Kirche Tylsen
Kirchengebäude in Salzwedel, Altmarkkreis Salzwedel, Sachsen-Anhalt
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Die evangelische Dorfkirche Tylsen ist eine im Kern spätmittelalterliche, neuzeitlich überarbeitete Saalkirche im Ortsteil Tylsen von Salzwedel im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zum Pfarrbereich Diesdorf im Kirchenkreis Salzwedel der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Geschichte und Architektur
Die im Kern mittelalterliche Kirche wurde im 15. Jahrhundert in Feldstein erbaut und ist nach spätmittelalterlicher Art verputzt. Zwei Hölzer aus dem Dachwerk des Schiffs wurden dendrochronologisch auf die Jahre 1490 und 1585 datiert.[1] Die Kirche erhielt um 1600 querhausartige seitliche Anbauten und einen flachbogigen Ostschluss, wobei auch die Altarsituation völlig verändert wurde. Die Patronatsherren der Familie von Knesebeck veranlassten eine aufwändige neugotische Überarbeitung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der in den Jahren 1859/60 dem Saal vorgestellte Glockenturm aus Backstein mit Drillingsfenstern im Obergeschoss ist mit einem Satteldach zwischen zwei neugotischen Treppengiebeln bedeckt und wird von einem spitzen und schlanken Dachreiter bekrönt. Im Innern ist das Bauwerk flach gedeckt.
Ausstattung
Die einheitliche Ausstattung entstand unter Verwendung älterer Details durch den Kunsttischler Kliemek aus Salzwedel im Jahr 1851; an der Westempore und an dem Patronatsstuhl an der Nordseite wurden Schnitzwerke des im Jahr 1840 abgebrochenen Hauses Schmiedestraße 27 in Salzwedel von 1534 wiederverwendet. Die ehemalige Pfette ist mit spätgotischem Rankenornament verziert, von den ehemaligen Ständern stammen 21 Relieffiguren, die Heilige und Handwerke darstellen.
Eine geschnitzte Madonna aus Tylsen aus der Zeit um 1400 ist heute im Danneil-Museum in Salzwedel ausgestellt. Eine ehemals wohl zu einem mindestens zweiteiligen Geläut gehörige Glocke aus dem Jahr 1455 mit Minuskelinschrift ist erhalten.[1] Im Jahr 2013 wurde zur Ergänzung des Geläuts eine zweite Glocke mit 500 kg Gewicht geschaffen.[2]
Umgeben wird die Kirche von einem Friedhof mit aufwändigem neugotischem Portal in Backstein von 1851.
Literatur
- Ute Bednarz, Folkhard Cremer (Bearb.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2002, ISBN 3-422-03069-7, S. 946 (dehio.org).