Karl Schrage

Gold- und Silberschmiedemeister From Wikipedia, the free encyclopedia

Karl Schrage (* 24. Juli 1904 in Opladen; † 17. Februar 1972[1] in Wuppertal) war ein deutscher Gold- und Silberschmiedemeister, zunächst Leiter der Werkkunstschule Münster, später der Werkkunstschule Wuppertal. Sein Werk umfasst neben profanen Gegenständen insbesondere viele kirchliche Werke.

Leben

Karl Schrage besuchte die Volksschule und später das Gymnasium bis zur Obersekundareife. Nach einem Praktikum begann er eine Handwerkslehre bei Krupp in Essen. Während der Lehrzeit besuchte er Abendkurse von Erich Friedemann Werner, die ihn in die künstlerische Richtung lenkten. Nach der Gesellenprüfung wechselte er 1924 bis 1927 an die Handwerker- und Kunstgewerbeschule Elberfeld zu Hilmar Lauterbach. Zwischen 1927 und 1928 war Schrage in Berliner Ateliers und Werkstätten tätig. Ende 1928 nahm er nach der Ersatzreifeprüfung das Gewerbelehrerstudium am Berufspädagogischen Institut der Universität zu Köln auf. Parallel war er Schüler der Kölner Werkschulen bei Hermann Schmidthuber und Jakob Erbar. 1931 legte er das Staatliche Gewerbelehrerexamen ab, 1932 bestand er die Meisterprüfung als Gold- und Silberschmied.

Ab 1932 hatte Karl Schrage eine eigene Gold- und Silberschmiedewerkstatt in Telgte und arbeitete als Berufsschullehrer in Münster. 1937 übernahm er die Gold- und Silberschmiedeklasse an der Gewerblichen Berufsschule Münster und der damit verbundenen Städtischen Schule für Handwerk und Kunstgewerbe. 1939 bis 1945 leistete er Kriegsdienst und kehrte danach in die frühere Tätigkeit zurück. 1948 wurde er zum Direktor der Werkkunstschule Münster berufen, die aus der früheren Städtischen Schule für Handwerk und Kunstgewerbe hervorging. 1956 berief man ihn zum Direktor der Werkkunstschule Wuppertal und gleichzeitig zum Leiter der Werkgruppe Metall (Gold- und Silberschmiede) an dieser Schule. 1971 trat er in den Ruhestand.

Er war mit Barbara Schrage geb. Dargel (2. März 1909 – 5. Oktober 1973) verheiratet.

Arbeitsbereich

Karl Schrage fertigte Schmuck und Geräte in Metall, darunter viele Ehrengaben und Festgeschenke für amtliche Stellen, Organisationen und Firmen. Im kirchlichen Bereich wirkte er an der Ausstattung von neuerbauten Kirchen mit und fertigte z. B. Tabernakel, des Weiteren Monstranzen, Kelche,[2] Ziborien, Messkännchen,[3] Altarkreuze und Leuchter, auch Bischofsstäbe und -kreuze.

Ausgewählte Arbeiten

Zusammenarbeit mit dem Architekten Rudolf Schwarz bei Kirchenneubauten

Zusammenarbeit mit dem Architekten Hans Schwippert

Weitere Arbeiten für Kirchen

St. Konrad, Münster[17]

  • Tabernakel für die Kapelle Unserer Lieben Frau in Ahlen/Westf.[18]

Profane Arbeiten und Schmuck

Karl Schrage fertigte u. a. Dosen, Teekessel, Mokkakännchen, Milchkannen und Zuckerdosen, Tabletts, Teller, Schalen, Löffel, Becher, Teedosen, Leuchter, Buchdeckel u.ä.m, etliches davon befindet sich in Privatbesitz. Renate Schaub erfasst in ihrer Übersicht 36 Gegenstände, zum Teil existieren Fotos.

Ferner fertigte Karl Schrage eine große Anzahl Schmuckstücke. Die Aufstellung von Renate Schaub nennt Armschmuck, Halsschmuck (Ketten und Anhänger), Ringe und Manschettenknöpfe mit Hinweisen zur verwendeten Technik, von den meisten existieren Fotos.

