Karl Rumpf
deutscher Architekt
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Leben und Ausbildung
Rumpfs Urgroßvater war aus Butzbach nach Marburg gezogen, der Großvater war dort Kürschnermeister, der Vater Kaufmann, die Mutter stammte aus Arnstadt. Bis 1901 besuchte Karl Rumpf das Gymnasium in Marburg, absolvierte eine Zeichenlehre in einem Architekturbüro und begann danach eine Maurerlehre. Ab dem Wintersemester 1902/1903 studierte er an der Baugewerkschule Kassel.
Durch seinen Abschluss mit Auszeichnung war ihm ein Studium an der Technischen Hochschule Darmstadt möglich, wo er u. a. bei dem Architekten Carl Schäfer lernte. Nach Mitarbeit in der Wiederherstellung der Klosterkirche Dobrilugk unter dem befreundeten Carl Weber studierte er bis 1907 an der Technischen Hochschule Danzig. Zum Herbst 1908 wechselte Rumpf an die Technische Hochschule München, von wo er 1909 wieder zu Carl Weber ging, wechselte 1911 aber krankheitsbedingt und wegen des besseren Klimas in das Büro von Carl Anton Meckel in Freiburg im Breisgau. 1919 bildete der Marburger Architekt August Dauber, der ebenfalls ein Schäfer-Schüler war, mit Karl Rumpf eine Architektengemeinschaft, die 1927 von Rumpf aufgelöst wurde.
Gebäude
Von 1921 bis 1957 entwarf, plante und erbaute Karl Rumpf zahlreiche Gebäude in Hessen; hier eine Übersicht, genannt jeweils Erbauungsjahr, Standort und Objekt:
- 1921 Kirchhain: Kriegerehrenmal
- 1922/23 Marburg, Spiegelslustweg 22: Wohnhaus
- 1926 Sägewerk Schäferhorst
- 1926/27 Marburg, Hainweg 20: Corpshaus Nibelungia
- 1927 Marburg, Alte Kasseler Straße: Töpferwerkstatt Elisabeth Schäfer
- 1927 Marburg, Alter Galgenweg: Haus Ing. Elias
- 1927 Marburg: Schlosscafé
- 1928 Marburg, Ortenbergstr. 3: Haus Fuchs
- 1928 Marburg, Wilhelmstr. 26: Haus Klingemann
- 1928/29 Caldern: Schule
- 1928/29 Moischt: ev. Kirche
- 1928/29 Sinn: Haus Dr. Heidelbach
- 1929 Marburg: Kugelkirche, Sakristei
- 1929/30 Fronhausen, Gladenbacher Str. 46: Haus Wigand
- 1933/34 Linsingen: ev. Kirche
- 1934–36 Birkenbringhausen: ev. Kirche
- 1935/36 Simtshausen: ev. Kirche
- 1936 Marburg-Weidenhausen, Auf dem Wehr 1: Wohn- und Geschäftshaus Adorf
- 1937 Marburg, Alte Kasseler Straße: Fabrik Chr. Schaaf
- 1939–41 Stadtallendorf: WASAG, Garagen, Pförtnerhaus, Wirtschaftsgebäude
- 1950 Marburg, Schützenstr. 50–52: Emeriten-Wohnhaus
- 1957 Marburg, Ritterstr. 20: Haus Kayser am Kalbstor
Nachlass
Der Nachlass von Karl Rumpf, seit 1968 im Hessischen Staatsarchiv Marburg und bis 2022 zur Nutzung gesperrt, umfasst u. a. etwa 1.500 Aufmaß-Zeichnungen von Bauwerken und Ausstattungsgegenständen, vor allem in Hessen von 1945 bis 1967 angefertigt.[1] Sein fotografisches Archiv umfasst ca. 5.000 Kleinbild- und 1.240 Mittelformat-Negative; Motive sind wiederum Kunsthandwerk und Fachwerkarchitektur in Hessen.[2]
Literatur
- Alfred Höck: Dr. h. c. Karl Rumpf am 21. Juli 1968 gest. In: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, Band 79 (1968), S. 9–15.
- Alfred Höck: Karl Rumpf. Architekt und Volkskundler. In: Ausst.-Kat. Kassel, 1989 "Karl Rumpf (1885–1968). Alte Handwerkskunst in dokumentarischen Zeichnungen", S. 11–55.
- Ausst.-Kat. Kassel, 1989: "Karl Rumpf (1885-1968). Alte Handwerkskunst in dokumentarischen Zeichnungen". Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel, Ballhaus am Schloss Wilhelmshöhe, 9. April bis 15. Oktober 1989, hg. v. Ulf Leinweber, mit Beiträgen von Alfred Höck, Kassel, 1989.
- Götz J. Pfeiffer: „künstlerisch einwandfrei … und ein Schmuck des Dorfes“. Die 1933/34 in Linsingen erbaute ev. Kirche des Architekten Karl Rumpf. In: Schwälmer Jahrbuch 2021, S. 104–111.
- Götz J. Pfeiffer: Gebauter Heimatschutz in Hessen. Die evangelischen Kirchen von 1928 bis 1936 des Architekten Karl Rumpf. In: Hessische Heimat, 69. Jahrgang 2019, Heft 2/3, S. 99–103.