Karl Nieper

deutscher Parteifunktionär (NSDAP) From Wikipedia, the free encyclopedia

Karl Nieper (* 14. September 1892 in Volkmarsdorf (Groß Twülpstedt) im Landkreis Helmstedt; † 3. Januar 1968 in Herne) war ein deutscher Parteifunktionär (NSDAP).

Leben

Karl Nieper war ein Sohn eines Maurermeisters und machte nach seiner Schulausbildung eine Molkereilehre. 1912 wurde er zum Wehrdienst eingezogen und wurde bei Kämpfen im Ersten Weltkrieg zweimal schwer verwundet, wobei er das rechte Auge verlor. Nach dem Krieg fand er Beschäftigung als Milchrevisor beim Landratsamt Duderstadt. 1921 verlor er diesen Job, weil die Milchzwangswirtschaft aufgehoben worden war. Er kam als Straßenbahnschaffner nach Herne und wurde Kassierer beim Städtischen Gas-Straßenbahnerwerk. Er engagierte sich politisch und trat 1922 in die Deutschvölkische Freiheitspartei ein. Zum 1. September 1925 schloss er sich der NSDAP an (Mitgliedsnummer 16.868),[1] wo er von 1931 an Ortsgruppenleiter war. Im Jahr darauf wurde er NSDAP-Kreisleiter in Herne und übte dieses Amt bis Mai 1936 aus, als er in gleicher Funktion die Leitung des Kreises Herne-Castrop-Rauxel übernahm. Von August 1940 bis Februar 1942 leitete er gleichzeitig die Geschäfte in Hellweg. Bei der Wahl der Stadtverordnetenversammlung Herne am 12. März 1933 wurde Nieper mit 16 weiteren NSDAP-Kandidaten in den Stadtrat gewählt.[2] Bei der Beisetzung der Opfer des Luftangriffs vom 30. März 1943 auf dem Herner Südfried Südfriedhof inszenierte Nieper eine propagandistische Veranstaltung und schrieb im Juli 1943 in sein Tagebuch „An eine deutsche Niederlage denkt kein vernünftiger Mensch“.[3]

Kurz vor Kriegsende begab er sich auf die Suche nach seiner Ehefrau und arbeitete dabei inkognito in der Landwirtschaft, bis er seine Frau bzw. seinen Bruder in Duderstadt/Volkmarsdorf ausfindig gemacht hatte. Im Juli 1945 kehrte er nach Herne zurück, um sich den Behörden zu stellen. Vom 9. Juli 1945 bis zum 7. April 1948 wurde er im Internierungslager Staumühle interniert und im Spruchkammerverfahren durch die Kammer Hiddesen zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Dabei wurde die Zeit der Internierung voll angerechnet, so dass er die Reststrafe im Internierungslager Esterwegen absitzen musste. In dem Prozess wollten weder Nieper noch der Wanner Kreisleiter Willi Bönnebruch-Althoff etwas über die Ausmaße der Judenverfolgung gewusst haben.[4]

Nieper verdiente später seinen Lebensunterhalt als Versicherungsagent.

Literatur

  • Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 257f .(Digitalisat)

Einzelnachweise

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