Katherine MacLean

amerikanische Science-Fiction-Autorin From Wikipedia, the free encyclopedia

Katherine Anne MacLean (geboren am 22. Januar 1925 in Glen Ridge, New Jersey; gestorben am 1. September 2019[1]) war eine amerikanische Science-Fiction-Autorin. Sie war vor allem für ihre Kurzgeschichten bekannt, die vielfach anthologisiert wurden.

Leben

MacLean war die Tochter von Gordon MacLean und von Ruth MacLean, geborene Crawford. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften am Barnard College in New York City, wo sie 1950 den Bachelor erwarb, und später noch einmal am Goddard College in Plainfield, Vermont, wo sie 1977 mit dem Master in Psychologie abschloss.

Sie arbeitete ab 1944 in verschiedenen Tätigkeiten, darunter Hilfsschwester, Kaufhausdetektivin, Meinungsforscherin, Laborassistentin, Qualitätskontrolleurin einer Lebensmittelfabrik, Lohnbuchhalterin, Collegelehrerin und Reporterin, wie sie selbst sagte, „die übliche Liste diverser Jobs, die man bekommt, wenn man sich nicht für das ganze Leben verpflichten will.“[2] Von 1962 bis 1965 arbeitete sie am Anglistik-Institut der University of Connecticut in Storrs und von 1966 bis 1977 mit Unterbrechungen an der University of Maine in Orono.

MacLeans erste SF-Erzählung Defense Mechanism erschien 1949 in Astounding, wo auch viele ihrer folgenden Erzählungen erscheinen würden. Wie bei vielen ihrer Geschichten geht es hier um Psi-Talente und Telepathie. Zwar sind Konzepte und Fragestellungen der Psychologie, der Soziologie und angrenzender Bereiche zentral für MacLeans Science-Fiction, sie ist damit aber keine Vorläuferin späterer Strömungen der SF, in denen sich das Gewicht hin zu Psychologie und anderen „weichen“ Wissenschaften verlagerte. Ton und Haltung sind die der Hard-SF, mit einem im Prinzip positiven Blick auf zukünftige Entwicklungen. Ebenso wenig ist McLean eine Vorläuferin „feministischer“ SF, vielmehr bewegen sich ihre weiblichen Charaktere eher im Hintergrund und entsprechen ganz den Konventionen der Zeit.

Mit ihrer Erzählung The Missing Man von 1971 gewann sie den Nebula Award. Die Fix-up-Romanfassung Missing Man (1975) wurde als Der Esper und die Stadt auch ins Deutsche übersetzt. Als eine Autorin, deren Werke weitergehende Beachtung verdienen würden, wurde sie 2011 mit dem Cordwainer Smith Rediscovery Award ausgezeichnet.

Sie war von 1951 bis 1953 mit dem Schriftsteller Charles Dye[3] verheiratet, unter dessen Namen mehrere ihrer Erzählungen erschienen, und von 1956 bis 1962 mit dem Schriftsteller David Mason[4], mit dem sie einen Sohn hat.

Auszeichnungen

Bibliografie

Serien

Kalin Trobt (Romanserie, mit Charles V. De Vet)
  • Second Game (1958, Kurzgeschichte)
  • Cosmic Checkmate (1962)
    • Deutsch: Schach für die Erde. Übersetzt von Leni Sobez. Pabel (Utopia #561), Rastatt 1967, DNB 458496618.
  • Second Game (1981)
Rescue Squad (Kurzgeschichtenserie)
  • Fear Hound (1968; auch Rescue Squad 1984)
  • Rescue Squad for Ahmed (1970)
  • The Missing Man (1971)
    • Deutsch: Der verschwundene Mann. Übersetzt von Leni Sobez. In: Lloyd Biggle, jr. (Hrsg.): Gute Nachrichten aus dem Vatikan und andere »Nebula«-Preis-Stories 1. Moewig (Playboy SF #6721), München 1981, ISBN 3-8118-6721-0.

