Kloster Nonneseter

Kulturgut in Norwegen From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Kloster Nonneseter ist eine Klosterruine in Bergen in der Provinz Vestland in Norwegen. Die erhaltenen Teile der früheren Klosterkirche sind als Kulturdenkmale geschützt.[1]

Die erhaltene Seitenkapelle des Chors der Klosterkirche
Das Turmuntergeschoss der Klosterkirche auf der rechten Bildhälfte

Geschichte

Das Kloster Nonneseter wurde als Frauenkloster in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts gegründet und lag südöstlich des dichter besiedelten Stadtgebiets von Bergen. Die genau Ordenszugehörigkeit des Konvents ist nicht geklärt, er gehörte möglicherweise dem Benediktinerinnenorden an und war wahrscheinlich eine königliche Stiftung. Die Klosterkirche war zu Ehren der Jungfrau Maria geweiht. Im Jahr 1320 lebten insgesamt 35 aktive Nonnen in Nonneseter.

Der Pestausbruch von 1349 traf die Klöster schwer. Mitte des 15. Jahrhunderts lebten in Nonneseter nur noch wenige Nonnen, möglicherweise gehörte der Konvent zu den Zisterzienserinnen. Nachdem das Birgittenkloster Munkeliv auf Nordnes 1455 niederbrannte, befahl König Christian I. den Nonnen von Nonneseter, das Kloster zu verlassen und in andere Benediktinerinnenklöster des Landes umzuziehen, damit die Birgittinerinnen das Kloster und seine Ländereien übernehmen konnten.

Im Jahr 1507 übernahm der Antoniterorden das Kloster und betrieb dort ein Hospital. 1528 wurde das Kloster säkularisiert und dem Herrn von Bergenhus, Vincent Lunge, übergeben, und das Anwesen erhielt schließlich den Namen Lungegården. Nachdem Lungegården 1891 niedergebrannt war, durfte die Norwegische Historische Gesellschaft die verbliebenen Überreste des Klosters erwerben, den Turmsockel im Westen und eine gotische Chorkapelle oder Sakristei im Südosten. Von den übrigen Klostergebäuden sind heute keine Spuren mehr vorhanden. Der Turmsockel dient als Gedenkstätte für die Kriegsopfer.[2][3]

Bau und Anlage

Von der ursprünglichen Anlage des Klosters sind innerhalb der modernen Bebauung Bergens nur noch der Sockel des Kirchturms und die südliche Chorkapelle oder Sakristei aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erhalten. Der Rest der Kirche wurde 1705 abgerissen, doch Ausgrabungen in den 1890er Jahren legten die wichtigsten Merkmale des zerstörten Areals frei. Östlich des Turms befand sich das Kirchengebäude. Nördlich der Kirche lag der Friedhof, während sich die Klosteranlage vermutlich südlich davon befand.

Der Turmsockel hat einen quadratischen Grundriss und ein pyramidenförmiges Dach. Der Raum besitzt ein Kreuzgratgewölbe, das in den Ecken von dreiteiligen, schlanken Säulen getragen wird. Im Westen befindet sich ein Eingangsportal aus Speckstein, im Osten ein rekonstruiertes Portal, das in den Kirchenraum führte.

Die Chorkapelle hat einen rekonstruierten Eingang, der in den ehemaligen Chorraum führt, in der Ostwand befindet sich ein Fenster mit einem dreipassförmigen Bogen. Der Eingang von Westen ist nicht original. Die Decke des zweijochigen Saals wird von einem Kreuzrippengewölbe gedeckt, das auf kegelförmigen Konsolen ruht.

Commons: Nonneseter Kloster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI