Katja Butt

deutsche Medienkünstlerin und Zeichnerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Katja Butt (* 2. August 1961 in Oldenburg)[1] ist eine deutsche Medienkünstlerin und Zeichnerin.

Katja Butt (2025)
„Regen“ und „Im Auge“ (2025)

Biographie

Von 1983 bis 1991 besuchte Katja Butt die Kunstakademie Münster und studierte bei Johannes Brus, Ulrike Rosenbach und Reiner Ruthenbeck. Sie schloss das Studium mit Akademiebrief mit Auszeichnung ab. Von 2012 bis 2021 war sie Professorin an der Rheinischen Hochschule Köln für den Fachbereich Medien.

Werk

Seit ihrem Studium ist Katja Butt mit ihren Werken in zahlreichen Ausstellungen und Festivals im In- und Ausland (Europa, Asien) vertreten.

Ein Arbeitsschwerpunkt von Butt liegt in ihren ortsspezifischen und raumbezogenen Videoinstallationen, die sie seit Anfang der 1990er Jahre für unterschiedliche Kontexte konzipiert und umsetzt. In der Auseinandersetzung mit der Funktion, Geschichte oder Architektur entwickele sie, so Milo Köpp, Konstruktionen, in denen sich eine Besonderheit des Raumes im Spiel der Videobilder, oft über mehrere Bildschirme verteilt, verselbstständigt. Charakteristisch sei dabei der dokumentarische Ansatz in ihrer minimalistischen Bildsprache, deren wesentliche Stilmittel die eigenwillige Sicht durch die Kamera, der Videoschnitt und die pointierte akustische Nachbearbeitung seien.[2]

Ihre Zeichnungen und Fotoarbeiten zeigen ebenfalls das Interesse an architektonischen und weiteren semantischen Konstrukten. Auch hier erweitere sie deren statische Tendenzen durch die Lust an der Dynamik und Instabilität, sagte der Literaturwissenschaftler Matthias Hagedorn in seiner Laudatio bei der Verleihung des Preises „Hungertuch für Bildende Kunst“ im Jahr 2007.[3] Die Aachener Zeitung schrieb, Butt setze den Schwung des Arms, der Hand, den ganzen Körper ein, um zerbrechlich scheinende Gebilde zu erschaffen – „wolkig, durchbrochen, leicht, aber auch fremd, manchmal in den feinen Ausläufern der Linie fordernd“.[4]

Zu ihrem Projekt über Gertrude Stein im Jahre 2009 sagte Butt im Deutschlandfunk: „Das ist ein Stück über Sprache, wie genau gehen wir mit Sprache um oder welche Worte lösen was aus, was löst heute dieses Wort bei dir aus oder morgen bei mir.“[5] Mit dem Ansatz einer Bildhauerin untersuche sie scheinbar feststehende Prinzipien und damit verbunden auch gesellschaftliche Zusammenhänge: Raum- und Körpertheorien, Schrift und Sprache, Gedankenmodelle oder künstlerische Reflexe. Ihre Kunst breche mit Wahrnehmungsmustern, sie suche nach neuen Antworten auf die Frage: Wie entscheiden wir, was real ist? – und führe uns so Aussichten auf eine andere, kaleidoskopische Wirklichkeit vor. Ihre Arbeiten verbänden radikale Analyse mit radikaler Reduktion.[3]

Butt engagiert sich zudem in verschiedenen Projekten, wie Strichstärke_Projekte zur Zeichnung (seit 2017) und EWVA – Equality for Women in Visual Arts (seit 2023).

Katja Butt lebt und arbeitet in Köln. Sie ist Mitglied im Deutschen Künstlerbund.[6]

Galerie

Ausstellungen und Werke (Auswahl)