Romane

  • The Man in the Bird Cage (1971)
  • Missing Man (1975)
  • Dark Wing (1979, mit Carl West)

Sammlungen

  • The Diploids (1962)
  • The Trouble with You Earth People (1980)
  • Science Fiction Collection (2016)
  • The 29th Golden Age of Science Fiction Megapack (2016)

Kurzgeschichten

  • Defense Mechanism (1949)
  • And Be Merry … (1950, auch als The Pyramid in the Desert)
  • Incommunicado (1950)
  • Contagion (1950)
    • Deutsch: Gift. In: Bert Koeppen (Übersetzer/Hrsg.) Utopia Magazin Nr. 26. Pabel, Rastatt, DNB 016019210. Auch als: Ansteckung. Übersetzt von Martin Eisele. In: René Oth (Hrsg.): Als alles anders wurde. Luchterhand (Sammlung Luchterhand #530), Darmstadt / Neuwied 1985, ISBN 3-472-61530-3.
  • A Fable of the Sholvis (1951, mit Charles Dye)
  • The Fittest (1951)
  • High Flight (1951)
  • Feedback (1951)
    • Deutsch: Feedback. Übersetzt von Gisela Stege. In: Herbert W. Maly (Hrsg.): Der metallene Traum. Lichtenberg (SF für Kenner #15), München 1971, ISBN 3-7852-2015-4.
  • Syndrome Johnny (1951, auch als Charles Dye)
  • Pictures Don’t Lie (1951)
    • Deutsch: Bilder lügen nicht. Übersetzt von Leopold Voelker. In: Edmund Chrispin (Hrsg.): Nur ein Marsweib und andere Science Fiction-Stories. Ullstein (TB #248), Berlin u. a. 1959, DNB 453616461. Auch in: Edmund Chrispin (Hrsg.): Ullstein-Science-Fiction-Stories 69. Ullstein (2000 #135 / 3378), Berlin u. a. 1977, ISBN 3-548-03378-4.
  • Communicado (1952)
  • The Man Who Staked the Stars (1952, mit Charles Dye)
  • The Snowball Effect (1952)
  • The Origin of the Species (1953)
  • Games (1953)
    • Deutsch: Spiele. Übersetzt von Ralph Tegtmeier In: Ernst Fuchs & Hans Joachim Alpers (Hrsg.): Neue Science-Fiction Geschichten. Tosa, Wien 1982, ISBN 3-85001-097-X.
  • The Diploids (1953, auch als The Diploids – Die, Freak)
  • The Natives (1953)
  • Where or When? (1953)
  • Gimmick (1953)
  • The Carnivore (1953, auch als G. A. Morris)
  • Web of the Worlds (1953, mit Harry Harrison)
  • Collision Orbit (1954)
  • The Prize (1955, mit Michael Porjes)
  • These Truths (1958)
  • Web of the Norns (1958, mit Harry Harrison)
  • Unhuman Sacrifice (1958)
  • Trouble with Treaties (1959, mit Tom Condit)
  • Interbalance (1960)
  • Six Scenes in Search of an Illustration (1963, mit Fritz Leiber, John Pocsik, Michael Moorcock, Dick Eney und L. Sprague de Camp)
  • The Other (1966)
  • The Trouble with You Earth People (1968)
  • Perchance to Dream (1970)
  • Echo (1970)
  • Brain Wipe (1973)
  • Chicken Soup (1973, mit Mary Kornbluth)
  • Small War (1973)
  • The Gambling Hell and the Sinful Girl (1975)
  • Canary Bird (1978)
    • Deutsch: Der Kanarienvogel. Übersetzt von Leni Sobez. In: Roy Torgeson (Hrsg.): Nick Adams letzter Aufstieg. Moewig (Playboy SF #6718), München 1981, ISBN 3-8118-6718-0.
  • Night-Rise (1978)
  • The Olmec Football Player (1980)
  • Isaac My Son (1994, mit Carl West)
  • Planet Virt (1994)
  • The Kidnapping of Baroness 5 (1995)
  • Kiss Me (1997)

Literatur

Wikisource: Katherine Anne MacLean – Quellen und Volltexte (englisch)
Commons: Katherine MacLean – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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