Kim Ju-ae

Tochter des nordkoreanischen Führers Kim Jong-un und seiner Frau Ri Sol-ju From Wikipedia, the free encyclopedia

Kim Ju-ae (* wahrscheinlich 2012 oder 2013 in Pjöngjang) ist eine Tochter des nordkoreanischen Obersten Führers Kim Jong-un und seiner Frau Ri Sol-ju.[2] Seit ihrem öffentlichen Debüt im November 2022 tritt sie regelmäßig an der Seite ihres Vaters auf. Südkoreas Geheimdienst NIS stufte sie im Januar 2024 als „wahrscheinlichste“ Nachfolgerin Kim Jong-uns ein; zugleich verwies er auf zahlreiche Unwägbarkeiten.[3] Am 2. September 2025 begleitete sie ihren Vater zu dessen erstem multilateralen Treffen nach Peking – ihr erster bekannter Auslandsauftritt – was die Nachfolgedebatte erneut befeuerte.[3] Seit 1. Januar 2026 wird sie regelmäßig in der Öffentlichkeit gezeigt und ihre zukünftige Nachfolge damit immer wahrscheinlicher. Kim Jong-un hat insgesamt mindestens drei Kinder, darunter mindestens einen Sohn. Der im patriarchalen Herrschaftssystem Nordkoreas normalerweise bevorzugte Sohn soll wegen einer Behinderung nicht als Nachfolger infrage kommen.[4]

Schnelle Fakten Koreanische Schreibweise, Hangeul ...
Koreanische Schreibweise
Hangeul 김주애
Revidierte
Romanisierung
Gim Ju-ae
McCune-
Reischauer
Kim Ju Ae
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Leben

Es wird allgemein angenommen, dass Kim Ju-ae 2012 oder 2013 geboren wurde,[5] da Ri Sol-ju während des Jahres 2012 in den nordkoreanischen Medien abwesend war, was später auf ihre Schwangerschaft zurückgeführt wurde.[6] Kim Ju-aes Name wurde außerhalb Nordkoreas bekannt, als der US-amerikanische Basketballspieler Dennis Rodman, der eine enge persönliche Beziehung zu Kim Jong-un hat, sie in einem Bericht über seinen Besuch in Nordkorea im Februar 2013 identifizierte. Rodman beschrieb, wie er „ihr Baby Ju-ae“ im Arm hielt, und lobte Kim als „guten Vater“.[7] Kim Ju-ae soll einen älteren Bruder (* 2010) haben, der eine Behinderung haben soll, sowie ein jüngeres Geschwisterkind (* 2017) unbekannten Geschlechts.[6][8] Über ihren Vornamen gibt es widersprüchliche Angaben; neben der international verbreiteten Schreibung „Ju-ae“ berichtete ein kürzlich übergelaufener Diplomat, sie heiße in Wahrheit „Ju-ye“.[9]

Südkoreas Nationaler Nachrichtendienst (NIS) berichtete 2023, Kim Ju-ae werde auf rund zehn Jahre geschätzt, interessiere sich für Reiten, Skifahren und Schwimmen und werde in Pjöngjang zu Hause unterrichtet.[3] Im Januar 2024 informierte der NIS Abgeordnete, sie sei die „am ehesten“ denkbare Nachfolgerin Kim Jong-uns, wenngleich viele Variablen (u. a. ihr Alter und innerstaatliche Machtstrukturen) bestünden.[3] 2025 wurde ihr Alter auf etwa 12 bis 13 Jahre geschätzt.[3]

Öffentliches Auftreten und Nachfolgedebatte

Kim Ju-ae wurde erstmals im November 2022 bei einem Raketenstart der Öffentlichkeit vorgestellt.[2][5] Im Jahr 2023 hatte sie insgesamt 17 öffentliche Auftritte,[10] so wurde sie unter anderem im Februar 2023 mit ihrem Vater bei einer Feierlichkeit zum Tag des strahlenden Sterns gesehen[11] und im September 2023 erschien sie bei einer Parade zum 75. Jahrestag der Gründung der Republik erneut in der Öffentlichkeit.[12] Die Staatsmedien bezeichneten sie zunächst als „geliebte“ Tochter von Kim Jong-un, begannen jedoch bald darauf, das Adjektiv „respektiert“ zu verwenden, welches üblicherweise angesehenen Persönlichkeiten vorbehalten ist.[13][3] Einige Analysten deuten das erhöhte öffentliche Profil als Versuch, die Kim-Familie im Stil einer traditionellen Monarchie zu präsentieren oder innerelitäre Rivalitäten zu moderieren.[14][15] Entsprechend kam es zu Spekulationen, sie sei als Nachfolgerin ihres Vaters vorgesehen; offizielle Bestätigungen dafür gibt es nicht.[13][16][17][18]

