Kirche Getürms
Kirchengebäude in Billertshausen, Alsfeld, Vogelsbergkreis, Hessen
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Die evangelisch-unierte Kirche Getürms (auch Gethürms) steht auf einem Hügel in einsamer Lage, umgeben von der alten Friedhofsummauerung zwischen den Stadtteilen Angenrod und Billertshausen von Alsfeld im Vogelsbergkreis in Hessen. Die Kirchengemeinde gehört zum Dekanat Vogelsberg in der Propstei Oberhessen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.




Geschichte
In einer Urkunde von 1339 erscheint urkundlich der Ortsname. Die Stelle lautet: „… an dem gerihte zu Geduren …“[1] Dann heißt es 1499 „… zu Gedorns“.[2] Eine Beschreibung der Ortslage findet sich 1572: „… zwischen Bellershaußen und Gedörne.“[3] Der heutige Name „Gethürms“ beruht auf einer Umdeutung des Ortsnamens aus dem Jahre 1730: „Gethürms“.[4]
Der eigentliche Ortsname ist die Übertragung des mhd. „gedürne“ auf einen bestimmten Siedlungsplatz und verweist auf einen Dornbusch.[5]
Beschreibung
Der aus dem Mittelalter stammende Vorgängerbau der heutigen Kirche wurde 1702 abgebrochen. Nur der alte Kirchturm im Westen mit vermauerten Klangarkaden aus dem 13. und 14. Jahrhundert blieb stehen. Die aus Bruchsteinen gebaute Saalkirche hat einen dreiseitig geschlossenen Chor im Osten. Sie wurde die unter der Verwendung des älteren Mauerwerks 1702/03 umgebaut. Der Rest des ursprünglichen Bogens, der Zugang in das Erdgeschoss des Turms gewährte, ist im Turmaufgang sichtbar. Der Außenbau ist abgesehen von den Ecksteinen steinsichtig verputzt. Das Kirchenschiff und der Chor haben hohe Bogenfenster. Über dem Portal und im Südwesten befinden sich Ochsenaugen mit mehrfach gestuftem Gewände.
Der durchgehend von einem verputzten hölzernen Tonnengewölbe oberhalb eines Kappgesimses überspannte Innenraum wird durch doppelgeschossige Emporen geprägt, die an der West- und Nordwand über Pfeilern mit angedeuteten Kapitellen und Knaggen aufsteigen. Die Brüstungen sind mit Aposteln und Evangelisten bemalt, im Westen, unterhalb der Orgel sind Christus und Maria dargestellt.
Zur Kirchenausstattung gehören drei spätgotische hölzerne Plastiken, ein Kruzifix, ein Marienbildnis und der Erzengel Michael. Aus spätgotischer Zeit stammt das Sakramentshaus. Die Kanzel mit ihrem Schalldeckel stammt vom Ende des 18. Jahrhunderts. Der steinerne Teil des Turms setzt sich in einem schiefergedeckten Aufsatz fort, dessen oberer achtseitiger Teil mit Klangarkaden versehen ist. Bedeckt ist er mit einer glockenförmigen Haube, bekrönt mit einer Laterne.
Orgel
Die Orgel erbaute Heinrich Rohlfing 1963 unter Verwendung eines älteren Werks eines unbekannten Erbauers aus der Evangelischen Kirche Beienheim hinter den Prospekt vom Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts. Sie umfasst sechs Register auf einem Manual und Pedal. Die Trakturen sind mechanisch. Die Disposition lautet:[6]
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- Koppeln: I/P
Literatur
- Folkhard Cremer, Tobias Michael Wolf (Bearb.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen I. Die Regierungsbezirke Gießen und Kassel. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2008, ISBN 978-3-422-03092-3, S. 110 (dehio.org).