Awazu Kiyo
blinde japanische Lehrerin, die sich der Ausbildung Sehbehinderter widmete
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Awazu Kiyo (japanisch 粟津 キヨ, wirklicher Name: Kanai Kiyo (金井 キヨ); geboren 1919 in Maki-mura (heute: Jōetsu, Landkreis Higashikubiki, Präfektur Niigata); gestorben 6. September 1988 in der Präfektur Tokio) war eine blinde japanische Lehrerin, die sich der Ausbildung Sehbehinderter widmete.[1]
Leben und Wirken
Kiyo wurde 1919 in Maki-mura als Tochter von Sahai und Chiyo Kanai in eine Familie von Pachtbauern geboren.[2] Im Alter von vier Jahren erblindete Kiyo aufgrund von Mangelernährung.[1][2] Vom neunten Lebensjahr an besuchte sie die Blindenschule Takada, die sie mit 17 Jahren abschloss.[1] Danach setzte sie ihre Ausbildung bis zur Schließung 1945 im „Yōkō-kai-Home“ von Saitō Yuri fort.[2] Von 1943 an studierte Kiyo zudem an der Tokyo Woman’s Christian University, bis sie 1944 in die Präfektur Shizuoka evakuiert wurde.
Nach dem Krieg arbeitete sie bei einem Herausgeber von Werken in Blindenschrift. 1948 wurde sie die erste Vorsitzende des japanischen Verbandes blinder Frauen (日本盲女子連盟, Nihon mekurajosei renmei). Von 1951 an arbeitete Kiyo als Lehrerin an der Blindenschule Takada und heiratete 1953 den Kriegsversehrten Awazu Kiyoshi, mit dem sie zwei Töchter bekam.
Nach ihrer Pensionierung an der Blindenschule 1976 zog sie nach Tokio, wo sie ein Jahr später mit einer Klassenkameradin eine Gesellschaft für erblindete Mädchen und Frauen (失明女子を考える会) gründete. 1986 veröffentlichte Kiyo in der Iwanami Shinsho das Buch „Hikari ni mukatte sake ― Saitō Yuri no shōgai“ (光に向って咲け―斎藤百合の生涯―, etwa: Dem Licht entgegen blühen – Das Leben von Yuri Saitō), in dem sie Saitōs Denk- und Lebensweise vorstellte, wofür sie mit drei Preisen, dem Aoyama-Nao-Preis für Frauengeschichte (Sonderpreis)[Anm. 1] dem Yamakawa-Kikue-Preis und dem Mainichi-Kulturpreis ausgezeichnet wurde.[3]
Kiyo starb 1988 im Alter von 68 Jahren an Leberkrebs.[1]
Rezeption
1987 veröffentlichte Kiyos Klassenkameradin Ichikawa Nobuko 2007 ihr Buch Fumiko no umi mekura shōjo no seishun (ふみ子の海―ある盲少女の青春, etwa: Fumikos Meer – Die Jugend eines blinden Mädchens), für das sie Kiyo Awazu als Vorbild nahm. Das Buch wurde 2007 unter der Regie von Kondō Akio (* 1947) und dem Titel „Fumikos Meer“ (ふみ子の海) verfilmt.[2]
Anmerkungen
- Der Preis wird seit 1986 zu Ehren von Aoyama Nao, einer Forscherin zur Frauengeschichte vergeben.