Wikiwand AI

Karl Lang (Eisenbahningenieur)

deutscher Eisenbahningenieur From Wikipedia, the free encyclopedia

Karl Joseph Julius Lang (* 6. Mai 1827 in Langenschwalbach, Herzogtum Nassau; † 6. März 1884 in Köln) war ein deutscher Eisenbahningenieur.

Leben

Lang wurde als Sohn des nassauischen Gastwirts und Politikers Friedrich Lang und dessen Ehefrau Elisabeth Ripp († 7. Juni 1867 in Langenschwalbach), einer Tochter des Fuhrmanns Wilhelm Ripp, in Langenschwalbach geboren. Sein Bruder war der spätere nassauische Jurist und Politiker Friedrich Lang.

Lang studierte Straßen-, Brücken- und Wasserbau und trat 1848 als Bauingenieur in den nassauischen Staatsdienst ein.[1] Noch als junger Ingenieur wechselte er in den Dienst der Pfälzischen Eisenbahnen. Besondere Verdienste erwarb er anschließend als Oberingenieur der Bayerischen Ostbahnen, ehe er Leitungsfunktionen für die Orientalischen Eisenbahnen des Unternehmers Moritz von Hirsch übernahm. Zuletzt war er deren Generaldirektor. Als solchem oblagen ihm Unterhaltung und Betrieb eines großen Eisenbahnnetzes auf dem Balkan, auf dem ab 1883 auch der Orient-Express fuhr.

Lang starb auf einer Geschäftsreise in der Nacht vom 6. auf den 7. März 1884 im Alter von 56 Jahren in Köln an einem Schlaganfall. Sein Nachfolger als Bau- und Betriebsdirektor bei den Orientalischen Eisenbahnen wurde Hermann Sarrazin.[2]

Lang war Vater des preußischen Leutnants und hessischen Dragoner-Offiziers Hermann Eduard von Lang-Puchhof (1858–1894) und des Gutsbesitzers Karl Friedrich von Lang-Puchhof, die 1885 unter Hinweis auf seine Verdienste von Ludwig III. von Bayern nobilitiert wurden.[3] Er hinterließ Güter in Ungarn und das Schloss Puchhof, das er 1870 von dem Regensburger Weingroßhändler Friedrich Fikentscher erworben hatte. Als er starb, war er auch Verwaltungsrat zahlreicher Unternehmen, etwa der Darmstädter Bank für Industrie und Handel, der Süddeutschen Immobilien-Gesellschaft in Mainz,[4] der Rheinischen Aktienbrauerei Alteburg in Köln, der Mainzer Aktien-Bierbrauerei und der Gesellschaft für Linde’s Eismaschinen Aktien-Gesellschaft in Wiesbaden. Er wurde am 9. März 1884 in Wiesbaden bestattet.[5] Seine zweite Gemahlin Karoline Agnes, geborene Lippold aus Alzey († 1925), die er nach dem Tod der aus Kirchheimbolanden gebürtigen ersten Ehefrau Charlotte Theresia Gießen geheiratet hatte, errichtete durch Statut vom 26. Mai 1887 die Karl Lang’sche Stiftung für Krankenpflege.[6] Auf dieser Grundlage entstand 1905 das Karl-Lang-Krankenhaus in Langenschwalbach.

Literatur

  • Lang, Karl Joseph. In: Otto Renkhoff: Nassauische Biographie. Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau, Band 39). Historische Kommission für Nassau, 2. Auflage, Wiesbaden 1992, ISBN 3-922244-90-4.1992, S. 443.

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks