Karolinen-Gymnasium (Frankenthal)
Gymnasium in Frankenthal, Rheinland-Pfalz
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Das Karolinen-Gymnasium (KG) in der rheinland-pfälzischen Stadt Frankenthal ist ein städtisches Gymnasium mit einem Schwerpunkt auf Sprachen. Seit dem Schuljahr 2013/14 ist es eine Ganztagsschule.[3]
| Karolinen-Gymnasium | |
|---|---|
| Schulform | Gymnasium |
| Schulnummer | 50763[1] |
| Gründung | 1780 |
| Adresse | Röntgenplatz 5 67227 Frankenthal |
| Land | Rheinland-Pfalz |
| Staat | Deutschland |
| Koordinaten | 49° 31′ 57″ N, 8° 21′ 29″ O |
| Träger | Stadt Frankenthal (Pfalz) |
| Schüler | 1095[2] |
| Lehrkräfte | 92 (Stand 2023) |
| Leitung | Peter Graff |
| Website | karolinen-gymnasium.de |
Profil der Schule
Das Karolinen-Gymnasium bietet 22 Fächer an.[4] Seit Januar 2020 ist eine Schulsozialarbeiterin am KG tätig.[5]
Seit dem Schuljahr 2022/23 ist es CertiLingua-Schule sowie seit dem Schuljahr 2023/24 Erasmus+ akkreditiert (siehe Partnerschulen[6]).[7] Im Rahmen des Inklusionskonzepts kooperiert die Schule mit dem benachbarten Pfalzinstitut für Hören und Kommunikation (PIH). Ein Gebäude, der Kooperationsbau (K-Bau), der optimale akustische Bedingungen bietet, wird gemeinsam genutzt. Daneben gibt es ein höhere Zuweisungen an Sachmitteln und personellen Ressourcen sowie die Möglichkeit für PIH-Lernenden am Karolinen-Gymnasium ihr Abitur zu absolvieren.[8]
Das Karolinen-Gymnasium bietet in den Jahrgängen 5 und 6 Bandklassen an.[9]
Im Schuljahr 2020/21 besuchten 1014 Schüler die Schule. Sie waren in 26 Klassen und 16 Kurse eingeteilt und wurden von etwa 92 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet.[10][11] Schulleiter ist Christian Bayer.[12]
Mit dem räumlich unmittelbar benachbarten Albert-Einstein-Gymnasium wird eng kooperiert, vor allem bei der gegenseitigen Auffüllung von Kursen und Arbeitsgemeinschaften sowie auf musisch-kulturellem Gebiet. Es besteht eine gemeinsame Bibliothek.[13]
Schulverein
Der Verein der Freunde des Karolinen-Gymnasium unterstützt seit mehr als 30 Jahren die Arbeit des Karolinen-Gymnasiums Frankenthal durch Beiträge und Sachleistungen unter Ausschluss parteipolitischer oder konfessioneller Interessen.[14]

Geschichte
Anfänge als Philanthropin
Die Vorgängerschule wurde 1780, mit Unterstützung des kurpfälzischen Geheimrates Joseph Fontanesi, durch die aus Neuenburg in der Schweiz stammende Louise L’Écuyer als Bildungsanstalt mit Internat unter dem Namen Philanthropin für protestantische junge Frauenzimmer (kurz Philanthropin), gegründet. Dafür wurde L’Écuyer von der Stadt Frankenthal ein Haus in der Großen Färbergasse, heute Karolinenstraße, unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Die Gründung der Schule galt als sehr fortschrittlich, da im 18. Jahrhundert Mädchen nur selten eine höhere Schulbildung erhielten. Zudem folgte der Unterricht den reformpädagogischen Grundsätzen des Philanthropismus im Sinne der Aufklärung. So förderte man an der Schule das selbstständige Denken und die religiöse Toleranz. Aus diesem Grund wurden an der Schule ab 1786 auch katholische Mädchen aufgenommen.
1782 wurde das Churfürstlich privilegierte Philanthropin für protestantische junge Frauenzimmer durch den pfälzischen Kurfürsten Karl Theodor als staatliche Anstalt anerkannt. Auch deswegen gilt das Karolinen-Gymnasium heute als älteste staatliche höhere Mädchenschule Deutschlands. Nach der Französischen Revolution musste die Schule 1799 schließen, da das besetzte Gebiet unter französisches Recht fiel.
