Karl Stephan (Verfahrenstechniker)

deutscher Hochschullehrer, Professor für Thermodynamik und thermische Verfahrenstechnik und Herausgeber verschiedener wissenschaftlicher Werke From Wikipedia, the free encyclopedia

Karl Stephan (* 11. November 1930 in Saarbrücken; † 16. März 2026)[1] war ein deutscher Universitätsprofessor für Technische Thermodynamik und Thermische Verfahrenstechnik.

Leben

Er studierte bis 1956 Allgemeinen Maschinenbau an der TH Karlsruhe, promovierte dort im Jahr 1959 und erhielt nach Habilitation im Jahr 1963 die Venia Legendi für Thermodynamik.

Von 1963 bis 1967 war er Leiter der Abteilung Wärme- und Strömungstechnik der Mannesmann AG Duisburg, von 1967 bis 1970 ordentlicher Professor und Institutsdirektor am Institut für Thermodynamik an der Technischen Universität Berlin, von 1970 bis 1975 ordentlicher Professor am Institut für Thermo- und Fluiddynamik an der Ruhr-Universität Bochum und von 1975 bis 1996 ordentlicher Professor und Direktor des Instituts für Technische Thermodynamik und Thermische Verfahrenstechnik der Universität Stuttgart. Ab 1996 war er emeritiert.

Seine Forschungsschwerpunkte waren grundlegende Vorgänge der Energietechnik, insbesondere des Wärme- und Stofftransports von Mehrstoffsystemen sowie thermophysikalische Eigenschaften dieser Systeme, Energieeinsparung durch Wärmetransformation, Wärme- und Stoffübertragung beim Kondensieren und Sieden.

Stephan erhielt Ehrendoktorwürden der Technischen Universität Berlin und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Er war Gründungsmitglied der Akademie der Wissenschaften zu Berlin bis zu deren Auflösung 1990. Er war ordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen (vormals Preußischen) Akademie der Wissenschaften und Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech).[2] Von 1971 bis 1985 war er Mitglied von Senat, Hauptausschuss und Kuratorium der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Der Ingenieur Peter Stephan (* 1963) ist sein Sohn.

Wichtigste Veröffentlichungen

  • gemeinsam mit Rudolf Plank und Fritz Steimle: Handbuch der Kältetechnik. Springer, Berlin/Heidelberg 1988, ISBN 3-540-15477-9.
  • Wärmeübergang beim Kondensieren und Sieden. Springer, Berlin/Heidelberg 1987, ISBN 3-642-83159-1.
  • gemeinsam mit Franz Mayinger: Thermodynamik. Band 1: Einstoffsysteme. 15. Auflage. Springer, Berlin/Heidelberg 1998, ISBN 3-662-13213-3.
  • gemeinsam mit Franz Mayinger: Thermodynamik. Band 2: Mehrstoffsysteme. 14. Auflage. Springer, Berlin/Heidelberg 1999, ISBN 3-662-10522-5.
  • gemeinsam mit Hans Dieter Baehr: Wärme- und Stoffübertragung. 9. Auflage. Springer, Berlin/Heidelberg 2016, ISBN 978-3-662-49676-3.
  • gemeinsam mit Hans Dieter Baehr: Heat and Mass Transfer. 3. Auflage. Springer, Berlin/Heidelberg 2011, ISBN 978-3-642-20021-2.
  • gemeinsam mit Helmut Hildwein: Recommended Data of Selected Compounds and Binary Mixtures, Volume IV, Parts 1 + 2. DECHEMA, Frankfurt 1987, ISBN 3-921567-80-7.
  • gemeinsam mit Thomas Heckenberger: Thermal Conductivity and Viscosity. Dechema, Frankfurt 1988, ISBN 3-921567-85-8.
  • gemeinsam mit Abraham Tamir und Edan Tamir: Heats of Phase Change of Pure Components and Mixtures. Elsevier, Amsterdam 1983, ISBN 0-444-42170-X.

Auszeichnungen

  • 1963: Preis des Deutschen Kältetechnischen Vereins
  • 1965: Arnold-Eucken-Preis der Verfahrenstechnischen Gesellschaft (GVC)
  • 1990: Hall Thermotank Gold Medal des British Institute of Refrigeration
  • 1991: Landesforschungspreis Baden-Württemberg
  • 1993: Arnold-Eucken-Medaille der Forschungsgesellschaft Verfahrenstechnik
  • 1996: Emil Kirschbaum-Medaille der Deutschen Vereinigung für Chemie- und Verfahrenstechnik (DVCV)

Literatur

  • Laudationes zum 60./70./80. Geburtstag: Wärme- und Stoffübertragung 25 (1990), Int. Journal of Refrigeration 24 (2001), Int. J. of Thermal Sciences 39 (2000), Int. Journal Heat and Mass Transfer 44 (2001), Int. J. Thermal Sciences 49 (2010), Journal of Heat and Mass Transfer 46 (2010), Int. J. of Refrigeration (2010).
  • Ein Leben für die Thermodynamik. In: Die Kälte+Klimatechnik. 11, 2010.

Einzelnachweise

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