Katzenhaie
Familie der Ordnung Grundhaie (Carcharhiniformes)
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Die Katzenhaie (Scyliorhinidae) sind eine aus drei Gattungen mit ca. 35 Arten bestehende Familie der Grundhaie (Carcharhiniformes). Sie kommen weltweit in den kühlen bis warmen Meeren vor;[1] nur in den Polarmeeren sind sie nicht zu finden. Die für Menschen harmlosen, schlanken Bodenhaie bewohnen vor allem küstennahe Zonen, dringen teilweise aber auch bis in die Tiefsee vor.
| Katzenhaie | ||||||||||||
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Großgefleckter Katzenhai (Scyliorhinus stellaris) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Scyliorhinidae | ||||||||||||
| Gill, 1862 |
Ihren deutschen Namen verdanken sie großen Augen, die mit ihren länglichen Pupillen an die Augen von Katzen erinnern und eine Nickhaut besitzen (Augen werden mit dem unteren Augenlid geschlossen). Allen Arten ist gemeinsam, dass sie Eier legen.
Merkmale
Katzenhaie haben einen deutlich lang gestreckten Körper und besitzen zwei stachellose Rückenflossen (Finnen) sowie zwei Afterflossen. Im Unterschied zu allen anderen Haifamilien, mit Ausnahme der Atelomycteridae und der Pentanchidae, zwei Haifamilien, die erst jüngst von den Katzenhaien abgespalten wurden, liegt die erste Rückenflosse auf der Höhe der Bauchflossen oder kurz dahinter. Von den fünf Kiemenspalten liegt die letzte oberhalb der Brustflossenbasis. Ein Spritzloch ist vorhanden, ebenso ein Spiraldarm. Katzenhaie werden je nach Art 21 Zentimeter bis 1,70 Meter lang. Das einzige morphologische Merkmal, das die Katzenhaie von den Pentanchidae unterscheidet, ist der Supraorbitalkamm, ein Knorpelkamm oberhalb der Augen, der den Pentanchidae fehlt.[2]
Eine Reihe von Katzenhaien besitzt eine auffällige Färbung. So hat der Pyjamahai (Poroderma africanum) dunkle Längsstreifen. Andere tragen ein kettenartiges, dunkles Muster auf der helleren Haut, wie der Kettenkatzenhai (Scyliorhinus retifer). Viele Katzenhaie weisen zudem durch Auflicht angeregte Biofluoreszenz ähnlich einer Biolumineszenz auf.[3]
Katzenhaie ernähren sich von größeren Wirbellosen und kleinen Fischen.
Die Befruchtung findet bei den Katzenhaien im Körper statt. Das Weibchen legt ungefähr 20 viereckige Eier, die von einer hornigen Kapsel umgeben sind, an der spiralige Fäden hängen. Damit werden die Eier an Steinen oder Wasserpflanzen befestigt. Die Jungen schlüpfen erst nach 7–8 Monaten.