Auszeichnungen

  • 1960 Goldmedaille der Internationalen Handwerksmesse München (Bayerischer Staatspreis).
  • 1961 Verleihung des Titels „Professor“ durch das Kultusministerium des Landes Nordrhein-Westfalen.

Ehrenamtliche Tätigkeit

1959 bis 1967 war er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks Nordrhein-Westfalen und als solcher Hauptinitiator des mit 40.000 DM dotierten Staatspreises für das Kunsthandwerk in NRW. Er war Mitglied im Kulturausschuss des Zentralverbands des Deutschen Handwerks.

Teilnahme an Ausstellungen

  • 1958 und 1960 Biennale christlicher Kunst, Salzburg
  • 1960 Ausstellung Kirchen, Bau und Ausstattung, München
  • Ähnliche Ausstellungen in Rom, Köln, Irland, Spanien, USA
  • Ab 1950 Internationale Handwerksmesse, München
  • 1958 deutscher Pavillon auf der Weltausstellung in Brüssel[19]
  • 1960 und 1963 Ausstellungen Internationales Kunsthandwerk, Stuttgart
  • Ausstellungen der Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks in Nordrhein-Westfalen
  • 1964 Ars Sacra, Köln
  • 1964 Qualität und Norm, München

Vorträge

  • Karl Schrage: Das gestaltende Handwerk in der modernen Gesellschaft. Fassung des Vortrags für die Tagung des Zentralverbandes für das Juwelier-, Gold- und Silberschmiedehandwerk. In: Deutsche Goldschmiedezeitung (in drei Fortsetzungen) 10/1963, S. 773–774, 11/1963, S. 899–901, 12/1963, S. 968–970.

Trivia

Die biografischen Angaben und die Liste der Werke wurden zusammengestellt von Renate Schaub, geb. Niemer. Sie war von 1947 bis 1952 zunächst Lehrling, dann Schülerin von Karl Schrage in der Werkkunstschule Münster/Westf. als Goldschmiedin. Es bestand eine lebenslange Freundschaft mit Karl Schrage und seiner Frau Barbara. Nach Karl Schrages Tod hat Renate Schaub Fotos, Berichte und Veröffentlichungen gesammelt und in einem Ordner zusammengestellt. Sie suchte gemeinsam mit ihrem Ehemann in verschiedenen Kirchen nach dem Verbleib der sakralen Gegenstände, um sie fotografisch festzuhalten. Nicht alle waren auffindbar. Je einen Ordner ihrer Recherchen hat Renate Schaub 1991 dem Museum für Angewandte Kunst in Köln und dem Diözesanmuseum Köln übergeben.

Literatur

  • Schrage, Karl. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 4: Q–U. E. A. Seemann, Leipzig 1958, S. 217 (Textarchiv – Internet Archive Leseprobe).
  • Anton Henze: Der Goldschmied Karl Schrage. In: Das Münster. Zeitschrift für kirchliche Kunst und Kunstwissenschaft. Bd. 5, 1952, S. 98–100.
  • Kirchengerät der Gegenwart, in: Deutsche Goldschmiedezeitung 7/1959, S. 369
  • Meisterhaftes Kunsthandwerk. Zu Arbeiten von Karl Schrage (Wuppertal). In: Deutsche Goldschmiedezeitung 11/1959, S. 668–669.
  • Hermann J. Mahlberg: Karl Schrage. In: ders. (Hrsg.): Kunst/Design & Co. Von der Kunstgewerbeschule Barmen/Elberfeld – Meisterschule – Werkkunstschule zum FB 5 der Bergischen Universität Gesamthochschule Wuppertal. 1894–1994. Festschrift zum 100jährigen Jubiläum. Wuppertal 1994, S. 94–95.
  • Handwerks-Zeitung, Artikel „Zum 60. Geburtstag von Prof. Karl Schrage“ vom 24. Juli 1964
  • Handwerks-Zeitung, Artikel „Professor Schrage im Ruhestand“ vom 6. August 1971
  • Einige Abbildungen von Werken Karl Schrages finden sich im „Jahrbuch für christliche Kunst 1957/58“.
  • Rundbrief der Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks NRW an Mitglieder und Freunde vom 18. Februar 1972 (Nachricht vom Tod Karl Schrages)
  • weitere Hinweise, teilweise kommerzielle Links, unter artnews.de.[20]

Einzelnachweise

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