Kloster Arnsburg (Lich)

Ortsteil von Lich From Wikipedia, the free encyclopedia

Kloster Arnsburg ist einer von neun Stadtteilen der Stadt Lich im Landkreis Gießen in Hessen.

Schnelle Fakten Stadt Lich ...
Kloster Arnsburg
Stadt Lich
Wappen von Arnsburg
Koordinaten: 50° 30′ N,  48′ O
Höhe: 163 m ü. NN
Fläche: 4,9 km²[1]
Einwohner: 64 (Dez. 2023)[2]
Bevölkerungsdichte: 13 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 35423
Vorwahl: 06404
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Geschichte

Ortsgeschichte

Den Namen Arnsburg trug ursprünglich eine Burganlage südwestlich der heutigen Klosteranlage. Deren erste urkundliche Erwähnung erfolge im Jahr 1093 im „Mainzer Urkundenbuch 1, Nr. 386“ als Arnesburc. In den Jahren 1174–1197 wurden dann Klosterbauten innerhalb der Burganlage errichtet. Sie bildete einen trapezförmigen Komplex mit Kirchenbau, Vorhalle und Keller. 1197 wurden dann Klostergebäude an der Stelle des heutigen Zisterzienserklosters im Tal der Wetter errichtet. Eine erste Siedlung in der Nähe des Klosters wurde 1174 aufgegeben und die Bauern umgesiedelt.

Der heutige Ort entwickelte sich aus der Zisterzienserabtei Arnsburg.

Der ehemalige Klosterbezirk am rechten Ufer der Wetter wurde teilweise als Schloss der Grafen von Solms-Laubach genutzt. In den Jahren 1804–1811 war in Teilen der Anlage ein Gemeinschaftliches Zucht-, Arbeits- und Irrenhaus untergebracht. 1847 beherbergte sie ein „Rettungshaus“ für verwahrloste Mädchen.

Bis 1787 gehörte der Klosterbezirk zum Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Oberamt Höchst und Königstein, Amt und Kellerei Vilbel und Rockenberg, Gebiet der Abtei Arnsburg und ab 1806 zum Großherzogtum Hessen.

Am 1. April 1953 wurde aus dem Kloster und aus Teilen der Gemeinde Muschenheim eine selbständige Gemeinde gebildet.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Arnsburg zum 1. Januar 1977 als Stadtteil in die Stadt Lich eingegliedert.[3][4] Für Kloster Arnsburg wurde wie für alle Stadtteile von lich ein Ortsbezirk eingerichtet.[5]

Im Inneren des Klosterhofes befindet sich heute ein beeindruckender Kriegsopfer-Friedhof.[6]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen (Kloster) Arnsburg angehört(e): [1][7][8]

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Arnsburg 45 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 6 Einwohner unter 18 Jahren, 21 zwischen 18 und 49, 9 zwischen 50 und 64 und 9 Einwohner waren älter.[10] Die Einwohner lebten in 24 Haushalten. Davon waren 9 Singlehaushalte, 45 Paare ohne Kinder und 9 Paare mit Kindern, sowie keine Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 6 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 15 Haushaltungen lebten keine Senioren.[10]

Einwohnerentwicklung
  • 1961: 112 evangelische, 4 römisch-katholische Einwohner[1]
  • 1961: Erwerbspersonen: 6 Land- und Forstwirtschaft, 4 Produzierendes Gewerbe, 1 Handel, Verkehr und Nachrichten, 22 Dienstleistungen und Sonstiges[1]
Weitere Informationen Arnsburg: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2020 ...
Arnsburg: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2020
Jahr  Einwohner
1834
 
214
1840
 
193
1846
 
66
1852
 
86
1858
 
100
1864
 
138
1871
 
118
1875
 
72
1885
 
73
1895
 
74
1905
 
80
1910
 
83
1925
 
93
1939
 
51
1946
 
157
1950
 
106
1956
 
92
1961
 
124
1967
 
117
1970
 
?
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2011
 
45
2015
 
61
2020
 
78
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: nach 2010: Stadt Lich[11][12]; Zensus 2011[10]
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Politik

Ortsbeirat

Für den Stadtteil Kloster Arnsburg ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Kloster Arnsburg) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.[5] Der Ortsbeirat besteht aus drei Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 50,94 %. Alle Kandidaten gehörten der „Wählergemeinschaft Kloster Arnsburg“ an.[13] Der Ortsbeirat wählte Nicole Lang zur Ortsvorsteherin.[14]

Wappen

Wappen von Arnsburg
Wappen von Arnsburg
Blasonierung: „In Blau mit schwarzem Herzschild, darin fünf silberne Kreuze im verschiedener Höhe, ein rot bewehrter goldener Adler, der mit einem von Rot und Silber geschachten Schrägbalken überdeckt ist.“[15]

In dem 1960 verliehenen Wappen deutet der Adler auf den Ortsnamen und das hier gelegene nördlichste Kohortenkastell der Römer. Der Schachbalken ist das Ordenswappen der Zisterzienser, denen 1174 Kuno von Arnsburg-Münzenberg seine Stammburg zur Gründung eines Klosters übergab. Die 1197 vollendete Abtei bestand als das reichste und künstlerisch bedeutendste Kloster der Wetterau bis 1802. Die größtenteils erhaltenen Bauten und das Dorf übernahm das gräfliche Haus Solms, an dessen Wappen Blau und Gold im Gemeindewappen erinnern. Die fünf Kreuze sind das Symbol des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge; im Hof des ehemaligen Kreuzgangs schuf man eine Ruhestätte für Kriegsopfer.

Persönlichkeiten

Commons: Kloster Arnsburg – Sammlung von Bildern

Anmerkungen und Einzelnachweise

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