Schmalspurbahn Králův Dvůr–Koněprusy
Schmalspurbahnstrecke
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Die Schmalspurbahn Králův Dvůr–Koněprusy war eine schmalspurige Industriebahn in Tschechien, die ursprünglich als Kleinbahn Königshof–Beraun–Koněprus (Drobná dráha Králův Dvůr–Beroun–Koněprusy, kurz: KBK) erbaut und betrieben wurde. Sie begann an der Zementfabrik in Králův Dvůr (Königshof) und führte im Böhmischen Karst über Beroun (Beraun) zu den Kalksteinbrüchen bei Tetín und Koněprusy.
| Králův Dvůr cementárna–Koněprusy | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Streckenlänge: | 10,534 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Spurweite: | 760 mm (Bosnische Spur) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Maximale Neigung: | 30 ‰ | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Minimaler Radius: | 60 m | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckengeschwindigkeit: | 25 km/h | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Geschichte
Erste Pläne für den Bau einer nichtöffentlichen Industriebahn datieren von 1887. Sie wurden jedoch nicht genehmigt.
Im Jahr 1895 beantragte die Prager Baufirma Franz Schön und Söhne die Konzession für eine nur dem Güterverkehr dienende, schmalspurige Lokalbahn, die auch dem öffentlichen Verkehr dienen sollte. Die Konzession für eine „schmalspurige Kleinbahn mit Dampfbetrieb von Beraun nach Koněprus und von Beraun nach Königshof mit Abzweigungen“ wurde nach einer Überarbeitung des Projektes am 21. Februar 1897 erteilt. Der Konzessionär wurde verpflichtet, den Bau der Strecken sofort zu beginnen und binnen einem Jahr fertigzustellen. Die Konzessionsdauer war auf 60 Jahre festgesetzt.[4]
Die Bauarbeiten führten insbesondere einheimische Firmen aus. Den Bau der Tunnel sowie das Ausbrechen der Einschnitte übernahmen darin erfahrene italienische Fremdarbeiter. Am 9. Mai 1898 wurde die Strecke für den öffentlichen Güterverkehr eröffnet. Die Zweigbahn zum Bílý lom (Weißer Bruch) wurde 1899 in Betrieb genommen, die neu errichtete Zementfabrik in Beroun wurde 1901 angeschlossen. 1903 wurde in Koněprusy die Zweigbahn zum Císařský lom (Kaiserbruch) gebaut.
Zum 30. März 1911 wurde die bisherige Aktiengesellschaft in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt. Die Firma lautete nun Kleinbahn Königshof–Beraun–Koněprus, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Prag (tschechisch: Malodráha Králův Dvůr–Beroun–Koněprusy, společnost z ručením omezeným se sídlem v Praze).
Infolge der Weltwirtschaftskrise ab 1929 schlossen die meisten Brüche und der Verkehr auf der Strecke ging zurück. Im Jahr 1936 wurden daraufhin die Ladestellen Tetín und Kobyla geschlossen.
In den 1930er Jahren strebte die Königshofer Zementfabrik eine Umwandlung der Strecke in eine private Anschlussbahn an. Dieses Vorhaben stieß jedoch auf Widerstand in der örtlichen Bevölkerung und der Landbesitzer im Bahngebiet. Im Jahr 1939 gelang es der Zementfabrik, die Mehrheit der Anteile an der KBK zu erwerben. Nach dem vermutlich die verantwortlichen Beamten und Anwälte in Prag bestochen worden waren, genehmigte das Eisenbahnministerium im Jahr 1943 die Umwandlung in eine nichtöffentliche Anschlussbahn der Königshofer Zementfabrik AG.

In den Jahren 1940 bis 1942 entstand die Zweigbahn zum Modrý lom („Blauer Bruch“), wofür ein längerer Tunnel errichtet werden musste. In jener Zeit verschwand hingegen der Tunnel unter dem Zlatý kůň infolge Abtragung des Deckgebirges.
Am Ende des Zweiten Weltkrieges bombardierte die United States Army Air Forces (USAAF) am 17. April 1944 den Eisenbahnknoten Beroun. Dabei wurde auch der Bahnhof der Schmalspurbahn schwer beschädigt. Ein Eisenbahnverkehr war zunächst nicht mehr möglich.
