Katarzyna Person

polnische Historikerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Katarzyna Person-Wooddin ist eine polnische Historikerin und Holocaustforscherin, Leiterin des Museum des Warschauer Ghettos in Warschau und Spezialistin für die Geschichte der Juden in Polen während des Holocaust und unmittelbar danach.[1][2] Im Jahr 2024 erhielt den Dan-David-Preis, wobei sie als Preisträgerin 300.000 US-Dollar zur Förderung ihrer Forschung erhielt.[3]

Katarzyna Person (2025)

Leben

Person schloss ein Studium der Journalistik und sozialen Kommunikation an der Universität Warschau ab.[1] Im Jahr 2010 promovierte sie in Geschichte an der University of London, 2020 habilitierte sie sich am Tadeusz-Manteuffel-Institut für Geschichte der Polnischen Akademie der Wissenschaften.[1] Sie war Stipendiatin der Alexander-von-Humboldt-Stiftung am Institut für Zeitgeschichte, des Programms Horizont Europa an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Gerda-Henkel-Stiftung an der Ludwig-Maximilians-Universität München.[1] Weitere Forschungsstationen führten sie an das Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien in Wien, die Fondation pour la Mémoire de la Shoah in Paris, das Center for Jewish History in New York und Yad Vashem in Jerusalem.[2] Am Jüdischen Historischen Emanuel-Ringelblum-Institut in Warschau leitete sie die wissenschaftliche Abteilung und das Projekt der vollständigen Edition des Ringelblum-Archivs.[1] Ab dem 1. Februar 2024 war sie stellvertretende Leiterin des Museums des Warschauer Ghettos, zuständig für Wissenschaft und Ausstellungen.[1] Im Jahr 2025 wurde sie für eine fünfjährige Amtszeit zur Leiterin des Museums berufen.[4]

Wirken

Persons Arbeiten untersuchen individuelle und gemeinschaftliche Verantwortung, Entscheidungszwänge und Gerechtigkeitsfragen während und nach dem Holocaust.[2] Ein Anliegen ist es, marginalisierte Stimmen in der Holocaust-Erinnerung sichtbar zu machen, darunter Frauen, Kinder, als „Kollaborateure“ bezeichnete Menschen, Deportierte und Geflüchtete.[2] Sie wirkte an mehreren Bänden der Edition des Ringelblum-Archivs mit; in der englischen Ausgabe wurde der Band Warsaw Ghetto. Everyday Life von ihr herausgegeben.[5] Ihre Monografie Policjanci: wizerunek Żydowskiej Służby Porządkowej w getcie warszawskim (‚Polizisten: Das Bild des jüdischen Ordnungsdienstes im Warschauer Ghetto‘, 2018) behandelt die Jüdische Ordnungspolizei im Warschauer Ghetto als zugleich Werkzeug und Opfer der nationalsozialistischen Gewaltordnung.[6] Die englische Ausgabe Warsaw Ghetto Police: The Jewish Order Service during the Nazi Occupation erschien 2021 bei Cornell University Press in Zusammenarbeit mit dem United States Holocaust Memorial Museum und stützte sich auf Primärquellen wie Tagebücher und Aufzeichnungen von Ghettoinsassen und Mitgliedern des Ordnungsdienstes.[7] Zu ihren weiteren Buchpublikationen zählen Assimilated Jews in the Warsaw Ghetto, 1940-1943 (2014), Dipisi: Żydzi polscy w amerykańskiej i brytyjskiej strefach okupacyjnych Niemiec, 1945-1948 (‚DPs: Polnische Juden in der amerikanischen und britischen Besatzungszone Deutschlands‘, 2019) und Przemysłowa Concentration Camp: the Camp, the Children, the Trials (2023).[1] Für Policjanci wurde Person 2019 für die Nagrody Historyczne „Polityki” nominiert.[8] Der Dan-David-Preis würdigte besonders ihren Umgang mit oft übersehenen Quellen und schwierigen Geschichten von Tod, Überleben und Erinnerung nach dem Holocaust.[2]

Commons: Katarzyna Person – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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