Kirsten Worms
* 1962, Direktorin der hessischen Schlösser- und Gärtenverwaltung
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Kirsten Worms (* 30. Juni 1962 in Bremerhaven; † 11. Mai 2026) war eine deutsche Juristin und von 2018 bis zu ihrem Tod Direktorin der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen.[1]

Biografie
Worms studierte Rechtswissenschaften an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Universität Lausanne sowie vier Semester Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihre berufliche Laufbahn begann sie nach dem Referendariat und dem zweiten Staatsexamen als Referatsleiterin im Thüringer Kunstministerium, wo sie unter anderem für die Klassik Stiftung Weimar zuständig war. Nach einer Station an der Goethe-Universität Frankfurt am Main wechselte sie in das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, wo sie als Ministerialrätin das Kulturbaureferat leitete und schwerpunktmäßig die Kulturbauten in Hessen betreute.[2]
Direktorin der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen
Von 2018 bis zu ihrem Tod leitete Worms die Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen, eine der großen Kulturerbe-Institutionen des Bundeslandes. Die Behörde verantwortet 48 Schlösser, Burgen, Klöster und Ruinen samt historischer Ausstattungen und Anlagen – darunter bedeutende Gartendenkmale und UNESCO-Welterbestätten wie den Osteinschen Niederwald und das Niederwalddenkmal im Welterbe Oberes Mittelrheintal oder das Kloster Lorsch[3]. Zum Bestand gehören 14 Museen und Ausstellungsräume,[4] darunter Schloss Erbach mit den Gräflichen Sammlungen, dem Schöllenbacher Altar und dem Elfenbeinmuseum[5] sowie die Stiftsruine Bad Hersfeld, jährlicher Schauplatz der Bad Hersfelder Festspiele.[6]
Der gesetzliche Auftrag der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen umfasst die denkmalfachliche Bewahrung, wissenschaftliche Erforschung und öffentliche Vermittlung dieser Kulturdenkmäler. Zugleich sollen die historischen Orte als Touristenattraktionen die Landesentwicklung unterstützen.[7] Organisatorisch gliedert sich die Verwaltung in zwölf Außenstellen; die Hauptverwaltung hat ihren Sitz im Schloss Bad Homburg.[8]
Neben der Erhaltung und Pflege der Kulturschätze förderte Worms vermehrt die wissenschaftliche Erforschung der Denkmäler durch Hochschul-Kooperationen wie beispielsweise mit der Goethe-Universität Frankfurt, der Philipps-Universität Marburg und der Hochschule RheinMain in Wiesbaden.[9] Parallel dazu wurde unter ihrer Leitung die Vermittlungsarbeit erweitert. Digitale Formate, die während der Corona-Pandemie eine Zugänglichkeit der Kulturschätze ermöglichten, wurden entwickelt und ausgebaut.
Worms vertrat die Institution gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Sie eröffnete Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen in den Liegenschaften, etwa 2021 die Welterbe-Jubiläumsausstellung des Klosters Lorsch[10][11], oder 2022 die Weilburger Schlosskonzerte.[12]
Gremien und Mitgliedschaften
Worms war Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schlösserverwaltungen (AGDS), einem bundesweiten Zusammenschluss der Schloss- und Gartenverwaltungen in öffentlicher Trägerschaft,[13] sowie von Schlösser und Gärten in Deutschland.
Darüber hinaus war sie Mitglied im Verwaltungsrat der Werner Reimers Stiftung Bad Homburg, im Kunstbeirat des Landes Hessen und in der Historischen Kommission für Nassau.
Familie
Worms war mit dem Verwaltungsjuristen und ehemaligen hessischen Finanzstaatssekretär Martin Worms verheiratet, hatte einen Sohn und lebte in Wiesbaden.[14] Sie starb am 11. Mai 2026 nach kurzer schwerer Krankheit.[15]
Veröffentlichungen
- Bechler, Katharina / Worms, Kirsten (Hg.): Princess Eliza. Englische Impulse für Hessen-Homburg. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2020, ISBN 978-3-7319-1021-3
- Staatliche Schlösser und Gärten Hessen / Formann, Inken / Worms, Kirsten (Hg.): Tempel der Pomona im Schlosspark Bad Homburg. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2021, ISBN 978-3-7319-1156-2
- Bechler, Katharina / Worms, Kirsten (Hg.): Hessen entdecken. Schlösser – Burgen – Klöster – Gärten. Mit Fotografien von Michael Leukel. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2021, ISBN 978-3-7319-1126-5
- Riotte, Torsten / Worms, Kirsten (Hg.): Das Kaiserreich vermitteln. Brüche und Kontinuitäten seit 1918. Wallstein Verlag, Göttingen 2022, ISBN 978-3-8353-4819-6