Klaistow
Ortschaft in Deutschland
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Klaistow ist ein Dorf in Brandenburg. Es ist ein Gemeindeteil von Busendorf, einem Ortsteil der Stadt Beelitz im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Das Dorf steht als Gesamtheit unter Denkmalschutz. Bekannt ist der Ort vor allem für den dortigen Spargelhof Klaistow.
Klaistow Stadt Beelitz | ||
|---|---|---|
| Koordinaten: | 52° 17′ N, 12° 51′ O | |
| Höhe: | 53 m ü. NHN | |
| Einwohner: | 119 (9. Nov. 2022)[1] | |
| Eingemeindung: | 1. Juli 1950 | |
| Eingemeindet nach: | Busendorf | |
| Postleitzahl: | 14547 | |
| Vorwahl: | 033206 | |
Lage von Klaistow in Brandenburg
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Ortsansicht | ||
Lage
Klaistow liegt etwa zehn Kilometer nordwestlich von Beelitz und 20 Kilometer Luftlinie südwestlich der Landeshauptstadt Potsdam am Rande des Naturparks Nuthe-Nieplitz. Der Ort ist noch Teil des Kaniner Luchs und ist im Süden und Osten von weitreichenden Kiefernwäldern des Beelitzer Sander umgeben.
Umliegende Ortschaften sind die Werderaner Ortsteile Bliesendorf im Norden und Glindow im Nordosten, der Ortsteil Ferch der Gemeinde Schwielowsee mit der Wohnsiedlung Kammerode im Osten, Fichtenwalde im Süd-Südosten, Kanin im Südwesten, Busendorf im Westen sowie die wiederum zu Werder gehörende Einzelsiedlung Resau im Nordwesten.
Geschichte und Etymologie
Etymologie
Der als Rundplatzdorf angelegte Ort Klaistow wurde im Jahr 1420 mit der Schreibweise Cleistow erstmals urkundlich erwähnt. Die Anlage als Rundplatzdorf deutet auf eine slawische Ortsgründung hin. Der Ortsname beschreibt die Lage des Dorfes an einem See, dieser See ist jedoch heute nicht mehr existent.[2] Weitere Schreibweisen waren Clestaw im Jahr 1445 sowie Clesto oder Cleisto im Jahr 1802.[3]
15. und 16. Jahrhundert
Die Familie von Rochow zu Plessow[4] besaß zwischen vor 1445 und 1872 die Herrschaft über das Dorf. 1527 verfügte sie zudem über die Kronwiese an der Plane, 1652 auch über 50 Morgen Amtswiesen bei Nauendorf auf dem Lüttsteig an der märkischen Grenze. In den Jahren 1419/1420 hatte der Richter das Gericht mit drei Hufen inne. 1531 wurden zwölf Einwohner mit Haus und Hof genannt: der Schulze, ein Kossät sowie neun weitere Einwohner mit Acker und Wiese; ein weiterer Einwohner besaß lediglich Acker. Im Jahr 1565 wurden dreizehn Abgabenpflichtige aufgeführt, darunter der Schulze, ein Schneider‑Kossät, ein neuer Kossät sowie ein „Heiliger Mann“. 1575 wurden elf Hufner (darunter der Schulze) sowie zwei Kossäten genannt. Der Pfarrer erhielt 24 Scheffel Korn. 1589 erscheinen 14 Abgabenpflichtige, darunter der Schulze, zwei Kossäten und der Hirte.[5]
17. Jahrhundert
1624 wurden vierzehn Abgabenpflichtige genannt, darunter der Schulze, ein Kossät sowie ein Kossät, der zugleich Krüger war. 1640 lebten vier Einwohner im Ort, darunter der Schulze. 1676 wurden fünf Einwohner verzeichnet.[5]
18. Jahrhundert
1743 wurden ein Drei‑Hufner (der Schulze) und zehn Ein‑Hufner genannt, insgesamt dreizehn Hufen. 1764 bestanden erneut ein Drei‑Hufner (der Schulze), zehn Ein‑Hufner sowie ein Kossät; es wurden wiederum 13 Hufen verzeichnet, jede mit einer Aussaat von drei Dresdner Scheffel und vier Metzen. 1777 wurden elf Hufner, ein Kossät und ein Häusler aufgeführt.[5]
19. Jahrhundert
1806 wurden ein Drei‑Hufner, zehn Ein‑Hufner sowie ein Häusler mit zwei Häusern genannt; insgesamt bestanden dreizehn Hufen. 1815 lebten zehn Einwohner im Ort.[5] Bis zu den Befreiungskriegen bildete Klaistow zusammen mit den angrenzenden Dörfern Busendorf und Kanin eine Exklave des Königreich Sachsens innerhalb von Preußen. Nach dem Wiener Kongress kam Klaistow an das Königreich Preußen. Das Gut wurde 1858 als ohne Gehöft bezeichnet; Klaistow bestand aus 18 Wohn- und 44 Wirtschaftsgebäuden. Die Fläche umfasste 3170 Morgen: 7 Morgen Gehöfte, 391 Morgen Acker, 138 Morgen Wiese, 2634 Morgen Wald.[5]
20. und 21. Jahrhundert
1900 wurden in Klaistow 19 Häuser gezählt. Im Jahr 1925 wurde die Gemeinde Klaistow um die Kolonie Fichtenwalde erweitert. 1931 bestand der Ort aus 47 Wohnhäusern mit insgesamt 65 Haushaltungen mit dem Wohnplatz Fichtenwalde. 1939 wurden land- und forstwirtschaftliche Betriebe wie folgt ausgewiesen: sechs Betriebe mit über 100 Hektar, ein Betrieb mit 20–100 Hektar, vier Betriebe mit 10–20 Hektar, sieben Betriebe mit 5–10 Hektar sowie 26 Betriebe mit 0,5–5 Hektar.
