Karlheinz Wenzel
deutscher Maler und Grafiker
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Karlheinz Wenzel (* 11. August 1932 in Wolfsberg; † 26. Oktober 2025[1]) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben
Nach einer Lehre als Gebrauchswerber von 1947 bis 1950 in Wittenberg studierte Wenzel anschließend bis 1955 an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin-Weißensee unter anderem bei Horst Strempel, Arno Mohr und Bert Heller. Nach seinem Studium arbeitete er zunächst freischaffend in der Lutherstadt Wittenberg, wo er im VEB Stickstoffwerke Piesteritz einen Mal- und Zeichenzirkel leitete. Ab 1970 lebte und arbeitete Wenzel in Neubrandenburg, wo er ab 2002 auch einen Malzirkel leitete.[2] Gemälde Wenzels gehörten u. a. zur Ausstattung eines Konferenzraums im Palast der Republik. Er erhielt im Zuge des Städte- und Wohnungsbaus eine Anzahl von Aufträgen für architekturbezogene Werke.
Wenzel hatte eine bedeutende Anzahl von Personalausstellungen und war auf vielen wichtigen Ausstellungen der DDR vertreten, u. a. von 1958 bis 1983 auf allen Deutschen Kunstausstellungen bzw. Kunstausstellungen der DDR in Dresden.
Er war bis 1990 Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR. Nach 1990 wurde er Mitglied im Künstlerbund Mecklenburg und Vorpommern e.V. im BBK.
1965 wurde in Wittenberg die Tochter Saskia geboren, die ebenfalls Malerin ist. Wenzels Neffe war der Liedermacher und Musiker Hans-Eckardt Wenzel.[3]
Ehrungen
- 1968 und 1985 Johannes-R.-Becher-Medaille
- 1970 und 1980 Lucas-Cranach-Preis der Stadt Wittenberg
- 1973 Fritz-Reuter-Preis des Bezirks Neubrandenburg
- 1974 Kunstpreis des FDGB
- 1976 Banner der Arbeit[4]
- 1983 Vaterländischer Verdienstorden in Bronze
Rezeption
„Karlheinz Wenzels Malerei besticht durch einen virtuosen Umgang mit Farbklängen und Strukturen. Gegenstand, Atmosphäre und Emotionalität sind genauestens empfunden und teilen sich in ihrer Sinnlichkeit direkt dem Betrachter mit, der das Flimmern der Wüste, erdige Gewächshausschwüle, die Kraft des Sturms, der von See aus das Ufer zerpflückt, zu spüren meint oder sich daran erinnert, wie er von Gewittergüssen klatschnass über Pfützen springend nach Hause eilt. Das Erlebnis von Licht und Landschaft ist oft Ausgangspunkt einer genialen Bildfindung in der Fläche.“[5]
Werkbeispiele
Siehe auch Bildindex der Kunst & Architektur[6]
Tafelbilder
- Knabe mit Mundharmonika (vor 1957, Öl, 103 × 74 cm)[7]
- Kleine Moskauer Winterlandschaft (1960, Öl, 60 × 80 cm)
- Bäume am Bodden (1961. Öl und Tempera, 55 × 66 cm)
- Stadtlandschaft Neubrandenburg (1975, Tempera/Öl, 110 × 140 cm; Palast der Republik)[8]
- Der Große Rosin (1975, Öl, 110 × 140 cm; Palast der Republik)
- Sommerlandschaft am See (1975, Öl, 110 × 140 cm; Palast der Republik)
- Märzlandschaft mit Schnee (o. J., Öl, 110 × 140 cm; Palast der Republik)
- Tanz am Meer (Gouache,1985)
Zeichenkunst
- Lesender Chemiearbeiter (Feder, Tusche, 42 × 29,5 cm, 1967; Kupferstichkabinett Dresden)[9]
- 1973 Silbermond über der Südvorstadt (Federzeichnung)
- 1996 Aktstudie (Aquarell)
- 2010 Glut (Acryl, Pastellmalerei auf Papier)
Architekturbezogene Arbeiten
- 1963 Die Wissenschaft dient dem Leben (Wandgestaltung, Putzkeramik; an der Technischen Hochschule Leuna-Merseburg, zusammen mit Karl Kothe)
- 1964 Der Mensch und das Buch (Wandgestaltung, Putzkeramik; mit Karl Kothe; an der Stadtbibliothek Wittenberg)

- 1965 Polytechnischer Unterricht und Kinderfest (Wandgestaltung, Keramik, je 1,30 × 4,50 m; Wittenberg, Lerchenberg-Siedlung, Foyer der damalige Oberschule)[10]
- 1966 Allen Kindern Frieden (Öl-Lasurmalerei auf Holz, 3,50 × 2,60 m; Aula einer Oberschule in Wittenberg)[11]
- 1971 Musische Erziehung (Wandgestaltung, Keramikrelief, glasiert, 2,50 m × 2,80 m; technische Ausführung mit dem VEB Zentrum Bildende Kunst Neubrandenburg; Neubrandenburg-Ost, Außenfassade am Eingang einer damaligen Oberschule)[12]
- 1972 Freizeitgestaltung und Lebensfreude (Wandbild, Öl-Lasurmalerei auf Holz, 24 m2; Neustrelitz, Speisesaal des Diesellok-Instandhaltungswerks)[13]
- 1979 Die vier Tageszeiten (Wandgemälde, Kaseinmalerei, Bezirkskrankenhaus Neubrandenburg)
Personalausstellungen (unvollständig)
- 1975, 1978, 1981, 1987, 2012 Neubrandenburg
- 1960, 1967, 1976 Wittenberg
- 1970 Halle
- 1980 Prenzlau
- 1987 Berlin
- 2009 Klempenow, Galerie Burg Klempenow (Arbeiten auf Papier)[5]
- 2017 Klempenow, Galerie Burg Klempenow[14]
- 2022 Wittenberg, Altes Rathaus ("Brüder Wenzel – Malerei aus acht Jahrzehnten"; mit Manfred Wenzel)[15]
Literatur
- Ingrid Schulz: Wandbilder von Karlheinz Wenzel. In: Bildende Kunst, Berlin, 12/1969, S. 631–634
- Wenzel, Karlheinz. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 1019/1020
- Elke Pretzel: Karlheinz Wenzel: Mein Haus, das ist aus Mondgestein. Kunstsammlung Neubrandenburg, 2012, ISBN 978-3-939779-17-9.