Klaus Thunemann

deutscher Fagottist From Wikipedia, the free encyclopedia

Klaus Thunemann (* 19. April 1937 in Magdeburg; † 29. August 2025 in Hannover) war ein deutscher Fagottist und Hochschullehrer.

Leben

Nach dem Studium an der Hochschule für Musik in Berlin bei Willy Fugmann erhielt Thunemann Engagements als Solo-Fagottist beim Sinfonieorchester Münster und zwischen 1962 und 1978 beim NDR Sinfonieorchester in Hamburg. Beim 14. Internationalen Musikwettbewerb der ARD 1965 gewann er den Preis für Fagott.[1][2] Nach Lehrtätigkeit an der Hochschule für Musik und Theater Hannover seit 1978 wurde er 1997 Professor an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. Während seiner Zeit als Professor ermöglichte Thunemann unzähligen Schülern bedeutende Positionen in Orchestern im In- und Ausland (Berliner Philharmoniker, Concertgebouw-Orchester, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und viele andere). Im Sommer 2005 wurde er emeritiert. Seit 2008 war er Professor an der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid.[3][4] An der Barenboim-Said-Akademie gehörte er als Professor für Kammermusik dem Lehrkörper an.[5]

Thunemann arbeitete als Solist mit vielen bedeutenden Dirigenten und Orchestern sowie als Kammermusiker mit Künstlern wie Heinz Holliger und András Schiff. Es liegen zahlreiche Einspielungen von ihm vor; 1974 arbeitete er auch im Bereich des Jazz (Michael Naura Vanessa).[6] Im Jahre 2006 erhielt Klaus Thunemann für sein langjähriges Wirken als Künstler und Pädagoge das Bundesverdienstkreuz. Als 2012 das Fagott zum Instrument des Jahres ernannt wurde, fungierte er als Schirmherr für das Projekt.[7][8] Er war Ehrenmitglied der International Double Reed Society.[9]

Schüler von ihm sind unter anderem Sergio Azzolini, Dag Jensen, Gustavo Núñez, Nikolaus Maler und Stefan Schweigert.

Klaus Thunemann starb im August 2025 im Alter von 88 Jahren in Hannover.[10][11][12]

Publikationen

  • Vom Schüler zum Künstler – oder: Die Tonleiter ist kein Gymnastikgerät. In: ‘rohrblatt – Die Zeitschrift für Oboe, Klarinette, Fagott und Saxophon. Band 7, Nr. 3, 1992, ISSN 0944-0291, S. 145–149.
  • Wie früher die Tasche des Postboten. Probleme des Fagottspiels. In: ‘rohrblatt – Die Zeitschrift für Oboe, Klarinette, Fagott und Saxophon. Band 11, Nr. 1, 1995, ISSN 0944-0291, S. 6–8.

Literatur

  • Heike Fricke: „Ich brenne immer noch!“ Ein Interview mit dem Fagottisten Klaus Thunemann. In: ‘rohrblatt – Die Zeitschrift für Oboe, Klarinette, Fagott und Saxophon. Band 27, Nr. 1, 2012, ISSN 0944-0291, S. 44 (Volltext [PDF; 233 kB; abgerufen am 1. Januar 2024]).
  • Klaus Thunemann bei AllMusic (englisch)
  • Tonträger von Klaus Thunemann im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Raliza Nikolov: Um der Liebe zur Musik willen. Klaus Thunemann wird 85. In: Welt der Musik. Norddeutscher Rundfunk, NDR Kultur, 18. April 2022;.
  • Aus Liebe zur Musik. Der Fagottist Klaus Thunemann wird 85. Gespräch mit Raliza Nikolov. In: Musikszene. Deutschlandfunk, 19. April 2022, archiviert vom Original am 22. April 2022;.

Einzelnachweise

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