Im Juni 2025 erschien Kim Ju-ae zusammen mit ihrem Vater bei der Eröffnung des Küstenferiengebiets Wonsan Kalma; nordkoreanische Staatsmedien verbreiteten entsprechende Aufnahmen.[3] Am 2. September 2025 traf sie mit Kim Jong-un in Peking ein, wo er erstmals an einem multilateralen Treffen teilnahm. Auf Bildern ist zu sehen, wie sie bei der Ankunft an seinem Arm steht und gemeinsam mit ihm von ranghohen chinesischen Funktionären – darunter Cai Qi und Wang Yi – begrüßt wird; es handelte sich zugleich um ihren ersten bekannten Auslandsauftritt.[3] Der südkoreanische Geheimdienst teilte am 11. September 2025 mit, dass er die Reise als Festigung ihres Status als mutmaßliche Erbin ihres Vaters bewertet.[19]

Am 1. Januar 2026 trat sie erstmals im Kumsusan-Palast der Sonne – dem Mausoleum für Kim Il-sung und Kim Jong-il – öffentlich an der Seite ihres Vaters in Erscheinung, was als weiterer Hinweis auf eine geplante Machtübergabe gedeutet wurde.[9] Ihre Präsenz neben strategischen Waffensystemen – etwa in der Bildberichterstattung zu Interkontinentalraketen – dient nach Einschätzung von Beobachtern der Vermittlung von Autorität; hochrangige Offiziere zeigen ihr in staatlichen Inszenierungen deutliche Ehrerbietung.[9] Staatsmedien präsentierten sogar ihr bevorzugtes Reitpferd, ein weißes Pferd, dessen Motiv an die Ikonografie des Kim-Il-sung-Kults anknüpft.[9] Eine von Nikkei ausgewertete Sendeanalyse verzeichnete für die Jahre 2022 bis 2024 Auftritte „öfter als jeden zweiten Tag“ im nordkoreanischen Fernsehen.[9] Neben militärischen Ereignissen zeigte sie sich zunehmend bei diplomatischen Anlässen, darunter eine Zeremonie in der russischen Botschaft in Pjöngjang sowie die hoch beachtete Reise nach Peking im September 2025.[9]

Südkoreanische Stellen sehen sie inzwischen als wahrscheinlichste Nachfolgerin; im Vorfeld eines demnächst erwarteten Parteitags der Arbeiterpartei halten Beobachter Schritte zur formellen Aufwertung ihres Status für möglich.[9] Zugleich werden mögliche Hürden betont: Zwar haben unter Kim Jong-un mehrere Frauen zentrale Positionen erreicht – etwa seine Schwester Kim Yo-jong sowie Außenministerin Choe Son-hui –, doch eine Frau an der Staatsspitze könnte mit patriarchalen Traditionen und der dynastisch betonten männlichen Linie kollidieren.[9] Ferner kursieren Berichte über einen Sohn Kim Jong-uns; manche Deutungen sehen in der starken Sichtbarkeit der Tochter deshalb auch eine Zwischenlösung, bis ein männlicher Erbe herangereift ist.[9] Die frühe und systematische Sichtbarmachung wird zudem als Lehre aus der abrupten Nachfolgesituation nach dem Schlaganfall Kim Jong-ils 2008 gelesen; im Unterschied zur Machtkonsolidierung ab 2011, welche die Ausschaltung innerfamiliärer Rivalen einschloss, könnte Kim Jong-un die Übergabe diesmal langfristiger vorbereiten.[9]

Philatelie

Zur Erinnerung an den Raketenstart am 18. November 2022 enthüllte die staatliche Korea Stamp Corporation am 15. Februar 2023 neue Briefmarken mit Kim Ju-ae.[20]

Stammbaum

Weitere Informationen Stammbaum ...
Stammbaum[21][22]
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kim Bo-hyon
1871–1955
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kim Hyong-jik
1894–1926
 
Kang Pan-sok
1892–1932
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kim Jong-suk
1917–1949
 
Kim Il-sung
1912–1994
 
Kim Song-ae
1924–2014
 
Kim Yŏng-ju
1920–2021
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kim Young-sook
* 1947
 
 
Song Hye-rim
1937–2002
 
Kim Jong-il
1941[23]–2011
 
Ko Yong-hi
ca. 1952–2004
 
Kim Ok
* 1964
 
Kim Kyŏng-hŭi
* 1946
 
Jang Song-thaek
1946–2013
 
Kim Pyong-il
* 1954
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kim Sol-song
* 1974
 
Kim Jong-nam
1971–2017
 
Kim Jong-chol
* 1981
 
Kim Jong-un
* 1984[24]
 
Ri Sol-ju
* 1989
 
Kim Yo-jong
* 1987
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kim Han-sol
* 1995
 
 
 
 
 
 
 
Kim Ju-ae
* ca. 2012
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Einzelnachweise

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