Klinikum Delmenhorst
Krankenhaus in Delmenhorst
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Das Klinikum Delmenhorst bzw. die Delme-Klinik, in Delmenhorst - Deichhorst, Wildeshauser Straße 92, ist ein nach Plänen des Architekten Fritz Höger errichteter Krankenhausbau. Das Gebäudeensemble wurde am 21. April 1928 unter dem Namen Städtische Krankenanstalten eröffnet.
Seit Januar 2016 firmieren die Klinik Mitte (ehemals St. Josef-Stift Delmenhorst) und das JHD Deichhorst (ehemals Klinikum Delmenhorst) unter dem Dach der Josef-Hospital Delmenhorst gGmbH. Zum 1. Mai 2018 und rückwirkend zum 1. März 2018 erfolgte die Übernahme durch die kommunale Stadtkrankenhaus Delmenhorst GmbH.
Die Bauwerke der Baudenkmal-Gruppe Hauptgebäude, Maschinenhaus, Außenhaus und Pathologie sind Baudenkmale in Delmenhorst.
Das Klinikum ist akademisches Lehrkrankenhaus der Universität für Medizin, Pharmazie, Naturwissenschaften und Technik Târgu Mureș.[1]
Geschichte

Das erste öffentliche Krankenhaus (Peter-Elisabeth-Krankenhaus) in Delmenhorst wurde am 4. Mai 1879 auf der Burginsel in der Stadtmitte in Betrieb genommen. 1898/99 wurde je ein Frauen- und ein Männerflügel angebaut, doch die Räumlichkeiten reichten trotz einer Aufstockung auf 115 Betten bereits ab 1908 nicht mehr aus: Das Krankenhaus war ständig überfüllt. Daher wurde 1925 entschieden, den Bau eines neuen Krankenhauses vorzunehmen.

Als Gelände wurde ein Grundstück an der Wildeshauser Straße (damals Wildeshauser Chaussee) ausgewählt, als Architekt wurde Fritz Höger beauftragt, seinen Entwurf umzusetzen. Das dabei entstandene Gebäudeensemble, bestehend aus Hauptgebäude, Infektionshaus, Maschinenhaus und Wäscherei sowie einem Ärztedoppelhaus wurde nach zweijähriger Bauzeit im April 1928 eingeweiht. Das alte Krankenhaus in der Stadtmitte diente in der Folge als Berufsschule, später als Ausweichraum für das Max-Planck-Gymnasium, bevor 1965 zunächst die Seitenflügel und 1972 das Haupthaus abgebrochen wurden.
Das neue Krankenhaus an der Wildeshauser Straße wurde stetig erweitert und modernisiert und erhielt unter anderem den Anbau einer Frauen- und eine Kinderklinik (1953). Es wurde ein kleines Außenhaus für Lungenerkrankungen errichtet (1958), außerdem erfolgten bauliche Erweiterungen wie der Ausbau des Dachbodens im Hauptgebäude, die Erweiterung von Frauen- und Kinderklinik sowie die Inbetriebnahme der Isotopendiagnostik (1974). 1979 erfolgte eine umfangreiche Sanierung, verbunden mit einem weiteren Anbau für Operationssäle, die Zentralaufnahme und den heutigen Eingangsbereich. 2005 erfolgte die Umbenennung in Klinikum Delmenhorst, später wurden weitere Erweiterungen, Um- und Anbauten vorgenommen. Die Frauenklinik wurde 2012 aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Durch den Ratsbeschluss vom 22. Dezember 2014 wurde beschlossen, eine Fusion des kommunalen Klinikum Delmenhorst mit dem bisherigen lokalen Wettbewerber, den Gesellschaftern des katholischen St. Josef Stifts durch die Bildung einer Holdingstruktur herbeizuführen.
Am 14. Juli 2015 übernahm Thomas Breidenbach die Geschäftsführung und am 18. Dezember 2015 wurde das Klinikum Delmenhorst GmbH in JHD Deichhorst gGmbH umfirmiert.
Seit 1. Januar 2016 firmieren das JHD Mitte (ehemals St. Josef-Stift Delmenhorst) und das JHD Deichhorst (ehemals Klinikum Delmenhorst) nun unter dem Dach der Josef-Hospital Delmenhorst gGmbH.
Von 2002 bis 2005 war der Krankenpfleger Niels Högel am Klinikum Delmenhorst beschäftigt. 2005 ertappte eine Krankenschwester Högel bei der Verabreichung eines Medikaments, das der betreffende Patient gar nicht hätte bekommen sollen.[2] Da Högel, der zu diesem Zeitpunkt bereits eine große Zahl Patientinnen und Patienten ermordet hatte, weder suspendiert noch angezeigt wurde, konnte er danach noch einen weiteren Mord begehen, der zunächst unentdeckt blieb.[3][4] Die folgende Verurteilung Högels zu fünf Jahren Haft wegen versuchten Totschlags durch das Landgericht Oldenburg wurde durch den Bundesgerichtshof gekippt; im Revisionsprozess wurde Högel wegen Mordversuchs zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Aufgrund weiterer Ermittlungen wurde Högel durch das Landgericht Oldenburg 2015 wegen zweifachen Mordes, zweifachen Mordversuchs und gefährlicher Körperverletzung an Patienten in Delmenhorst zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.[2] In der Folge wurde Högel verdächtigt, insgesamt bis zu 322 Morde im Klinikum Oldenburg und im Klinikum Delmenhorst begangen zu haben.[5][6] Die Staatsanwaltschaft Oldenburg klagte Högel 2018 wegen 97 weiterer Morde, davon 62 am Klinikum Delmenhorst, an.[2] Högel wurde 2019 wegen Mordes in 85 Fällen – einschließlich der in Delmenhorst begangenen nachweisbaren Morde – schuldig gesprochen und unter Einbeziehung der Strafen aus den vorherigen Urteilen erneut zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.[7] Gegen Zeugen dieses Prozesses wurden durch die Staatsanwaltschaft Oldenburg acht Verfahren wegen Meineids und zwei wegen Falschaussagen eingeleitet.[8] Zwei verantwortliche Ärzte, eine stellvertretende Stationsleiterin und der Leiter einer Intensivstation des Klinikums Delmenhorst wurden am Landgericht Oldenburg 2018 wegen Totschlags durch Unterlassen angeklagt, nachdem das Oberlandesgericht Oldenburg die Anklagen zugelassen hatte.[9][10][11] Im Oktober 2022 wurden alle Angeklagten vom Landgericht Oldenburg freigesprochen.[12][13]
Einrichtung
Stand 2026 verfügte das Klinikum Delmenhorst als Krankenhaus der Regel- und Schwerpunktversorgung über 290 Planbetten und hatte 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.[14] Das Klinikum Delmenhorst umfasst unter anderem Kliniken für Intensivmedizin, Orthopädie und Unfallchirurgie, Allgemein- und Visceralchirurgie, Anästhesiologie, Palliativmedizin und Schmerztherapie, Thoraxchirurgie, Urologie mit Onkologische Urologie und Kinderurologie, Frauen und Innere Medizin sowie Zentren für Ambulanz, Palliativmedizin, Notaufnahme, Wirbelsäulenchirurgie und spinale Neurochirurgie.