Kirche von Hustad
Kirchengebäude in Inderøy, Trøndelag, Norwegen
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Die Kirche von Hustad (norwegisch: Hustad kirke) ist eine ehemalige Pfarrkirche in Gangstadhaugen, einem Dorf in der Kommune Inderøy in der norwegischen Provinz Trøndelag. Die heutige Kirche stammt aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Die Kirche gehört zum Kulturerbe der Riksantikvaren und ist im Besitz des Altertumsvereins Fortidsminneforeningen.

Geschichte
Im Mittelalter war Hustad ein wichtiger Adelssitz. Peter Brynjulfsson av Husastad, der von 1225 bis 1226 Erzbischof von Nidaros war, stammt aus dem Ort.[1] Das Holz des Dachstuhls des Kirchenschiffs wurde auf das Jahr 1162/1163 datiert.[2] Der Chor stammt wahrscheinlich aus einer früheren Bauphase. Darauf weisen bauliche Details am Dachstuhl hin.
Um 1650 wurden der Nord- und Südeingang zugemauert, um mehr Platz für die Kirchenbänke zu haben. Ebenso der Chorbogen erweitert und fast die gesamte Innenausstattung erneuert. Außerdem wurde auf den steinernen Turmsockel der hölzerne Aufsatz aufgesetzt. Zudem wurde an der Nordseite des Chors ein hölzerner Anbau errichtet, wofür ein weiterer Eingang mit dem einem geraden Türsturz geschaffen werden musste. Auch das Nordfenster des Chors wurde hierbei vergrößert.[1]
Zwischen 1723 und 1724 ging die Kirche in den Besitz eines privaten Eigentümers über. 1838 wurde sie zurück an das Dorf verkauft und renoviert. Dabei wurde das Innere neu in hellen Farben angestrichen. 1887 war eine neue Kirche, die Kirche von Heggstad, gebaut worden und die Kirche von Hustad wurde Fortidsminneforeningen geschenkt.[2]
Beschreibung

Die im Romanischen Stil erbaute Kirche ist 23,8 Meter lang. Die Kirche besteht aus einem steinernen rechteckigen Chor, einem Kirchenschiff, einem im Verhältnis zum Kirchenschiff relativ großen Turmsockel und einem hölzernen Glockenturm aus dem 17. Jahrhundert.[2] Der steinerne Turmsockel ist vermutlich der untere Teil eines nie fertiggestellten Westturms, ähnlich wie bei der Kirche von Hove, deren Turm erst im 19. Jahrhundert fertiggestellt wurde.
Auf der Nord-, West- und Südseite der Kirche befinden sich Portale. Das Nord- und Südportal sind stilistisch sehr ähnlich. Beide sind schlichte Rundbogenportale ohne Gewände mit einer schlichten viereckigen Säule beidseitig der Tür. Seit dem Umbau im 17. Jahrhundert sind beide Portale zugemauert. Ein weiteres deutlich aufwendigeres Rundbogenportal befindet sich zwischen Westturm und Kirchenschiff und besitzt ein Stufengewände. Die Säulen dieses Portals besitzen ein einfaches Toskanisches Kapitell und keinen Sockel. Das wesentlich aufwendigere Westportal ist als Dreipass ausgeführt und mit einem Chevronmuster verziert. Ein Relief oberhalb der Tür stellt zwei kämpfende Drachen dar, die sich gegenseitig in den Hals beißen. Es weist bereits Merkmale der Spätromanik auf.[1]
Statt einer Friedhofsmauer verläuft um die Kirche die sogenannte Kjerkeplank, ein Holzzaun, der wahrscheinlich ursprünglich aus dem 17. Jahrhundert stammt.[3] Eine solche Einfriedigung ist in Trøndelag einzigartig.
Der Dachstuhl war vor dem Einbau der Holzdecke zum Kirchenschiff hin offen. Dadurch war der Innenraum ursprünglich doppelt so hoch wie heute. Der Dachstuhl wies ursprünglich geschnitzte heidnische Tierköpfe auf, wie sie auch in der Kirche von Mære und der Kirche von Værnes vorkommen. Diese wurden beim Einbau der Holzdecke größtenteils beseitigt. Im Gegensatz zu vielen anderen norwegischen Steinkirchen dieser Zeit weist die Kirche von Hustad keine Nischen beidseitig des Chorbogens auf.[1] Die Kirchen von Mære und Værnes weisen auch sonst eine vergleichbare Bauweise auf. Weitere ähnliche Steinkirchen in Trøndelag, die zur gleichen Zeit auf Initiative der Erzbischöfe von Nidaros entstanden, sind die Alte Kirche von Sakshaug und die Kirche von Stiklestad.[2][3]
- Portale
- Westportal
- Portal zwischen Kirchenschiff und Turmsockel
- Zugemauertes Nordportal
- Detail des Westportals mit Dreipass mit Chevronmuster und Drachenrelief
Ausstattung

Ein Großteil der Ausstattung, darunter die Kanzel mit Baldachin, stammt aus den 1650er Jahren. Lediglich der steinerne Altarunterbau stammt noch aus dem Mittelalter.[2] Unter der Marmorplatte des Altars ist eine Reliquie eines Heiligen, dessen Identität nicht geklärt werden konnte, eingelassen. In der Kirche wurde ebenfalls in den 1650er Jahren eine flache Holzdecke eingezogen, wodurch der Dachstuhl nicht mehr zu sehen ist. Um 1700 wurde der Altar von einem gewissen Johan Bildtsnider erneuert und 1702 wurden die Kanzel und weitere Teile der Innenausstattung neu angestrichen. Das Altarbild stellt ein gemaltes Kruzifix dar. Darunter befindet sich eine Darstellung des letzten Abendmahls. Flankiert wird das Altarbild von zwei Statuen, die Moses und Johannes darstellen. In zwei kreisrunden Miniaturen werden auf der linken Seite die Eherne Schlange und auf der rechten Seite Adam und Eva dargestellt. Über dem Gemälde befindet sich das geschnitzte Monogramm von Friedrich IV. Die Empore stammt hingegen aus dem Jahr 1659. Eine weitere Empore wurde später an der Nordwand entlang gebaut, um noch mehr Gläubige aufzunehmen.[1]