Kirche Großschirma
Saalkirche mit mächtigem, spätromanischem Wehrturm, imposante wehrhafte Einfriedungsmauer, baugeschichtlich und ortsgeschichtlich von Bedeutung. Verputzter Bruchsteinbau mit eingezogenem dreiseitigem Chor mit Strebepfeilern, Kirchenschiff und Chor
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Die evangelische Dorfkirche Großschirma ist eine im Kern spätromanische, spätgotisch umgebaute Saalkirche in Großschirma im Landkreis Mittelsachsen in Sachsen. Sie gehört zur Kirchengemeinde Großschirma im Kirchenbezirk Freiberg der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.


Geschichte und Architektur
Die Saalkirche mit einem mächtigen, romanischen Westturm erhielt vermutlich um 1500 einen Chor, die Baugeschichte des Saals ist ungeklärt; im Dachstuhl ist ein zweiter, älterer und kleinerer Ostgiebel sichtbar. Mehrfache Erneuerungen erfolgten im 17. und 18. Jahrhundert, darunter im Jahr 1727 durch Johann Christian Simon und Samuel Stecher. In den Jahren 1832–34 wurde die spätgotische Ausstattung entfernt, 1890 erhielt der Turm einen Ost- und Westgiebel sowie einen Dachreiter, der ursprünglich demjenigen von St. Nikolai in Langhennersdorf ähnlich war. Eingreifende Veränderungen wurden im Innern im Jahr 1968 vorgenommen. Restaurierungen erfolgten im Jahr 1989 und 1994–96 am Turm.
Das Bauwerk ist ein verputzter Bruchsteinbau mit eingezogenem, dreiseitigem Schluss mit Strebepfeilern, die spitzbogigen Fenster wurden verändert. Der Saal wird durch hohe Rundbogenfenster erhellt, darunter an der Südseite ein Spitzbogenfenster.
Im Innern ist ein Sternrippengewölbe im Chor eingezogen; zum Saal vermittelt ein kräftig profilierter Chorbogen. Das Gewände des Spitzbogenfensters im Saal ist mit einer Kehlfase profiliert. Im Erdgeschoss des Turms ist ein Spitztonnengewölbe eingezogen. Eine Sakramentsnische mit Eisentür ist erhalten.
Ausstattung
Die Orgel ist ein Werk von Carl Eduard Schubert aus dem Jahr 1886 mit heute 15 Registern auf zwei Manualen und Pedal, das nach einer Umdisponiertung durch Reinhard Schmeisser 1968 im Jahr 2012 durch Georg Wünning restauriert wurde.[1]
Umgebung
Der Pfarrhof wurde nach einem Brand von 1565 neu erbaut; 1566 wurde das Pfarrhaus im Norden und 1590 das südlich gelegene Vorderhaus als Substituten-Wohnung erbaut; beide Gebäude erhielten 1665 (nach einem Datum im Unterzugbalken) eine Verbindung durch das langgestreckte westliche Seitengebäude.
Das Pfarrhaus ist mit verbrettertem Fachwerkobergeschoss ausgeführt; im Erdgeschoss befinden sich überwölbte Stallungen; im Obergeschoss ist eine Studierstube mit farbiger Stuckdecke aus dem Jahr 1733 eingerichtet. Das Vorderhaus ist mit Durchfahrt und Fachwerkobergeschoss gestaltet, das Seitengebäude in Fachwerk ausgeführt, das Erdgeschoss ursprünglich geöffnet.
Literatur
- Barbara Bechter, Wiebke Fastenrath, Heinrich Magirius (Bearb.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen II. Die Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1998, ISBN 3-422-03048-4, S. 366–367 (dehio.org).