Kirche Auligk

Kirchengebäude in Groitzsch, Landkreis Leipzig, Sachsen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die evangelische Kirche Auligk ist eine im Kern romanische Saalkirche im Ortsteil Auligk von Groitzsch im Landkreis Leipzig in Sachsen. Sie gehört zur Kirchengemeinde Groitzsch im Kirchenbezirk Leipziger Land der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.

Kirche Auligk (2025)
Südwestansicht (2013)

Geschichte und Architektur

Von der ursprünglich romanischen Chorturmkirche ist das querrechteckige Chorturmjoch erhalten. Eine Erweiterung des Chores und eine Einwölbung mit Rippengewölbe erfolgte vermutlich im 15. Jahrhundert. In den Jahren 1668–1671 wurden eine Umgestaltung des Saales und eine Erweiterung des Turmes zu quadratischem Grundriss vorgenommen. Vermutlich im Jahr 1702 erfolgte eine Vergrößerung des Saales nach Süden. Restaurierungen wurden in den Jahren 1957/58 und 1987–89 durchgeführt. Das Bauwerk ist ein Putzbau, der eingezogene Chorturm wird durch eine Schweifhaube bekrönt und durch Spitzbogenfenster, am Saal durch hohe Flachbogenfenster erhellt.

Der flachgedeckte Saal ist asymmetrisch an den Chor angeschlossen, die ungleichen Chorjoche sind mit zwei quadratischen Kreuzrippengewölben überspannt. Doppelgeschossige Emporen auf massiven, bis zur Decke reichenden Pfeilern umgeben den Saal an drei Seiten.

Ausstattung

Das Hauptstück der Ausstattung ist ein auf das Jahr 1639 datierter, hölzerner Altaraufsatz. Er zeigt in der Predella ein Gemälde der Familie des Stifters Friedrich von Ponickau, darüber ein manieristisches Abendmahlsgemälde.

Die reich verzierte Spätrenaissance-Kanzel aus dem Jahr 1628 besteht aus einem polygonalen Korb mit Säulengliederung, Beschlagwerk und Halbfigurenbildern von Christus und den Evangelisten. Ein großer herb-volkstümlicher hölzerner Kruzifixus ist ein Werk aus der Zeit um 1500.

Die heutige Orgel ist ein Werk von Paul Schmeisser aus der Zeit um 1880 mit elf Registern auf zwei Manualen und Pedal.[1] Sie stammt aus der aufgegebenen Kirche des devastierten Dorfes Rüben und wurde in einen älteren Prospekt eingebaut. Vorher hatte die Kirche eine Orgel von Gottfried Silbermann aus dem Jahr 1722, die 1956 an die St.-Kilian-Kirche in Bad Lausick verkauft wurde, da die Gemeinde die erforderliche Restaurierung nicht finanzieren konnte. Das Geläut der Kirche besteht aus drei Bronzeglocken, die 1868 und 1929 gegossen wurden.[2]

Grabdenkmäler aus Sandstein erinnern an Jacob von Thor († 1561) mit einer Darstellung des Verstorbenen in Rüstung; an eine Tochter von Thor († 1562), vor dem Kreuz kniend; in Form eines Obelisken mit figürlichen Darstellungen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Literatur

Commons: Kirche Auligk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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