Kirche Wöllmen
romanische Saalkirche mit mächtigem Westturm, ehemals Wallfahrtskirche Liebfrauen, barockes Grabmal auf dem Kirchhof, von baugeschichtlicher, ortsbildprägender und ortshistorischer Bedeutung.
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Die evangelische Kirche Wöllmen ist eine gotische Saalkirche im Ortsteil Wöllmen von Jesewitz im Landkreis Nordsachsen in Sachsen. Sie gehört zum Kirchspiel Krostitz im Kirchenkreis Torgau-Delitzsch der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und kann in der Regel nicht besichtigt werden.[1]


Geschichte und Architektur
Im Jahr 1363 werden eine Wallfahrt zu einem wundertätigen Marienbild in Wöllmen und eine seit hundert Jahren vorhandene Kapelle erwähnt.[2] Die ehemalige Wallfahrtskirche unterstand dem Liebfrauen-Patrozinium. Das heutige Bauwerk ist eine langgestreckte Saalkirche, die im Kern (vor allem der Turm und der westliche Bereich des Saales) vermutlich auf die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts zurückgeht. Umbauten wurden im 15./16. Jahrhundert vorgenommen, wobei der Saal nach Osten verlängert wurde; weitere folgten im 17. Jahrhundert. Eine Erneuerung erfolgte im Jahr 1720.
Das Bauwerk ist eine verputzte Feldsteinkirche mit geradem Ostschluss, der von Strebepfeilern gestützt wird. Der mächtige Westturm ist über quadratischem Grundriss erbaut, mit kleinen Schlitzfenstern versehen und mit einem Zeltdach abgeschlossen. An der Nord- und an der Südwand sind große vermauerte Rundbögen erkennbar, die einst vermutlich zu querhausartigen Anbauten geöffnet waren; an der Südseite befindet sich ein ebenfalls vermauertes Rundbogenportal. An der Süd- und Ostseite befinden sich teils zugesetzte Spitzbogenfenster; die nördliche Saalwand ist fensterlos.
Der Innenraum wird durch eine hölzerne Felderdecke aus dem 17. Jahrhundert abgeschlossen; im Chor haben sich Reste gotischer Gewölbeanfänger erhalten. Einfache Emporen sind an der Nord- und Westseite eingebaut. An der Nordseite befindet sich eine verglaste Patronatsloge, die auf dem Gebälk eine Wappenkartusche zeigt, seitlich davon befinden sich geschnitzte Ranken.

Ausstattung
Die Ausstattung stammt aus der Zeit der barocken Erneuerung. Das Hauptstück ist ein großer Kanzelaltar mit seitlichen Abendmahlsdurchgängen, signiert von Gottfried Wolkewitz aus Eilenburg, der auf das Jahr 1720 datiert ist. In der Predella befindet sich eine gemalte Darstellung des Abendmahls.
Ein Harmonium im Altarbereich wird anstelle einer Orgel verwendet.[2]
Umgebung
Auf dem Friedhof befindet sich ein Grabdenkmal in Porphyr in einfachen Rocailleformen des 18. Jahrhunderts; das Inschriftfeld ist nicht mehr leserlich. Dargestellt sind die Christlichen Tugenden, Glaube und Hoffnung als Personifikationen und Liebe, symbolisiert durch das bekrönte Herz, auf das zwei Putten hinweisen.
Literatur
- Barbara Bechter, Wiebke Fastenrath, Heinrich Magirius (Bearb.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen II. Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1998, ISBN 3-422-03048-4, S. 414–415 (dehio.org).