Karl Rudolf von Lessing
preußischer Rittergutsbesitzer, Land- und Regierungsrat.
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Karl Rudolf von Lessing (auch Karl Rudolph) (geb. 14. November 1809 in Steinkirchen; gest. 13. Februar 1888 in Berlin) war ein preußischer Hauptmann, Land-, Regierungsrat und Rittergutsbesitzer.[1]
Herkunft
Karl Rudolf von Lessing war ein Sohn des 1826 in den Adelstand erhobenen Heinrich August von Lessing (1761–1851), kurfürstlich-sächsischer Generalmajor, Rittergutsbesitzer zu Steinkirchen bei Lübben, und dessen Ehefrau (⚭ 1808) Karoline Henriette (1781–1840), geb. von Monro.
Leben
Von Lessing besuchte anfänglich die Klosterschule Roßleben.[2] Danach trat er in die Preußische Armee ein und stieg dort bis zum Rang eines Hauptmanns auf. Im Anschluss studierte er Jura an den Universitäten Leipzig und Berlin. Erste Erfahrungen sammelte er als Auskultator beim Landgericht Lübben. Seit 1835 war er als Referendar bei dem Oberlandesgericht Frankfurt (Oder) tätig, von wo er 1839 als Assessor an das Kammergericht nach Berlin wechselte.[3] Im April 1840 wurde er zum Landrat des Kreises Sorau ernannt.[4] Im September 1877 wurde er mit dem Charakter eines Geheimen Regierungsrat ausgezeichnet und 1883 feierte er sein 50-jähriges Dienstjubiläum. Das Amt als Landrat übte er 42 Jahre lang bis zu seinem Tod im Jahr 1888 aus. Ihm im Amt folgte Erich Haenel von Cronenthal.
Politik
Von 1858 bis 1861, sowie von 1866 bis 1869 wurde von Lessing für den Wahlkreis Guben-Sorau als Abgeordneter (konservativ) in das Preußische Abgeordnetenhaus gewählt. Seit 1878 vertrat er den gesamten Wahlkreis (Guben und Sorau) und war ältestes Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses.[4]
Persönliches
Karl Rudolf von Lessing saß auf Baudach im Kreis Sorau. Er war seit dem 14. November 1841 mit Marie Louise Antonie (1818–1850), geb. von Greiffenberg, verheiratet. Die Kinder aus dieser Ehe waren:[1]
- Franziska Caroline Maria (1843–1902), verheiratet mit dem königlich-preußischen Oberst Richard Quednow (1832–1889)
- Friedrich August Kurt (1844–1845)
- Klara Marie Minna (1846–1918)
- Wolf Rudolf von Lessing (1849–1890), königlich preußischer Rittmeister, zehn Tage vor der Hochzeit mit Susanna von Schröter verstorben.
Ergänzendes
Anlässlich seines 50-jährigen Staatsdiener-Jubiläums im Jahre 1883 wurde zu seinen Ehren die „von Lessing-Stiftung“ zu Gassen ins Leben gerufen. Hierzu hatten die Kreistagsabgeordneten durch Spenden und Sammlungen in Gassen ein Grundstück erworben und zu einem Stift und Asyl für elternlose Mädchen bestimmt und eingerichtet.[1]
Literatur
- Über Land und Meer, Band 59, Ausgaben 10–13, 1887, Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart in der Google-Buchsuche S. 1379
- Arend Buchholtz (Verfasser), Carl Robert Lessing (Hrsg): Die Geschichte der Familie Lessing. Band 2. Druck von O. v. Holten, 1909, S. 364, 466–467 (staatsbibliothek-berlin.de [abgerufen am 24. Februar 2026]).
- Zwischen Ehrenpforte und Inkognito: Preußische Könige auf Reisen, berlin-brandenburgische Akakademie der Wissenschaften, 2016 in der Google-Buchsuche S. 709; ISBN 978-3-11-040915-4
Weblinks
- Rolf Jehke: Landkreis Sorau (Lausitz). In: territorial.de. 24. Februar 2018, abgerufen am 24. Februar 2026.
- Lessing (Familie). In: Stadtwiki Dresden. 7. April 2020, abgerufen am 24. Februar 2026.