Khanjar
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Der Khanjar (persisch خنجر) (auch Kanjar oder Kantschar) ist ein Dolch, der in Indien, der Türkei und Persien in Gebrauch war. Er stammt aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Auch im Sultanat Oman wird der traditionelle Dolch, der bis heute fester Bestandteil der festlichen, offiziellen Tracht der Männer ist, als „Khanjar“ bezeichnet. Gelegentlich wird der Khanjar mit dem Khanjarli verwechselt, der allerdings durch eine andere Griffform erkennbar ist. Auch Verwechselungen mit dem Handschar, der eine andere Klingenform und meist eine abgeknicke Scheide hat, kommen vor.
| Khanjar | |
|---|---|
| Angaben | |
| Waffenart: | Messer |
| Verwendung: | Waffe |
| Entstehungszeit: | ca. 17. Jh |
| Einsatzzeit: | ca. 17. Jh. – 19. Jh |
| Ursprungsregion/ Urheber: |
Persien |
| Verbreitung: | Persien, Indien, Türkei |
| Gesamtlänge: | ca. 37 cm |
| Klingenlänge: | ca. 20 cm – ca. 29 cm |
| Griffstück: | Holz, Horn, Elfenbein, Metall, Jade, Glas, Edelsteine |
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Geschichte
Beschreibung
Der Khanjar hat üblicherweise einen pistolenknaufähnlichen Griff, der am Ende leicht abgebogen ist. Er besitzt keine oder nur eine sehr kleine Parierstange, eher eine Parierwulst. Die Klinge ist im vorderen Bereich leicht nach unten abgebogen und läuft am Ort (Spitze) sehr spitz und schmal zu. Sie ist einschneidig und besitzt eine Mittellinie oder eine einfache oder auch doppelte, sehr dünn gearbeitete Hohlkehle. Es gibt auch Klingen mit einem Sägeschliff. Klingen und Griffelemente sind normalerweise mit Holz oder Horn belegt, aber es sind auch Khanjar bekannt, deren Griffe aus Elfenbein, Jade oder seltener aus Glas mit farbigen Einlagen hergestellt wurden (siehe Fotos). Manche Griffe sind zu Pferdeköpfen oder Blumenornamenten geformt. Die Scheiden wurden aus den verschiedensten Materialien hergestellt (Holz, Leder, Metall, Jade usw.). Klingenbreite und Klingenlänge sind von Waffe zu Waffe unterschiedlich, üblich sind Klingenlängen von etwa 20 cm bis etwa 29 cm.
Rezeption
Literatur
- Wilbraham Egerton: Indian and Oriental Armour. Reprint 1896 Auflage. Dover Publications, Mineola NY 2002, ISBN 0-486-42229-1 (englisch, [Indian and Oriental Armour – Internet Archive ]).
- Hamburgisches Museum für Völkerkunde: Hamburgisches Museum für Völkerkunde und Vorgeschichte, Mitteilungen aus dem Museum für Völkerkunde in Hamburg. Lucas Gräfe & Sillem, Hamburg 1981.
- David Harding (Hrsg.): Waffenenzyklopädie. 7000 Jahre Waffengeschichte. 1. Auflage. Motorbuchverlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-613-02894-4 (englisch: Weapons : an international encyclopedia from 5000 B.C. to 2000 A.D. 1990. Übersetzt von Herbert Jäger, Martin Benz).
- William Irvine: The army of the Indian Moghuls: its organization and administration. Eurasia Pub. House, New Delhi 1962.
- Robert Elgood: Hindu arms and ritual: arms and armour from India 1400-1865. Eburon, Delft 2004, ISBN 978-90-5972-020-6.
- Indian Museum: Indian and Oriental Arms and Armour, Courier Dover Publications, Mineola NY 2002, ISBN 978-0486422299.
- Jehan S. Rajab: "Silver Jewellery of Oman." 1997, ISBN 978-1860643101.
- George Cameron Stone: A glossary of the construction, decoration, and use of arms and armor in all countries and in all times together with some closely related subjects. Dover Publications, Mineola NY 1999, ISBN 0-486-40726-8, S. 351–353 (englisch).