Kedros

Berg in Griechenland From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Berg Kedros (griechisch Όρος Κέντρος, auch Κέδρος) hat eine Höhe von 1.776 Metern und befindet sich im Süden der griechischen Insel Kreta[1] am Rande der Straße zwischen Spili und Agia Galini.

Schnelle Fakten
Kedros (Όρος Κέντρος)
Berg Kedros von Osten
Berg Kedros von Osten
Höhe 1776 m
Lage Griechenland Griechenland
Koordinaten 35° 10′ 54″ N, 24° 37′ 3″ O
Kedros (Kreta)
Kedros (Kreta)
Gestein Kalkstein
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Beschreibung

Der Kedros liegt südwestlich des Psiloritis-Gebirges mit dem höchsten Gipfel in der Mitte des Massivs. Dieser soll durch sein kegelartiges Aussehen diesen Namen tragen, von griechisch koniko schima – kentri (κωνικό σχήμα – κεντρί).[2] Ganz in seiner Nähe steht die Kirche Analipseos (Αναλήψεως, Himmelfahrt). Der Berg bildet ein Tal namens Amari. In einer Höhe von 400 bis 600 Metern liegen 15 kleine Dörfer.[1]

Auf dem Massiv gibt es viele Schluchten und Felswände sowie baumlose Hänge. In der Nähe des Berges befinden sich zahlreiche Wasserquellen, die im Winter Wasserfälle bilden. Ein Bergwanderweg führt zum höchsten Gipfel des Kedros hinauf.[1] Er gehört zum Europäischen Fernwanderweg E4.[3] Seit 2023 wird auf 1100 Metern Höhe eine Berghütte namens Krya Vrisi (Κρύα Βρύση) betrieben, sie liegt oberhalb des gleichnamigen Dorfes.[4]

Das geologische Substrat des Bergs besteht aus Kalkstein.[1]

Geschichte

Im August 1944 verübte das deutsche Militär während der Besatzung Kretas in den Bergdörfern von Kedros ein Kriegsverbrechen. Sie töteten als Vergeltung für die Verschleppung des Offiziers Heinrich Kreipe, der von Andarten entführt und in Ägypten den Engländern übergeben worden war, insgesamt 158 Männer und sechs Frauen der Zivilbevölkerung aus den Dörfern Gerakari, Gourgouthos, Vryses, Kardaki, Smile, Ano Meros, Drygies und Krya Vrysi. Gleichzeitig zerstörten und plünderten deutsche Soldaten die Dörfer.[5][6] Das Verbrechen erhielt in Griechenland die Bezeichnung Holocaust von Kedros (Ολοκαύτωμα του Κέντρους/Κέδρους).[7][8][9]

Fauna und Flora

Auf dem Berg wächst trockenes Buschwerk und Phrygana, Baumbestände sind selten.

Seit 1997 ist der Kedros als Natura 2000 Schutzgebiet unter dem Namen Oros Kedros mit der Registriernummer GR4330002 ausgewiesen.[10] Das Gebiet erstreckt sich über etwa 48 Quadratkilometer.[11] Grund dafür sind die endemische und seltenen Pflanzen wie Tulpen, Anemonen, Orchideen, Hyazinthen und andere. Außerdem nisten an den steilen und unzugänglichen Hängen Raubvögel wie Falken, Geier und Steinadler.[2]

Die Aktivitäten der Dorfbewohner wie die Viehzucht und die Jagd stellen eine Gefahr für das Naturschutzgebiet dar.[12]

Siehe auch

Einzelnachweise

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