Nach dem Krieg wurde die Königshofer Zementfabrik AG aufgrund des Dekretes des Präsidenten vom 24. Oktober 1945 enteignet und „nationalisiert“. Sie firmierte fortan als České cementárny a vápenice n.p. Aufgrund steigender Transportmengen lief der Betrieb in den 1950er Jahren auch nachts ohne Unterbrechung.
Anfang der 1960er Jahre wurde der Kalkabbau im neu aufgeschlossenen Großsteinbruch Čertovy schody konzentriert. Čertovy schody erhielt einen normalspurigen Eisenbahnanschluss im Tal des Suchomastský potok. Der Betrieb auf der Schmalspurbahn wurde daraufhin zum 31. Dezember 1962 eingestellt und die Strecke anschließend abgebaut.[5]
Im Jahr 2005 gründete sich der Verein Klub pro obnovu malodráhy K.B.K. (Klub zur Erneuerung der Kleinbahn K.B.K.). Zu diesem Zeitpunkt war die Trasse zwischen Beroun und Koněprusy noch unverbaut, sodass ein Wiederaufbau als Museumsbahn möglich gewesen wäre. Das Projekt wurde lediglich von der Gemeinde Koněprusy unterstützt, sodass eine Realisierung aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht möglich war. Der Verein löste sich 2012 wieder auf.[6]
Streckenbeschreibung
Verlauf
Ihren Beginn hatte die KBK auf dem Areal der Zementfabrik in Králův Dvůr. Von dort führte das Gleis zunächst parallel zur Staatsbahn nach Beroun, wo sich der Betriebsmittelpunkt mit dem Lokomotivschuppen befand. Vom dortigen Bahnhof führte die Strecke dann in stetiger Steigung zunächst südostwärts nach Tetín, um dann nach Umfahrung des Hügels Damil nach Südwesten zu schwenken. An den Bergflanken weiter ansteigend erreichte die Strecke schließlich die oberhalb des namensgebenden Ortes gelegene Station Koněprusy. Die Strecke führte nach dem Bahnhof noch weiter bis zu den Steinbrüchen auf der Südflanke des Zlatý kůň, der in einem 250 Meter langen Tunnel unterquert wurde. Nominaler Endpunkt war die Ladestelle des Steinbruches Žabka, unweit des Eingangs zur 1950 entdeckten Karsthöhle Koněpruské jeskyně.
Betriebsstellen
- Králův Dvůr cementárna
Die Station Králův Dvůr cementárna lag direkt auf dem Gelände der Zementfabrik. Zu Anfang bestand nur ein Umsetzgleis und die Entladung der Wagen erfolgte am Streckenende. Später entstanden mit der Erweiterung der Zementfabrik weitere Gleise.
- Beroun překladiště
Beroun překladiště war der Umladebahnhof zur Staatsbahn. Er lag direkt am Rangierbahnhof in Beroun (heute: Beroun seřaďovací nádrazi).
- Beroun malodraha
Der „Localbahnhof“ in Beroun befand sich westlich des Staatsbahnhofes. Ursprünglich besaß er drei Gleise, die später noch auf vier erweitert wurden. Die Hochbauten des Bahnhofes bestanden aus einem „Administrationsgebäude“, dem Lokomotivschuppen, der Wasserstation und der Wagenwerkstatt. Bei einem Luftangriff auf den normalspurigen Rangierbahnhof am 17. April 1944 wurden das Stationsgebäude, die Wasserstation, die Werkstätten und ein Teil der Gleisanlagen zerstört. Anstelle des Stationsgebäudes entstanden später weitere zwei Gleise. Der Lokomotivschuppen mit der Wagenwerkstatt wurde in veränderter Form wieder aufgebaut.
- Tetín
Die Haltestelle Tetín besaß ein beidseitig eingebundenes öffentliches Ladegleis mit einer 30 Meter langen Rampe. Das Ladegleis wurde am 12. Dezember 1936 aufgelassen und wenig später abgebaut. Außer einem Abort gab es in Tetín keine weiteren Hochbauten.
- Damil

Die Verladestelle Damil lag oberhalb von Tetín an der Flanke des Berges Damil. Sie war die bedeutendste der Unterwegsstationen. Zum Anfang glichen die Anlagen denen in Tetín, bis im Jahr 1907 noch ein zweites Ladegleis mit Rampe erbaut wurde. An der Verladestelle Damil begannen die Zweiggleise zu den Steinbrüchen Hergetův lom und Modrý lom.
