Wikiwand AI

Klondike (Patience)

Patience-Variante From Wikipedia, the free encyclopedia

Klondike, auch Fascination, Small Triangle, Chinaman oder in England Canfield genannt, ist eine Patience aus der Kategorie Simple Packers.[1] Es ist vielleicht „der beliebteste aller Dauerbrenner in der Welt der Patiencen,“ daher ist es für manche Spieler bloß als „Patience“ bekannt, weil sie keine andere kennen.[1]

Ein Bildschirmfoto, das Klondike als Computerspiel zeigt.
Klondike als Computerspiel

Populär ist sie insbesondere als Computerspiel und erschien 1984 erstmals für den PC als Klondike für Mac.

Geschichte

Obwohl Klondike, nicht zuletzt aufgrund seines Namens, wie eine amerikanische Erfindung erscheint, findet sich die erste Erwähnung 1905 in England, wobei es aber Gambler's Delight benannt wurde. Bei dieser Beschreibung von „Tarbart“ gab es die gewöhnlichen sieben Pakete und die Karten des Talons wurden, mit Ausnahme der letzten zwei, die einzeln gelegt wurden, in Dreiergruppen verteilt. Bedeutenderweise könnte man den Abwurfstapel immer wieder benutzen, bis das Spiel blockiert wurde.[2]

Das Spiel könnte allerdings seinen Ursprung in China haben, denn 1910 äußerte sich Diehl, Klondike, das er Chinese Patience nannte, „stammte ursprünglich aus den chinesischen Vertragshäfen...“ Hierbei soll es sich um jene Patience handeln, bei der beträchtliche Geldsummen den Besitzer wechselten – meist zugunsten der Betreiber von Spielsalons. Diehl soll über zweihundert Patiencen gelesen habe, sei aber nie auf dieses Spiel gestoßen und kannte nicht einmal seinen genauen Namen.[3]

1907 tauchten die ersten Spielregeln in den USA auf, wobei sie als die einfachere zweier Varianten „Klondike“ beschrieben wurden. Bei der anderen, schwierigeren Variante handelte es sich eigentlich nicht um Klondike, sondern um das alte englische Spiel „Demon Patience“. (US: Canfield) Zum ersten Male tauchte auch jene Variante auf, bei der man alle Karten des Talons einzeln auf einen Abwurfstapel legen konnte, wobei dieser jedoch nicht wieder aufgenommen und neu ausgeteilt werden durfte.[4]

In Amerika des frühen 20. Jahrhunderts wurden „Canfield“ und Klondike immer wieder miteinander verwechselt, was die Erforschung ihrer Geschichte sehr erschwert. Z. B. 1908 hat der Amerikaner George Hapgood „Demon Patience“ ihren richtigen Namen gegeben; er beschreibt aber Klondike, irreführend, als „Canfield“.[5]

Spielweise

Videodemonstration von Klondike

Gespielt wird mit einem Blatt. 28 Karten werden auf sieben anwachsende Stapel verteilt, die das Tableau bilden. Nur die jeweils oberste Karte liegt offen, die darunterliegenden bleiben verdeckt. Die restlichen Karten bilden den Talon.[6]

Auf dem Tableau können die Karten absteigend und in wechselnder Farbe (rot und schwarz) angelegt werden. Reihen von Karten, je nach Variante auch Abschnitte, dürfen verschoben werden. Freie Plätze dürfen nur mit einem König belegt werden.[6]

Entweder werden die Karten vom Talon einzeln oder in Gruppen von dreien auf einen Abwurfstapel gelegt. Die oberste Karte des Abwurfstapels ist spielbereit. Ist der Talon verbraucht, wird der umgedrehte Abwurfstapel entweder beliebig oft oder nur zweimal zum neuen Talon. Abgelegt wird von Ass nach König aufsteigend auf den vier farbreinen Ablagestapeln über dem Tableau.[6]

Computerspiele

Klondike für Mac erschien 1984 und wird seitdem durch Michael Casteel entwickelt. Das Spiel wird heute weiterhin für macOS sowie als iKlondike für iPhone, iPad und iPod Touch angeboten. Das Programm umfasst neben der Klondike-Patience noch weitere Patience-Varianten.[7]

Solitär für Windows wurde 1988 durch Wes Cherry entwickelt, während er als Praktikant für Microsoft arbeitete. Cherry entwickelte das Spiel für Windows 2.1. Ein Manager beschloss, das Spiel unter dem Namen Solitaire, im Deutschen Solitär, mit Windows 3.0 auszuliefern.[8] Es sollte unerfahrenen PC-Nutzern den Umgang mit der Computermaus und das Ziehen und Ablegen beibringen.[9]

Auch die Spielesammlung 51 Worldwide Games, die 2020 für die Nintendo Switch erschien, enthält das Spiel unter dem Namen Klondike-Solitaire.[10]

Gewinnrate

Die Wahrscheinlichkeit, eine Partie Klondike bei optimaler Spielweise zu gewinnen, ist nicht bekannt. Das Unvermögen von Theoretikern, diese Gewinnchancen präzise zu berechnen, wurde von dem Mathematiker Persi Diaconis als „eine der Peinlichkeiten der angewandten Wahrscheinlichkeitstheorie“ bezeichnet.[11]

Eine 2026 veröffentlichte Analyse von Spielerdaten auf PlaySolitaire.io ergab, dass 37,0 % von 138.759 begonnenen Klondike-Partien mit dem Ziehen einer Karte gewonnen wurden.[12] Die Autoren der Analyse weisen darauf hin, dass die beobachtete Gewinnrate der Spieler nicht mit der theoretischen Lösbarkeit einer Kartenverteilung gleichzusetzen ist.

Einzelnachweise

Literatur

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks