Karl Tosse

deutscher Parteifunktionär (NSDAP) From Wikipedia, the free encyclopedia

Karl Tosse (* 22. Dezember 1889 in Bottrop; † 7. August 1968 in Gladbeck) war ein deutscher Parteifunktionär (NSDAP).

Leben

Karl Tosse war ein Sohn des Kaufmanns Fritz Tosse und absolvierte nach dem Besuch des Realgymnasiums Münster (Obersekundareife) eine Banklehre und war danach Bankbeamter bei verschiedenen Banken, zuletzt ab 1912 in Hamburg. Von dort siedelte er im Frühjahr 1914 nach Venezuela über und arbeitete bei einer Import-Export-Firma. Von 1917 an war er in der gleichen Branche in New York tätig. 1922 gründete er eine eigene Firma für medizinische Präparate, kehrte Ende 1931 nach Deutschland zurück und wurde arbeitslos.

Er engagierte sich politisch und trat zum 1. Dezember 1931 in die NSDAP (Mitgliedsnummer 817.524 Ortsgruppe Münster) ein, wo er bis 1933 als Blockleiter und Kreispropagandaleiter tätig war. Im März 1933 wurde er hauptamtlicher NSDAP-Kreisleiter im Kreis Warendorf. Dieses Amt hatte er bis zu seinem Wechsel in gleicher Funktion im Kreis Lüdinghausen[1] am 1. Juni 1934 inne. Dort blieb er bis zum 10. Januar 1937, als er wegen verschiedener Querelen mit dem Landrat und dem Gauinspektor Barthel entlassen wurde. In seine Amtszeit fällt die Änderung der Hauptsatzung der Stadt Werne, in der 1935 das „freie Mandat“ der Ratsherren abgeschafft und durch „Parteigenossen“ ersetzt wurde.[2] Offiziell wurde er am 10. März 1938 aus dem Amt entlassen, war aber weiterhin in den Jahren von 1939 bis 1943 als Gauredner im Einsatz. Tosse wurde Stadtrat und Beigeordneter in Gladbeck und übernahm das Wirtschaftsdezernat und ab September 1939 (Kriegsbeginn) das Ernährungs- und Wirtschaftsamt. Am 23. März 1945 wurde er zum Volkssturm eingezogen.

Nach dem Krieg meldete Tosse sich freiwillig bei der amerikanischen Verwaltung und wurde am 17. April 1945 zunächst im Kriegsgefangenenlager Rheinberg und dann ab dem 25. Juni 1945 im Lager Recklinghausen interniert. Am 18. Dezember 1947 wurde er aus der Internierungshaft entlassen und im Entnazifizierungsverfahren am 3. Mai 1948 von der Spruchkammer Gladbeck in die Kategorie III (Minderbelastet) eingestuft.

Danach war er arbeitslos und lebte von der Fürsorgeunterstützung. Im Mai 1952 stellte er vergeblich einen Antrag auf Versorgungsbezüge aus seiner Tätigkeit als Stadtrat. Von 1956 an war er als Pförtner beschäftigt.

Mitgliedschaften

Literatur

  • Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 199 (Digitalisat)

Einzelnachweise

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