Kathedrale von Altamura

Kathedrale in Apulien, Italien From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Kathedrale Santa Maria Assunta (italienisch Cattedrale di Santa Maria Assunta) ist die Kathedrale des römisch-katholischen Bistums Altamura-Gravina-Acquaviva delle Fonti in der Stadt Altamura in Apulien (Italien). Sie hat das Patrozinium Mariä Aufnahme in den Himmel.

Kathedrale Santa Maria Assunta in Altamura (2025)
Blick durch das Mittelschiff Richtung Hochaltar

Geschichte

Das Kirchengebäude ist eine historische Kathedrale im Zentrum von Altamura und bekannt für ihre prachtvollen Steinmetzarbeiten und Zwillingskampanile. Sie ist ein bedeutendes Symbol der Stadtgeschichte und Architektur. Sie wurde im 13. Jahrhundert (zwischen 1232 und 1254) von Staufer-Kaiser Friedrich II. in Auftrag gegeben. Sie ist das einzige religiöse Bauwerk, das der Kaiser in Apulien persönlich in Auftrag gab und finanzierte. Sie gilt als eine der vier Palatinbasiliken Apuliens, die direkt dem Kaiser unterstanden und befreit waren von der bischöflichen Gerichtsbarkeit. Nach einem Erdbeben im Jahr 1316 wurde sie unter der Herrschaft von Robert von Anjou, König von Neapel (1309 bis 1343) weitgehend wieder aufgebaut. Im 16. Jahrhundert vollzog man eine radikale bauliche Änderung, um Platz zu schaffen. Die Ausrichtung der Kirche wurde um 180 Grad gedreht – das ursprüngliche Portal wanderte an die heutige Vorderseite, während die Apsis nach Westen verlegt wurde.[1]

Beschreibung

Das reich verzierte spätromanische Hauptportal, das Szenen aus dem Neuen Testament darstellt. Es ist mit 22 (teils als 24 beschrieben) detaillierten Reliefs geschmückt, die das Leben Christi – von der Geburt bis zur Himmelfahrt – erzählen. Bewacht wird es von zwei markanten Löwenstatuen aus dem Jahr 1533.

Ein filigranes Rosettenfenster (auch Rosone) mit 15 Strahlen aus dem 14. Jahrhundert dominiert die Fassade über einer Loggia aus dem 16. Jahrhundert. Es gilt als ein Meisterwerk der apulischen Bildhauerei.

Der Innenraum ist heute stark barock geprägt, mit einer prachtvollen vergoldeten Holzdecke (1686–1723). Zu den bedeutendsten Werken zählen eine monumentale Steinkrippe von Antonello Persio (1587) und eine kunstvoll geschnitzte Kanzel aus dem 16. Jahrhundert. Die Kapitelle der Säulen im Mittelschiff stammen teilweise noch aus der ursprünglichen staufischen Bauphase.

Literatur

  • Ekkehart Rotter: Apulien. Fahrten zu byzantinischen Grottenkirchen, normannischen Kathedralen, staufischen Kastellen und Barockbauten in Lecce (= DuMont Kunst Reiseführer). 6. Auflage. Dumont Reise Verlag, Ostfildern 2012, ISBN 978-3-7701-4314-6.
Commons: Kathedrale Santa Maria Assunta (Altamura) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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