Keibelstraße
Straße in Berlin-Mitte
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Die Keibelstraße ist eine Straße in Berlin-Mitte. Sie ist nach dem Stadtältesten Wilhelm Keibel benannt.
| Keibelstraße | |
|---|---|
| Blick zur Wadzeckstraße | |
| Basisdaten | |
| Ort | Berlin |
| Ortsteil | Mitte |
| Angelegt | um 1700 |
| Neugestaltet | ab 1960 |
| Hist. Namen | Schieß-Gasse (vor 1723–1858) |
| Querstraßen | Mollstraße, Wadzeckstraße (von Nord nach Süd) |
| Bauwerke | ehemaliges Polizeipräsidium |
| Technische Daten | |
Lage

Die Keibelstraße verläuft von der Mollstraße nach Süden bis zur Wadzeckstraße. Bis etwa 1960 ging sie von der Linienstraße durch die Wadzeckstraße bis zur Alten Schützenstraße kurz vor dem Alexanderplatz. Sie gehörte zur Königsstadt, seit 1920 zu Berlin-Mitte.
Geschichte
Um 1700 gab es mehrere Exerzier- und Schießplätze in dem weitgehend unbewohnten Gebiet zwischen Neuer Königstraße und Prenzlauer Straße zwischen der alten und der neuen Stadtbefestigung. 1723 war erstmals der nördliche Teil der Schützen-Gasse in einer Karte eingezeichnet.[1] Um 1800 wurde sie durch den stillgelegten Schützen-Kirchhof bis zur Alten Schützen-Straße verlängert. Einige Jahre später finanzierte der Stadtverordnete Wilhelm Keibel den Ausbau und die Pflasterung als Vorschuss. Deshalb schlugen Anwohner 1835 eine Umbenennung in Keibelstraße vor, was jedoch abgelehnt wurde. Erst nach mehreren weiteren Bemühungen um eine Straßenumbenennung erfolgte schließlich 1858 die Zustimmung des Polizeipräsidiums.[2]
In den Jahren 1943 bis 1945 wurden die meisten Gebäude in der Keibelstraße zerstört oder schwer beschädigt und danach abgetragen. Es entstanden einige Neubauten, der südliche Teil der Straße wurde aufgehoben. In dem ehemaligen Verwaltungsgebäude wurde das Polizeipräsidium von Ost-Berlin untergebracht. Dort befand sich auch ein Untersuchungsgefängnis, in dem viele Personen nach Festnahmen festgehalten wurden.
Gebäude und Bewohner

In der Keibelstraße standen viele Wohn- und Geschäftshäuser.[3] Das einzige erhaltene historische Gebäude ist das Verwaltungsgebäude der Karstadt AG von 1930 (Nr. 37). Dieses wurde 1934 vom Reichsfinanzministerium übernommen. Seit 1951 war dort das Polizeipräsidium von Ost-Berlin untergebracht, das nach 1990 noch einige Jahre weiter genutzt wurde. Seit 2019 befindet sich dort das Bildungszentrum Lernort Keibelstraße.
Nicht mehr vorhandene Gebäude waren[4]
- Nr. 26/28 Feuerwache, 1900
- Nr. 31/32 Königstädtische Stadtschule, dann Königstädtische Realschule, seit 1831
- Nr. 40 Jüdischer Kinderhort, 1897–nach 1900[5]
Rezeption
Die DDR-Punkband Magdalene Keibel Combo benannte sich in scherzhafter Anspielung auf das Ministerium für Staatssicherheit in der Ost-Berliner Magdalenenstraße sowie auf das Polizeipräsidium Alexanderplatz, das sich samt seinem Untersuchungsgefängnis bis 1990 in der Keibelstraße befand.
Literatur
- Horst Fritsche: Die Namen der aktuellen und historischen Straßen und Plätze in Berlin-Mitte. Edition Luisenstadt, Berlin 2002. S. 283, 329
Weblinks
- Keibelstraße Kauperts
- Keibelstraße Berlin-Mitte, mit historischen Fotos
- Suche nach Keibelstraße. In: Deutsche Digitale Bibliothek

