Karl Lukesch
österreichischer Theologe und Missionar
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Karl Matthias Lukesch (* 1. August 1917 in Graz; † 27. Februar 1991 in Graden bei Köflach[1]) war ebenso wie sein älterer Bruder Anton ein österreichischer Theologe, Missionar und Südamerikaforscher.
Leben
Karl Lukesch wurde am 1. August 1917 als Sohn des Kaufmanns Anton Lukesch (* 17. Mai 1874; † 1949) und dessen Ehefrau Josefine (geborene Zahradnik; * 1. Februar 1889; † 1950) in Graz geboren und am 13. August 1917 auf den Namen Karl Matthias getauft.[2] Die Familie, bestehend aus den Eltern, Karl und zwei älteren Geschwistern – Anna (1910–1981)[3] und Anton (1912–2003)[4] –, lebte zu dieser Zeit am Mannagettaweg 19 am Ruckerlberg am östlichen Grazer Stadtrand.[2] Die Eltern hatten am 6. Jänner 1910 geheiratet.[2][3][4] Im Jahr 1928 erhielt er seine Firmung.[2]
Nach abgeschlossener Schulausbildung studierte Lukesch Theologie an der Universität Graz. Nach der Subdiakonatsweihe am 14. April 1948 erhielten die beiden Brüder am 11. Juli 1948 ihre Priesterweihe[2][4] und waren danach in einigen Pfarren der Steiermark tätig. Von 1958 bis 1960 fungierte er unter anderem als Provisor in Osterwitz. Bereits 1954 hatten er und sein Bruder Anton als Missionare[5] unter den Indianern am brasilianischen Rio Xingu den Stamm der Asurini do Xingo und den der Araweté entdeckt, die bis dahin isoliert von der Zivilisation gelebt hatten.[6] 1971 versuchten sie vor dem Bau der „Transamazônica“, friedliche Kontakte mit den dort lebenden Völkern herzustellen:[7] „to contact one of the few really isolated and unacculturated societies that still survives in the modern world and to study, understand, and make known their aboriginal way of life represents the most cherished dream of every ethnologist“. Diese Expeditionen wurden auch als notwendige „Teilnahme“ gerechtfertigt, die wichtig war, um dramatische und tragische interethnische Konfrontationen zu vermeiden.[8][9]
Nach seiner Missionstätigkeit übernahm Karl Lukesch eine Pfarrerstelle in Graden bei Köflach in der Steiermark, wo er am 27. Februar 1991 im Alter von 73 Jahren starb. Im März 1991 erfolgte die Beerdigung im Familiengrab am Grazer Zentralfriedhof (Grab: Z-6B-4-3).[10][11]
Während seiner Jahre in Südamerika hatte er gemeinsam mit seinem Bruder eine Sammlung an Kulturobjekten (Keramiken, Werkzeuge, Waffen, Schmuck) zusammengetragen.[12]
Diese Sammlung wurde 1982 vom Land Steiermark erworben und teilweise auch ausgestellt. Das Geld aus dem Verkauf wurde für den Aufbau einer Krankenstation in Südamerika verwendet. Die Sammlung von Anton Lukesch und dessen Bruder Karl wurde auch als Indianermuseum in das Stadtmuseum Köflach integriert.[13] Mitte März 2020 wurde die Sammlung an Vertreter Brasiliens geschenkt.[14] Anlass der Schenkung war, dass das Nationalmuseum in Rio de Janeiro 2019 einem Brand zum Opfer gefallen war, es erhielt damit einige neue Exponate. An die Schenkung war die Bedingung geknüpft, dass die ursprünglichen Besitzer am Rio Xingu über die Schenkung informiert wurden.[12]