  • 1994 Köln I – Videoinstallation für die Moltkerei Werkstatt, Köln[7]
  • 1994 Köln II – Videoinstallation für die Moltkerei Werkstatt, Köln[7]
  • 1994 Rollbild – Videoinstallation für den Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf[8]
  • 1995 Lichtmühle – Videoinstallation für die Städtische Ausstellungshalle Am Hawerkamp, Zeit spielt keine Rolle, Münster
  • 1998 Verwebtes – Videoinstallation für das Herrenhaus Edenkoben[8]
  • 2000 Notation – Videoinstallation für den Kunstverein Bochum, Haus Kemnade[9]
  • 2001 Dropping – Videoinstallation für die Akiyama Gallery, Tokio[8]
  • 2003 Träger – Videoinstallation für das Künstlerhaus Dortmund[10]
  • 2005 Wanner Wandbild – Videoprojektion für die Zeche Unser Fritz, Herne-Wanne[11]
  • 2007 Crossroads, Nomadic Knowledge & Art Strategies, Bishkek Art Center (Kirgisien)[12]
  • 2008 Photoarbeiten 2001–2008, Monat der Fotografie, Kunstverein Hof, mit Max Dietz[13]
  • 2009–2010: Gertrude Stein. Weiter anfangen. Wir fangen an. Ein Theaterabend. Studiobühne Köln, mit Heidrun Grote
  • 2011 Wasserkur von Katja Butt, mit einer Rezitation von Heidrun Grote, Rheintor, Linz[14]
  • 2012: Crystal Wet, Installation im Kölner Vorgebirgspark[15]
  • 2014: Bewegte Bauten – Umbaute Bewegung, Humanwissenschaftliche Fakultät, Universität Niigata (Japan)[16]
  • 2016 Expanding Photography, Meno Parkas Gallery, Kaunas (Litauen)[17]
  • 2018 Freshtest 4.1, Kunstverein Koelnberg, Köln, kuratiert von Friedhelm Falke[18]
  • 2019 Hub nach Richtung – Lichtgeschosse, Museum Zündorfer Wehrturm, mit Karin Hochstatter[19]
  • 2021 Strichstärke², KunstWerk, Köln
  • 2023 Strichstärke RE:, Moltkerei Werkstatt, Köln
  • 2023 Wortwelt, Offenes Literaturhaus, Köln
  • 2024–25 Aus dem Koffer, Zeichnungen auf Reisen aus Berlin, Hamburg, Köln und Stuttgart, diverse Orte in den 4 Städten
  • 2024 Wortwelt II, DOCK Basel (Schweiz)
  • 2024 Wortwelt III, Kunstraum Rampe, Bielefeld
  • 2025 Strichstärke postscriptum, Künstlerforum Bonn[20]
  • 2025: Daher Dahin – Forum für Kunst und Kultur Herzogenrath, mit Friederike Graben[21]

Auszeichnungen und Stipendien

Publikationen (Auswahl)

  • Gabriele Gramelsberger/Michael Klein (Hrsg.): <Virtual space explorers>. Experimente im Datenraum. Salon-Vireal-Ausstellung, 10.–15.11.1998, INM-Institut für Neue Medien, Frankfurt. Städelschule. Institut für Neue Medien, Frankfurt 1999, ISBN 978-3-931701-02-4.
  • Raimund Stecker (Hrsg.): Katja Butt. Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf 1994, ISBN 3-925974-34-2.
  • Elisabeth Jappe, Christian Merscheid (Redaktion): Moltkerei Werkstatt: Projekte 1981–1994. Hrsg.: Moltkerei Werkstatt. Köln 1994, ISBN 3-923167-14-8.
  • Strichstärke_Projekte zur Zeichnung (Hrsg.): Strichstärke². Ausstellungskatalog / KunstWerk, 3.–30.10.2021, Köln. Intervallverlag, Köln 2021, ISBN 978-3-949862-00-7.
  • Trägerverein Herrenhaus Edenkoben (Hrsg.): Herrenhaus Edenkoben – Eine Dokumentation. Edenkoben 2017, ISBN 978-3-00-060782-0.
  • Fuhrwerkswaage Kunstraum Köln e. V. (Hrsg.): Köln Quartett 07. Köln 2007. ISBN 3-930636-61-1.
  • Westdeutscher Künstlerbund e. V. (Hrsg.): Expanding Photography. Bochum 2015. ISBN 978-3-9816081-8-2
  • Kunstverein Tiergarten e. V. (Hrsg.): RE:VISION. 20 Jahre Kunstverein Tiergarten 2004–2024. Berlin 2024. ISBN 978-3-00-079510-7.
  • Strichstärke_Projekte zur Zeichnung (Hrsg.): Strichstärke RE: rethink, redraw, return. Ausstellungskatalog / Moltkerei Werkstatt e. V., 11.–18.06.2023, Köln. Intervallverlag, Köln 2023, ISBN 978-3-949862-97-7.
  • Strichstärke_Projekte zur Zeichnung (Hrsg.): Strichstärke postscriptum. Ausstellungskatalog / Künstlerforum Bonn, 6.–27.7.2025, Bonn. Intervallverlag, Köln 2025. ISBN 978-3-949862-88-5.

Einzelnachweise

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