Karl Stockmeyer
deutscher evangelischer Superintendent
From Wikipedia, the free encyclopedia
Heinrich Adolf Karl Stockmeyer (* 2. Februar 1798 in Brake; † 28. Juli 1857 in Bega) war ein evangelisch-reformierter Geistlicher und 1857 Superintendent in der Lippischen Landeskirche. Er war auch als Autor und Dichter tätig.

Leben
Karl Stockmeyer wurde als Sohn des Pastors Johann Carl Ludwig Stockmeyer (1765–1837) und dessen Ehefrau Adolphine Wedeburg († 1837) geboren. Nach dem Abitur am Gymnasium Lemgo absolvierte er ein Studium der evangelischen Theologie an der Universität Tübingen. Von 1821 bis 1826 war er Pfarrgehilfe in Oerlinghausen und im Anschluss bis 1829 Pastor in Haustenbeck. In den Jahren von 1830 bis 1857 war er Pastor in Meinberg, wo er 1847 eine Armenspinnschule und Kleinkinderbewahranstalt gründete. Er war einer der führenden Männer im Kampf um das Bekenntnis und die Wiedereinführung des Heidelberger Katechismus. Ende Januar 1857 verabschiedete er sich in Meinberg mit einer Predigt, um nach Bega zu gehen und dabei die Superintendentur der Klasse Varenholz zu übernehmen. Noch im selben Jahr starb er.[1] Die reformierte evangelische Landeskirche Lippe war zur damaligen Zeit in drei Klassen eingeteilt (Brake, Detmold und Varenholz). Zu ihnen gehörten 59 Kirchengemeinden. Stockmeyer war sehr rege als Agent des Norddeutschen Vereins zur Verbreitung christlicher Schriften, als Sekretär des Lippischen Missionsvereins, als Mitredakteur des evangelischen Monatsblattes und als Verfasser eines kleinen Gesangbuches.
Der Pastor Karl Stockmeyer gilt als einer der ersten nachhaltig erfolgreichen Heimatdichter des Landes Lippe. Sein Gedicht Wie schwelgt das Auge in der Fluren Menge[2] wurde in die Schulbücher übernommen.[3]
Familie
Er war verheiratet mit Christine Elise Meister (1802–1868). Aus der Ehe ist die Tochter Marie hervorgegangen. Sie heiratete später den Superintendenten Friedrich Werdelmann.
Schriften
- Der Tönsberg. Verlag Bädeker, Essen 1825, Digitalisat.
- Gedichte. Verlag Bädeker, Essen 1831.
- Bethanien. Eine Gabe in Dichtungen religiösen Inhalts. Verlag Velhagen & Klasing, Bielefeld 1838.
- Dem Andenken eines früh vollendeten Dieners Christi, des ordinierten Candidaten der Theologie Ludwig Stivarius eine Freundesgabe für Freunde. Meyersche Hofbuchdruckerei, Detmold 1850.
- Abschiedspredigt, gehalten zu Meinberg den 25. Jan. 1857. Bertelsmann, Gütersloh 1857.
Literatur
- Heinrich Clemen: Erinnerungen aus dem Leben Karl Stockmeyer's, Superintendeten und Pfarrers zu Bega. F. L. Wagener, Lemgo 1857, Digitalisat.
- Wilhelm Begemann: Gedächtnißpredigt auf Karl Stockmeyer, Pastor in Bega und Superintendent der Varenholzer Klasse, gehalten zu Bega den 9. Aug. 1857. Bertelsmann, Gütersloh 1857.
- Wilhelm Butterweck: Die Geschichte der Lippischen Landeskirche 1926, S. 282, 321, 406, 534, 543.
- Erich Wenneker: Stockmeyer, Karl. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Band XX, Verlag Traugott Bautz, Nordhausen 2002, ISBN 3-88309-091-3, Spalten 1439–1440.
Weblinks
- Kurzbiographie Karl Stockmeyer bei LippeLex
- Kurzbiographie im Lexikon Westfälischer Autorinnen und Autoren, Internetseite des Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Literaturkommission für Westfalen