Katalonienoffensive

Schlacht des Spanischen Bürgerkriegs From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Katalonienoffensive der franquistischen Aufständischen bildete den Beginn der letzten Phase des spanischen Bürgerkrieges und endete mit der Niederlage der republikanischen Kräfte.

Spanien kurz vor der Katalonienoffensive. Franquistisches Gebiet blau, republikanisches Gebiet rot.

Verlauf

Nach der für die Republikaner verlustreichen letzten Offensive in der Ebroschlacht begannen die Truppen Francos am 23. Dezember 1938 die Offensive gegen Katalonien. Erleichtert wurde dies dadurch, dass die Republikaner nach den Verlusten am Ebro kaum noch über moderne Waffen verfügten, um die Gegner abzuwehren. Die von den Anarchisten geführten Einheiten hielten zunächst noch stand, während die kommunistischen Truppen im Januar zurückwichen. Waffenlieferungen der Sowjetunion für die Republikaner kamen nicht mehr an, obwohl Frankreich zeitweise für den Transport seine Grenzen geöffnet hatte. Der republikanische General José Miaja, der den Abschnitt bei Madrid kommandierte, verweigerte einen Entlastungsangriff. Die Folge war ein ungeordneter Rückzug der republikanischen Truppen vor dem überlegenen Gegner in Katalonien. Nur einige überwiegend kommunistische Einheiten leisteten noch einen hinhaltenden Widerstand. Tarragona fiel am 14. Januar. Kampflos konnten die Aufständischen am 26. Januar 1939 Barcelona besetzen. Nach der Einnahme Barcelonas floh Ministerpräsident Negrín über Girona per Schiff nach Frankreich. Diese Fluchtroute nutzten auch zahlreiche andere Anhänger der Republik, bis die Truppen Francos die Stadt Girona am 4. Februar 1939 besetzten. Bis zum 10. Februar war ganz Katalonien besetzt.

Die einzige Möglichkeit der republikanischen Volksarmee, sich dem Gegner zu entziehen, war der Rückzug an die französische Grenze. Mehr als eine halbe Million Flüchtlinge flohen vor den heranrückenden Truppen Francos aus Katalonien. Erst ab dem 5. Februar erlaubte die französische Regierung den Flüchtigen auf internationalen Druck die Einreise nach Frankreich. Daraufhin strömten hunderttausende Zivilisten sowie die Reste der republikanischen Volksarmee nach Frankreich. Bis zum 15. Februar 1939 überschritten nach offiziellen Angaben 353.107 Menschen die Staatsgrenze zum französischen Département Pyrénées-Orientales, in dem damals etwa 230.000 Einwohner lebten. Laut einem Bericht der französischen Regierung („Informe Valière“) vom 9. März 1939 erreichte die Zahl der Flüchtlinge insgesamt 440.000, darunter 170.000 Frauen, Kinder und ältere Menschen, 220.000 Soldaten und Milizionäre, 40.000 Invalide sowie 10.000 Verwundete. Für die Flüchtlinge wurden verschiedene Lager eingerichtet, wie zum Beispiel das Internierungslager Argelès-sur-Mer am Mittelmeer.

Am 27. Februar erkannten die Regierungen von Großbritannien und Frankreich die Franco-Regierung offiziell an. In der Folge wurde die republikanische Regierung in dem ihr noch verbliebenen Gebiet von der Armee gestürzt, die weiteren Widerstand für zwecklos hielt. Es folgte der Versuch einer neu gebildeten Junta, mit Franco zu einer Verständigung zu kommen. Aufgrund dessen konnten die nationalspanischen Truppen Madrid Ende März 1939 besetzen. Damit war der Bürgerkrieg beendet.

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