Klaus Lieb

deutscher Psychiater From Wikipedia, the free encyclopedia

Klaus Lieb (* 9. August 1965 in Sevelen) ist ein deutscher Psychiater. Seit 2007 ist er Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz und seit 2020 wissenschaftlicher Geschäftsführer des Leibniz-Instituts für Resilienzforschung Mainz. Er ist Bruder von Ludger Lieb.

Werdegang

Klaus Lieb studierte von 1985 bis 1992 Humanmedizin und Philosophie an den Universitäten Ulm, Tübingen und Los Angeles. Nach seiner Dissertation zum Dr. med. wurde er Assistenzarzt bzw. wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Abteilungen Innere Medizin I und Anatomie und Zellbiologie der Universität Ulm. Von 1994 bis 1999 arbeitete er als wissenschaftlicher Angestellter an den Abteilungen Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurologie des Universitätsklinikums Freiburg, wo er sich 1999 für das Fach Psychiatrie habilitierte. 2001 wurde er Leitender Oberarzt und stellvertretender Direktor der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg. Seit 2007 ist er Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz[1] und seit 2025 Sprecher des an der Universitätsmedizin neu gegründeten Departments für Prävention und Psychosoziale Medizin.[2] Seit 2020 ist er außerdem wissenschaftlicher Geschäftsführer des Leibniz-Instituts für Resilienzforschung in Mainz.[3]

Er war von 2009 bis 2023 ordentliches Mitglied der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft und dort von 2014 bis 2023 Vorsitzender des Fachausschusses „Transparenz und Unabhängigkeit“. Von 2009 bis 2018 war er ordentliches Mitglied im wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie der Bundesärztekammer. Seit 2025 ist er Mitglied im Hochschulrat der Johannes Gutenberg Universität Mainz.[4]

Klaus Lieb schreibt seit September 2025 die zweiwöchentlich erscheinende Kolumne „Kopfsachen“ in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.).[5]

Die Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit sind systematische Reviews und Metaanalysen bei psychischen Erkrankungen (v. a. Borderline Persönlichkeitsstörung) und die Erforschung von Resilienzfaktoren, Resilienzmechanismen und Resilienzverläufen sowie die Therapieresponse-Prädiktion bei affektiven Störungen. In den Jahren 2009 bis 2020 hat er sich darüber hinaus mit „Cognitive enhancement“ und Hirndoping beschäftigt. Außerdem beforscht er Interessenkonflikte in medizinischer Klinik und Forschung.

Klaus Lieb ist Autor von mehr als 350 wissenschaftlichen Fachartikeln[6] sowie Herausgeber und Autor von Standardlehrbüchern der Psychiatrie und Psychotherapie (Intensivkurs Psychiatrie und Psychotherapie[7] und 50 Fälle Psychiatrie und Psychotherapie[8]), die auch in einer ukrainischen[9] bzw. polnischen Übersetzung vorliegen.

Lieb ist Mitbegründer der Initiative MEZIS e.V. (Mein Essen Zahl ich Selbst)[10][11] und war von 2007 bis 2011 deren Vorsitzender. Unter seiner Mitwirkung wurden an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz umfassende Richtlinien zur Einschränkung des Einflusses der Pharmaindustrie auf die ärztliche Tätigkeit umgesetzt.[12]

Auszeichnungen

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • K. Lieb (Hrsg.): Intensivkurs Psychiatrie und Psychotherapie. Elsevier – Urban & Fischer, München, 10. Auflage, 2023
  • K. Lieb, B., N. Dreimüller, G. Jacob: 50 Fälle Psychiatrie und Psychotherapie. Typische Fallgeschichten aus der Praxis. Elsevier – Urban & Fischer, 7. Auflage, 2024
  • K. Lieb, Klemperer D, Ludwig WD (Hrsg.): Interessenkonflikte in der Medizin. Hintergründe und Lösungsmöglichkeiten. Springer, 1. Auflage (2011)

Einzelnachweise

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