Systematik
Innerhalb der Grundhaie (Carcharhiniformes) nehmen die Katzenhaie eine basale Stellung als Schwestergruppe aller anderen Familien ein. Mit ursprünglich weit über 100 Arten waren sie die artenreichste Familie der Haie. Nach der Abtrennung der Pentanchidae[2] und der Atelomycteridae werden heute noch drei Gattungen und etwa 35 Arten zu den Katzenhaien gezählt:[1]
Das folgende Kladogramm zeigt die basale Stellung der Katzenhaie innerhalb der Grundhaie.[2]
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(Cephaloscyllium isabellum)


- Gattung: Schwellhaie (Cephaloscyllium Gill, 1862)
- Cephaloscyllium albipinnum Last, Motomura & White, 2008[4]
- Cephaloscyllium cooki Last, Séret & White, 2008[5]
- Netz-Schwellhai (Cephaloscyllium fasciatum Chan, 1966)
- Cephaloscyllium hiscosellum White & Ebert, 2008
- Damebretthai (Cephaloscyllium isabellum (Bonnaterre, 1788))
- Australischer Schwellhai (Cephaloscyllium laticeps (Duméril, 1853))
- Cephaloscyllium pictum Last, Séret & White, 2008
- Sarawak-Schwellhai (Cephaloscyllium sarawakensis Yano & Gambang, 2005)
- Cephaloscyllium signourum Last, Séret & White, 2008
- Indischer Schwellhai (Cephaloscyllium silasi (Talwar, 1974))
- Cephaloscyllium speccum Last, Séret & White, 2008
- Cephaloscyllium stevensi Clark & Randall, 2011
- Ballonhai (Cephaloscyllium sufflans (Regan, 1921))
- Gefleckter Schwellhai (Cephaloscyllium umbratile Jordan & Fowler, 1903)
- Cephaloscyllium variegatum Last & White, 2008
- Schwellhai (Cephaloscyllium ventriosum (Garman, 1880))
- Cephaloscyllium zebrum Last & White, 2008
- Gattung: Bartel-Katzenhaie (Poroderma Smith, 1838)
- Pyjamahai (Poroderma africanum (Gmelin, 1789))
- Leopard-Katzenhai (Poroderma pantherinum (Müller & Henle, 1838))
- Gattung: Gefleckte Katzenhaie (Scyliorhinus Blainville, 1816)[6]
- Boa-Katzenhai (Scyliorhinus boa (Goode & Bean, 1896))
- Scyliorhinus cabofriensis Soares, Gomes & De Carvalho, 2016[7]
- Kleingefleckter Katzenhai (Scyliorhinus canicula (Linnaeus, 1758))
- Gelbgefleckter Katzenhai (Scyliorhinus capensis (Müller & Henle, 1838))
- Westafrikanischer Katzenhai (Scyliorhinus cervigoni (Maurin & Bonnet, 1970))
- Scyliorhinus comoroensis Compagno, 1988
- Scyliorhinus duhamelii (Garman, 1913)
- Braungefleckter Katzenhai (Scyliorhinus garmani (Fowler, 1934))
- Scyliorhinus hachijoensis Ito, Fujii, Nohara & Tanaka, 2022[8]
- Getüpfelter Katzenhai (Scyliorhinus haeckelii (Miranda Ribeiro, 1907))
- Weissrücken-Katzenhai (Scyliorhinus hesperius (Springer, 1966))
- Fleckiger Katzenhai (Scyliorhinus meadi (Springer, 1966))
- Kettenkatzenhai (Scyliorhinus retifer (Garman, 1881))
- Großgefleckter Katzenhai (Scyliorhinus stellaris (Linnaeus, 1758))
- Scyliorhinus torazame (Tanaka, 1908)
- Zwerg-Katzenhai (Scyliorhinus torrei (Fowler, 1941))
- Scyliorhinus ugoi Soares, Gomes & Gadig, 2015
Literatur
- Alfred Kaestner: Lehrbuch der speziellen Zoologie. Band 2: Dietrich Starck: Wirbeltiere. Teil 2: Kurt Fiedler: Fische. Gustav Fischer, Jena 1991, ISBN 3-334-00338-8.
- Joseph S. Nelson: Fishes of the World. 4th edition. John Wiley & Sons, Hoboken NJ 2006, ISBN 0-471-25031-7.
- Brett A. Humana, E. Patricia Owena, Leonard J. V. Compagnob, Eric H. Harleya: Testing morphologically based phylogenetic theories within the cartilaginous fishes with molecular data, with special reference to the catshark family (Chondrichthyes; Scyliorhinidae) and the interrelationships within them. In: Molecular Phylogenetics and Evolution. Band 39, Nr. 2, Mai 2006, ISSN 1055-7903, S. 384–391, doi:10.1016/j.ympev.2005.09.009.