Kaschubische Literatur
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Die kaschubische Literatur ist die Literatur der Kaschuben in der Kaschubei, deren westslawische Sprache, das Kaschubische, in verschiedene Dialekte zerfällt, die nie eine einheitliche Schriftsprache herausbildeten, und deren Schriftsteller bis heute in ihren jeweiligen Dialekten schreiben. Die kaschubische Literatur vertritt eine sprachliche Minderheit des Raumes.


Die kaschubische Literatur entstand in Polen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Florian Ceynowa (1817–1881), der den Sławoszyno (Slawoschin)-Dialekt aus der Region Puck (Putzig) verwendete, und Hieronim Derdowski (1852–1902), der den Wiele-Dialekt aus dem Bezirk Chojnice (Konitz) benutzte. Letzterer bereicherte die kaschubische Literatur vor allem in der Poesie.
Aleksander Majkowski (1876–1938) verwendete den Dialekt von Kościerzyna-Lipusz, dem Bezirk, aus dem er stammte. Sein größtes Verdienst war die Gründung der kaschubischen Zeitschrift Gryf[4] (Greif) im Jahr 1908. Außerdem verfasste er 1938 den einzigen kaschubischen Roman der Vorkriegszeit.
In den letzten Jahrzehnten fand eine verstärkte Publikation kaschubischer Bücher statt, darunter auch Übersetzungen internationaler Werke. Anthologien und Kompendien wurden von Ferdinand Neureiter (1973), Jan Drzeżdżon (1986) und Neureiter (1991) verfasst.
1907 hatten Izydor Gulgowski (1874–1925, alias Ernst Seefried-Gulgowski) und Friedrich Lorentz (1870–1937) in Kartuzy (Karthaus) den Verein für kaschubische Volkstraditionen gründeten.
Izydor Gulgowski gründete auch das Museum Kaschubischer Ethnographischer Park (Kaszubski Park Etnograficzny) in dem Dorf Wdzydze Kiszewskie im Kreis Chojnice (Konitz). Es ist das älteste Freilichtmuseum in Polen. Dieses Museum übte und übt einen wichtigen Einfluss auf und für das kulturelle Leben und die Traditionen der Kaschubei aus.
Im deutschen Sprachraum hat sich der Slawist Ferdinand Neureiter[5] (1928–2007) mit seinen Publikationen um die Erforschung der kaschubischen Literatur verdient gemacht.
Es gibt auch eine kaschubische Wikipedia.[6]
Literatur
- Ferdinand Neureiter: Kaschubische Anthologie. Versuch einer zusammenfassenden Darstellung (= Slavistische Beiträge. Bd. 61). Kaschubisch/deutsch. Otto Sagner Verlag, München 1973 (Digitalisat)
- Ferdinand Neureiter: Geschichte der kaschubischen Literatur. Versuch einer zusammenfassenden Darstellung. München, Otto Sagner, 1978, ISBN 3876901383, ISBN 9783876901381 (= Slavistische Beiträge, Bd. 117) – 2. Verbesserte und aktualisierte Auflage 1991 (Digitalisat)
- Jan Drzeżdżon: Współczesna literatura kaszubska 1945–1980 [Zeitgenössische kaschubische Literatur 1945–1980]. Warschau 1986
- Izolda Gulczyńska-Zalewska (Uniwersytet Mikołaja Kopernika w Toruniu): Die sprachliche Erschließung des Kaschubenlandes; Sprachwissenschaftler des 19. and 20. Jahrhunderts und die kaschubische Frage im Lichte der deutschen und polnischen Publizistik
- Ernst Seefried-Gulgowski: Von einem unbekannten Volke in Deutschland. Ein Beitrag zur Volks- und Landeskunde der Kaschubei. Berlin 1911 Digitalisat
Weblinks
- Kaschubischer Ethnographischer Park in Wdzydze Kiszewskie
- Site du parc ethnographique des Cachoubes
- Die Kaschuben (Sybille Tempel) – in Teilansicht
- BnF