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Karl von Wallmenich

deutscher Oberst und Schriftsteller From Wikipedia, the free encyclopedia

Karl von Wallmenich (* 1854 in Landshut; gest. 9. September 1929 in München) war ein bayerischer Oberst, Heimatforscher und deutscher Schriftsteller.[1]

Leben

Familie

Von Wallmenich war Sohn des gleichnamigen Präsidenten des Oberlandesgericht Bamberg, Karl von Wallmenich (* 1816 in Augsburg; gest. 31. August 1895 in Bamberg). Sein Großvater, der Geheime Rat Anselm Franz von Wallmenich, wurde 1813 in den erblichen bayerischen Adelsstand erhoben. Seine ältere Schwester war die Oberin Clementine von Wallmenich.[2]

Militärische Karriere

Er besuchte die Königliche Studien- und Erziehungs-Anstalt in Neuburg an der Donau.[3] Er trat 1871 in das Königlich Bayerisches 3. Infanterie-Regiment „Prinz Karl von Bayern“ der bayerischen Armee in Augsburg[4] ein und wurde dort am 29. Oktober 1873 zum Leutnant befördert. Er diente 1883 im Königlich Bayerisches 5. Infanterie-Regiment „Großherzog Ernst Ludwig von Hessen“.[5] Er war im Besitz eines japanischen Ordens.[6] Er diente als Major beim Königlich Bayerisches Infanterie-Leib-Regiment[4], dann als Oberstleutnant und Bataillonskommandeur im Königlich Bayerischen 1. Infanterie-Regiment „König“[7] und meldete sich dann im Zuge des Ausbruchs des Boxeraufstands zum Ostasiatischen Expeditionskorps. Er diente beim Stabe des 4. Ostasiatischen-Infanterie-Regiment während der Niederschlagung des Boxeraufstandes. Nach dem Gefecht am Antsul-Pass geriet er mit einer Abteilung von 33 Mann in einen Hinterhalt chinesischer Truppen, wonach er sich nur nach schweren Verlusten zurückziehen konnte.[8] Wegen seiner Verdienste wurde er dafür von Kaiser Wilhelm II. mit dem Königlichen Kronen-Orden III. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet.[9] Er kehrte am 26. Juni als Transportführer der Palatia mit 300 Kranken und der Leiche des Diplomaten Clemens von Ketteler nach Deutschland zurück.[10]

Zurück in Deutschland wurde er nach Ausscheiden aus dem Expeditionskorps als Oberstleutnant beim Stabes des Königlich-Bayerischen 5. Infanterie-Regiment wieder angestellt.[11] Nach Beförderung zum Oberst am 15. Oktober 1902 führte er gleichzeitig zuletzt das Königlich Bayerisches 22. Infanterie-Regiment „Fürst Wilhelm von Hohenzollern“. Im Dezember 1902 wurde er mit dem Ehrenkreuz des großherzoglich hessischen Phillipsordens ausgezeichnet.[12] Er schied 1903 mit gleichzeitiger Erlaubnis zum Tragen der Uniform aus der Armee aus.[13][14] Er beteiligte sich im Ruhestand als Heimatforscher und schrieb Beiträge für die Allgemeine Zeitung.

Ehrungen

1955 wurde die Wallmenichstraße in München wegen seiner Verdienste um die bayerische Heimatsgeschichtsforschung nach ihm benannt.[15]

Werke

Schriften

  • Der Oberländer Aufstand 1705 und die Sendlinger Schlacht. Lüneburg, 1906
  • Auf Nachsuchen. Kleine ergötzliche Geschichte über die Lage der verabschiedeten Offiziere in Bayern. 1910[16]
  • Das Sendlinger Bauerndenkmal von 1911 und die Auer Zimmerleute von 1705. 1911
  • Akten zur Geschichte des bairischen Bauernaufstandes 1705/06. (mit Sigmund von Riezler)

Zeitungsbeiträge

  • Die Ungarnschlacht auf dem Lechfelde, in Allgemeine Zeitung. 1907[17]
  • Französische Wehrkraft in deutscher Auffassung, in Allgemeine Zeitung. 1907[18]

Einzelnachweise

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