Im Jahr 1946 wurden insgesamt 994,05 Hektar enteignet, darunter 92,8 Hektar Ackerland, 40,6 Hektar Wiese, 857,6 Hektar Wald und 2,9 Hektar Ödland. Von dieser Fläche erhielten die Gemeinden Wildenbruch 110 Hektar und Wittbrietzen 234 Hektar als Waldzulage.[5] Klaistow war ursprünglich überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Zu DDR-Zeiten gab es eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG), die in den 1960er Jahren mit den LPGen aus Busendorf und Kanin zur LPG „Freiheit“ zusammengelegt wurde. Am 1. Juli 1950 wurde die Gemeinde Klaistow zusammen mit Kanin in die Nachbargemeinde Busendorf eingemeindet. Bereits zuvor, nach dem Einmarsch der Roten Armee im Jahr 1945, wurde der Wohnplatz Fichtenwalde aus Klaistow ausgegliedert und eine eigenständige Gemeinde. Aufgrund der geringen Gemeindegröße gab es nur eine Dorfkirche in Kanin, auch die Kinder des Ortes gingen in Kanin zur Schule. Nach der politischen Wende wurde in Klaistow vermehrt mit dem Anbau von Spargel begonnen.
Während der Zugehörigkeit zu Preußen lag die Gemeinde Klaistow im Landkreis Zauch-Belzig. Dieser wurde zur DDR-Kreisreform am 25. Juli 1952 aufgelöst und Klaistow kam in den Kreis Potsdam-Land im Bezirk Potsdam. Nach der Wende wurde der Kreis Potsdam-Land in den Landkreis Potsdam umbenannt, dieser fusionierte am 6. Dezember 1993 mit den Landkreisen Belzig und Brandenburg-Land zum heutigen Landkreis Potsdam-Mittelmark. Am 31. Dezember 2001 wurde die Gemeinde Busendorf nach Beelitz eingemeindet, seitdem ist Klaistow ein Gemeindeteil von Beelitz.
Spargelhof Klaistow

Überregional bekannt ist Klaistow insbesondere für den dortigen Spargel- und Erlebnishof Klaistow. Dieser wurde im Jahr 1990 eröffnet und bietet neben dem Anbau von Spargel vor allem Aktivitäten für Kinder wie beispielsweise einen Kletterwald und einen Erlebnisspielplatz an. Die Ausstellung von Kürbissen ist nach eigenen Angaben die größte Berlin-Brandenburgs.[6]
Einwohnerentwicklung
| Einwohnerentwicklung in Klaistow von 1875 bis 1946[7] | |||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | ||||||
| 1875 | 126 | 1910 | 129 | 1933 | 532 | 1946 | 151 | ||||||
| 1890 | 105 | 1925 | 216 | 1939 | 837 | ||||||||
Die starke Bevölkerungsrückgang zwischen 1939 und 1946 ist auf die Ausgliederung der Gemeinde Fichtenwalde zurückzuführen. 1945 hatte die Gemeinde Klaistow etwa 1550 Einwohner, davon lebten 150 in Klaistow und etwa 1400 in Fichtenwalde.
Verkehrsanbindung
Der öffentliche Personennahverkehr wird unter anderem durch den PlusBus des Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg erbracht. Folgende Verbindungen führen, betrieben von der Regiobus Potsdam-Mittelmark, durch Klaistow:
- Linie 641: Beelitz ↔ Beelitz-Heilstätten ↔ Fichtenwalde ↔ Klaistow ↔ Glindow ↔ Werder
- Linie 645: Beelitz ↔ Beelitz-Heilstätten ↔ Fichtenwalde ↔ Klaistow ↔ Lehnin ↔ Brandenburg
Durch Klaistow führt die Landesstraße 88 zwischen Lehnin und Beelitz sowie die Landesstraße 90 nach Werder. Die Bundesautobahn 10 mit der Anschlussstelle Glindow ist etwa drei Kilometer und die Bundesautobahn 9 mit der Anschlussstelle Beelitz-Heilstätten etwa fünf Kilometer entfernt.
Weblinks
Literatur
- Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 191 und 192)