Neueröffnung als Karolinen-Schule
Nachdem die linksrheinische Pfalz nach der Ära Napoleons 1816 an Bayern gefallen war, wurde 1817 die Wiedereröffnung der Schule im Rat der Stadt diskutiert. Im September 1818 erfolgte die Neugründung als Karolinen-Schule unter der Leitung von Amalie Fränzl Witwe André und versehen mit einem Patenbrief von Königin Karoline, der Gattin des ersten bayerischen Königs Max Joseph. 1863 erfolgte unter Bezugnahme auf die Patenschaft die Umbenennung in Carolinen-Institut. 1883 eröffnete die Schule einen weiteren Neubau. Dabei wurde bereits eine Nische für eine geplante Karolinenstatue errichtet. Diese, eine vom Künstler Philipp Perron geschaffene Plastik, wurde 1887 aufgestellt.
1907 ging die Verwaltung der Schule zurück an die Stadt Frankenthal. Ab 1911 wurde die Schule als Städtische Höhere Töchterschule geführt, ab 1917 trug sie wieder den Namen Karolinen-Schule. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Schulgebäude 1943 bei einem Bombenangriff zerstört. Erst zwölf Jahre später konnte die Schule ihren noch heute genutzten Neubau am Röntgenplatz beziehen. Inzwischen – 1950 – war aus der Karolinen-Schule ein neusprachliches Progymnasium geworden.
Umwandlung in Gymnasium
1968 erfolgte die Umwandlung in ein vollwertiges Gymnasium mit neun Klassenstufen bis zum Abitur. Drei Jahre später wurde die Schule erstmals auch für Jungen geöffnet, seitdem besuchen Schüler beider Geschlechter das Gymnasium (Koedukation).
In den 1970er und 1980er Jahren wurde die Schule mehrfach erweitert. 1998 konnte die Karolinenstatue von 1887 wieder im Eingangsbereich der Schule aufgestellt werden.[15] 1999 wurde am Gymnasium ein bilingualer Zweig der Fachschaft Englisch eingerichtet. Ab 2000 erfolgte der weitere Ausbau des Schwerpunktes Mathematik und Informatik.
Seit dem Schuljahr 2013/14 ist das Karolinen-Gymnasium Ganztagsschule.[3]
Seit dem Schuljahr 2023/24 gehört das Karolinen-Gymnasium zu dem europäischen Netzwerk der CertiLingua-Schulen. Ebenso hat die Schule den Status einer Europa-Schule des Landes Rheinland-Pfalz.[16]
Partnerschulen
Das KG hat Partnerschaften mit folgenden Schulen:[6]
Ehemalige Lehrer
- Heinrich Bürcky (1895–1973), Generalmajor
- Esther de Gélieu (1757–1817), Schulleiterin
- Joachim Paul Heinz (* 1954), Historiker
Ehemalige Schüler
- Abitur 1953: Robert Franz Schmidt (1932–2017), Physiologe
- Abitur 1988: Anita Schöbel (* 1969), Mathematikerin
- Abitur 1992: Martin Hebich (* 1972), Politiker, Diplom-Finanzwirt, Oberbürgermeister der Stadt Frankenthal von 2016 bis 2023
- Abitur 1992: Dirk Hoffmann (* 1972), Informatiker
- Abitur 1995: Johannes Klomann (* 1976), Anglist und Politikwissenschaftler, Politiker
- Abitur 1997: Myriam Keil (* 1978), Diplom-Finanzwirtin, Autorin
- Abitur 1997: Bettina Lotsch (* 1977), Chemikerin
Literatur
- Anna Maus: Vom Philantropin zur Mädchenoberschule – Die Geschichte der Karolinenschule zu Frankenthal/Pfalz, Mushakesche Verlagsanstalt, Trautheim 1958.
- Lars Beißwenger (Hrsg.): Frankenthal – Episoden der Stadtgeschichte; Schulschriften des Karolinen-Gymnasiums Band 1, Frankenthal 2023.
- Lars Beißwenger, Anneli Langhans-Glatt: Die Karolinenschule in Frankenthal – erste staatliche Schule für höhere Mädchenbildung in deutschen Landen; Blätter zum Land, Nr. 81; Mainz 2019.
- Lars Beißwenger, Anneli Langhans-Glatt, Gabriele Gosch u. a.: Patenkind der Königin Karoline. Zur Geschichte unserer Schule; Frankenthal 2018.