis ins hohe Alter nahm der ehemalige Bergmann weiterhin an Fachtagungen teil und trug noch regelmäßig mit Beobachtungen zur ornithologischen Forschung bei. Verdienstvoll war Hebeners Engagement auch bei der Wiederbegrünung der Halden des Max-Lademann-Schachtes, bei Aufforstungsarbeiten, beim Bau von Nistkästen und bei ähnlichen Maßnahmen zur Förderung des Vogelschutzes. Darüber hinaus setzte er sich durch das Zurückschneiden von Hecken, Sträuchern und Bäumen auf der Hüneburg sowie im Katharinenholz dafür ein, zugewachsene Wege wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Über viele Jahre hinweg leitete er jedes Frühjahr vogelkundliche Exkursionen in den Parkanlagen von Eisleben, auf die Hüneburg und in die Mansfelder Gründe.

Am 4. Mai 1985 verstarb Hebener im Alter von 93 Jahren. Anlässlich seines 100. Geburtstages wurde am 5. Dezember 1991 bei Eisleben in seinem ehemaligen Wirkungsbereich der Karl-Hebener-Lehrpfad eingeweiht. Noch heute (Stand: 2025) erinnert ein Schild mit der Aufschrift Carl-Hebener-Weg an den einstigen Bergmann und Ornithologen.[1]

Literatur

  • Reinhard Gnielka: Karl Hebener 80 Jahre. In: APUS – Beiträge zu einer Avifauna der Bezirke Halle und Magdeburg, Band 2, Heft 5/6, 1972, S. 290 (zobodat.at [PDF])
  • Helmut Lohmeier: Zum Gedenken an Karl Hebener. In: APUS – Beiträge zu einer Avifauna der Bezirke Halle und Magdeburg, Band 6, Heft 4, 1986, S. 190–191 (zobodat.at [PDF])
  • Rudolf Ortlieb: Karl Hebener geehrt. In: APUS – Beiträge zu einer Avifauna der Bezirke Halle und Magdeburg, Band 8, Heft 3, 1992, S. 135 (zobodat.at [PDF])

Einzelnachweise

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