Kloster Wehlau
Bezeichnung für drei Niederlassungen von Franziskanern in der Stadt Wehlau
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Kloster Wehlau war die Bezeichnung für zwei Niederlassungen von Franziskanern in der Stadt Wehlau, heute Snamensk, im Ordensland Preußen vom 14. bis zum 16. Jahrhundert.
Franziskanerkloster (1349–1525)
1349 gründete der Hochmeister des Deutschen Ordens Heinrich Dusemer nach einem Gelübde nach einer gewonnenen Schlacht ein Franziskanerkloster in Wehlau. Es gehörte zur Sächsischen Franziskanerprovinz (Saxonia) und befand sich in den Resten der von Litauern zerstörten Burg des Deutschen Ordens an der Südseite der Vorstadt.[1] Es wurde 1460 im Dreizehnjährigen Krieg bei der Eroberung der Stadt zerstört und blieb als Ruine liegen.[2] Das bewegliche Inventar ging jedoch in den Besitz des Hochmeisters über, wie aus einem Schreiben des Guardians des Franziskanerklosters Kulm hervorgeht.[3]
Der Papst forderte den Hochmeister zur Rückgabe des Besitzes und zur Neugründung des Klosters auf. 1477 wurde dieses von Hochmeister Martin Truchsess von Wetzhausen an der alten Stelle wiedergegründet, auch als Reaktion auf den Bau eines zweiten franziskanischen Klosters bei der Stadt.[2][4][5] Es sind Schenkungen von Bürgern für den Konvent bekannt.
Um 1524 fand eine Inventarisierung des Besitzes statt. Das infolge der Reformation weitgehend verlassene Kloster wurde vom samländischen Bischof Georg von Polentz, der evangelisch geworden war, 1525 aufgelöst.[2] 1628 wurde das Gelände an die Stadt übergeben, die die Gebäude abreißen und neue Wirtschaftsgebäude darauf errichten ließ.[6]
Franziskaner-Observanten-Kloster (1477–1520)
Um 1477 wurde ein Kloster der Franziskaner-Observanten (Bernhardiner), die einer strengeren Auslegung der Ordensregel folgten, vor den Toren der Stadt an der St.-Georgs-Kapelle gegründet (die vor 1437 errichtet worden war).[7] Es war das erste preußische Kloster der Kustodie Livland und Preußen. Für die Bernhardiner war es auch eine Raststation auf ihren Reisen zwischen Mitteldeutschland und Livland. Zwischen den beiden Klöstern gab es Spannungen, und die Hochmeister des Deutschen Ordens bemühten sich um Kompromisse. Die schleppenden Verhandlungen wurden jedoch durch den Reiterkrieg mit Polen gegenstandslos.[2]
1519 erließ Hochmeister Albrecht die Anordnung, das Kloster abzureißen, um es im Falle eines polnischen Angriffs nicht durch diese nutzen lassen zu können. Die Ordensbrüder wurden in das alte Kloster in der Stadt verlegt und dem dortigen Konvent eingegliedert, wie eine Zustimmung von diesem aus dem Jahr 1520 ausweist.[8] Um 1523 müssen sie dieses Kloster dann auch verlassen haben.
Der alte Standort wurde 1561 der Stadt übergeben, es wurden dort Kornspeicher errichtet.