- Koněprusy
Die Station Koněprusy lag oberhalb des namensgebenden Dorfes an der Flanke des Zlatý kůň. Er besaß neben dem Hauptgleis noch ein Ausweichgleis mit Verladerampe, an dem sich auch eine Untersuchungsgrube und ein Wasserkran befand. Die Hochbauten bestanden aus einem Wächterhaus mit Kohleschuppen und einem Wasserturm. Direkt an der Einfahrt des Bahnhofs begann bis 1936 die Zweigbahn zum Steinbruch Kobyla. Ein Stück des Zweiggleises diente bis zur Betriebseinstellung noch zur temporären Abstellung von Leerwagen.
- Zlatý kůň
Die Ladestelle Zlatý kůň befand sich kurz vor dem Ende der Strecke. Sie bestand aus einem beidseitig eingebundenem Ladegleis mit einer 30 Meter langen Rampe. Außer einem Abort gab es keine weiteren Hochbauten.
Fahrzeugeinsatz
- Lokomotiven
Als Erstausstattung erwarb die KBK 1897 zwei Tenderlokomotiven bei Krauss in Linz, wie sie später auch von den k.k. Staatsbahnen als Reihe U beschafft wurden. Im Jahr 1908 kam noch eine dritte hinzu. Sie erhielten die Namen TETÍN, KONĚPRUSY und DAMIL.
Während des Zweiten Weltkrieges kamen drei Lokomotiven zur KBK, die nur für den Verschub in den Steinbrüchen vorgesehen waren. Im Jahr 1942 lieferte die Budich AG in Breslau eine zweifach gekuppelte Tenderlokomotive fabrikneu an die KBK. Ein Jahr später erwarb man eine gebrauchte zweifach gekuppelte Tenderlokomotive von der Zementfabrik Horní Srní, die 1873 bei Krauss in München gebaut worden war. Größer war eine vierfach gekuppelte Lokomotive, die ursprünglich von der k.u.k. Heeresbahn stammte. Die 1909 bei der Lokomotivfabrik der StEG in Wiener Neustadt als Typ FB gebaute Lokomotive kam 1944 zur KBK.

Im Jahr 1946 bestellte der nunmehrige Eigentümer České cementárny a vápenice zwei neue, dreifach gekuppelte Tenderlokomotiven des Werkstyps 760 CP 245 bei ČKD in Prag, die 1949 ausgeliefert wurden. Sie erhielten die Namen ZLATÝ KŮŇ und DVOULETKA. Baugleiche Lokomotiven wurden zu jener Zeit auch für die Kohlenbahn Banovići in Jugoslawien gebaut, wo sie bis in jüngere Zeit im Einsatz waren.[7]
Zum 31. Dezember 1951 erwarb man von den ČSD noch eine vierachsige Drehgestelllokomotive der früheren sächsischen Gattung IV K. Die Lokomotive stammte von der Schmalspurbahn Taubenheim–Dürrhennersdorf und war 1945 in der Tschechoslowakei verblieben. Sie wurde ab 1949 mit ihrer DR-Nummer als U 99.554 eingesetzt. Ihr Einsatz endete 1956.[8]
- Wagen
Ringhoffer in Smichow lieferte 1897 die ersten 30 Güterwagen für den Kalksteintransport. Es handelte sich dabei um offene zweiachsige Güterwagen mit niedrigen Bordwänden und 10,5 Tonnen Tragfähigkeit. 15 Stück von ihnen waren mit einer Handbremse ausgerüstet. Bis 1939 baute Ringhoffer weitere Wagen, sodass sich der Bestand um 1930 auf 102 Stück belief, wovon 51 mit Bremse ausgerüstet waren. Diese Anzahl blieb bis nach dem Zweiten Weltkrieg konstant. Neue Wagen lieferte Anfang der 1950er Jahre das Maschinenbauunternehmen Buzuluk in Komárov. In jener Zeit wurde der Höchstbestand von 250 Güterwagen erreicht.
Literatur
- Michal Martinek, Bohuslav Zeman, Radim Šnábl, Vlastimil Novotný: K.B.K. Malodráha Králův Dvůr - Beroun - Koněprusy 1897 - 1962; Stopou dějin našich traťi - 2; KHKD Nymburk, 1987
- Stanislav Pavlíček: Naše Lokálky, Dokořán 2025, ISBN 978-80-7675-234-4
Weblinks
- Beschreibung der Strecke auf solvayovylomy.cz (tschechisch)
