Kloster Wladaja
Kloster in Bulgarien
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Das Kloster Wladaja »Hl. Petka« und »Hl. Nedelja« (bulgarisch Владайски манастир »Света Петка« и »Света Неделя«) ist ein Nonnenkloster im geistlichen Bezirk Sofia der Diözese Sofia der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche. Es wurde im 10. Jahrhundert als Mönchskloster gegründet. Im Jahr 1902 erfolgte sein Wiederaufbau.
Lage
Es liegt auf einem südöstlichen Ausläufer des Ljulin-Gebirges. Vom Ortskern des Sofioter Stadtteils Wladaja ist es ca. einen Kilometer entfernt. Per Luftlinie befindet es sich nur 150 m nördlich des Bahnhofs von Wladaja. Mit dem Auto oder zu Fuß ist es über eine 400 m südwestlich des Bahnhofs von der Republikstraße I-1 nach Norden abzweigende Bergstraße erreichbar.
Geschichte
Die Gründung als Mönchskloster erfolgte im 10. Jahrhundert unter dem Doppelpatrozinium der Heiligen Petka und der Heiligen Erzmärtyrin Nedelja (bulgarisch Света великомъченица Неделя, griechisch Αγία Κυριακή, deutsch Heilige Dominica).[1][2] Es gehört zu einem Ring mittelalterlicher Klöster um Sofia, der als Sofioter Heiliger Berg (Софийска Света Гора) bezeichnet wird.[3] Zur Zeit des Zweiten Bulgarischen Reichs war Zar Iwan Schischman (1371–1393) bei Pilgerreisen zum Kloster Rila mehrfach Gast des Klosters und bedachte es reich mit Geschenken.[2][3]
Während der Zeit der Osmanischen Herrschaft wurde das Kloster mehrfach zerstört und anschließend wieder aufgebaut.[4] Am verheerendsten war ein Überfall, bei dem das Kloster in Brand gesteckt und die Mönche getötet wurden. Kurz vorher gelang es ihnen, ein Evangeliar sowie die Ikonen der Hl. Petka und der Hl. Nedelja unter einem Steinkreuz zu vergraben.[3] Laut einer Legende hätten Kreuzritter diesen Übergriff im Jahr 1328 zu verantworten. Dies steht jedoch im Widerspruch zur Tatsache, dass in dieser Zeit kein Kreuzzug in den Orient stattfand.[5] Als möglicher Zeitpunkt wird heute der Vormarsch der osmanischen Armee nach Westen Ende des 14. Jahrhunderts gesehen.[6] Beim Wiederaufbau ließ man das Kirchengebäude teilweise in den Boden ein, um die zulässige Bauhöhe nicht zu überschreiten.[7] Laut erhaltenen Dokumenten galt das Kloster als wichtiger Rückzugsort für Heiducken.[8]
Im Jahre 1902 begann der Neuanfang. Die Klosterkirche wurde neu erbaut. Daneben legte man eine der Hl. Nedelja geweihte Kapelle (Параклис »Св. Неделя«) sowie eingeschossige Wohn- und Wirtschaftsgebäude an.[2] In den 2000er Jahren kam die Kirche »Hl. Nedelja« (Църква »Св. Неделя«) dazu.[5]
Eine Zäsur stellte das Erdbeben von Pernik mit einer Stärke von 5,9 auf der Richter-Skala am 22. Mai 2012 dar. Es verursachte Risse im Fundament als auch im Mauerwerk der Kirche »Hl. Petka«. Auch die Strom- und Wasserversorgung des Klosterareals wurde unterbrochen.[3] Erst seit 2017 ist das renovierte Gotteshaus wieder der Öffentlichkeit zugänglich.[9]
Kunst und Architektur
Klosterhof
Das Areal hat die Form eines halbrunden, Nordost-Südwest orientierten Polygons. Im Nordwesten grenzt es an die Zufahrtsstraße. Die Klosterpforte befindet sich im Südwesten. Die Südgrenze des Klosterhofs entspricht dem Rand des Gesteinsplateaus über dem Bahnhof.
Nahezu im Zentrum des Hofs erhebt sich die geostete Kirche »Hl. Petka«. Südlich davon liegt das einstöckige Wohngebäude der Schwesternschaft. Nördlich gegenüber des Wohngebäudes steht ein Pavillon. Dieser dient als Anachondarik (bulgarisch Анахондарик), d. h. als Bereich für Gespräche mit den Schwestern oder den Geistlichen. Unmittelbar westlich des Wohngebäudes wurde ein runder Pavillon aus Stein angelegt, der eine schöne Aussicht auf das Witoscha-Gebirge bietet. Im westlichen Teil des Klosterhofs finden sich die der Hl. Nedelja geweihte Kapelle und Kirche. Der Klosterhof ist mit zehn jahrhundertealten Eichen bestanden[3] und mit Blumenkübeln geschmückt. Besuchern und Pilgern stehen Tische und Bänke sowie ein Brunnen mit Trinkwasserspender zur Verfügung. Letzterer war eine Schenkung Gläubiger zum Patronatsfest im Jahre 1979.[10]
Klosterkirche »Hl. Petka«
Das Gotteshaus ist eine einschiffige, kuppellose Kirche mit einer Apsis und einer Vorhalle (Narthex). Es wurde 1902 auf dem Fundament der alten Klosterkirche errichtet. In einer Nische über ihrem Eingang befindet sich eine Ikone der Heiligen Petka. Oberhalb davon erhebt sich der Glockenturm. Die Seitemwände sind durch Wandpfeiler gegliedert. Je drei Rundbogenfenster in der Nord- und Südfassade sorgen für den Lichteinfall. Der Gemeinderaum (Naos) ist mit Fresken ausgeschmückt. Sie zeigen die Evangelisten Matthäus, Johannes, Markus und Lukas. An der Nordwand befindet sich ein Fresko des Heiligen Iwan Rilski.[3][8] Der Ikonostas ist als Kulturdenkmal gelistet.
Um eine Ausweitung der Schäden durch das Erdbeben von 2012 zu verhindern, wurde das Gebäude eingerüstet und der Zugang gesperrt. Die Gottesdienste mussten daraufhin in die Kirche »Hl. Nedeldja« verlegt werden.[3] Nach fünfjähriger Renovation erfolgte die Weihe der Klosterkirche am 30. September 2017 in einer Festmesse durch Patriarch Neofit in Anwesenheit weiterer Würdenträger. Sie trägt seitdem den Namen »Hl. Petka Tărnowska«.[9]
Kapelle »Hl. Nedelja «
Die Kapelle ist ein kleiner Bau mit einem Giebeldach. Ihre äußere Vorhalle wird von drei Säulen getragen.
Kirche »Hl. Nedelja «
Im Jahre 2003 erfolgte die Weihe der Kirche für die zweite Patronin des Klosters. Diese verfügt über ein Kirchenschiff, eine äußere Vorhalle und eine Apsis, die nahezu die ganze Breite des Gebäudes einnimmt. Das Dach ist als Bogendach ausgebildet. Der Gemeinderaum wird über zwei Fenster in den Seitenwänden erhellt.[11]
Patronatsfest
Das Patronatsfest des Klosters ist der Gedenktag der Hl. Petka am 14. Oktober.[9]
Literatur
- Нина Колева (Nina Kolewa): Софийска Света Гора Югозапад 1.06.2024 (bulgarisch, Übersetzung: Sofioter Heiliger Berg Südwest 1.06.2024). Българска Православна Църква - Поклонническо-просветен център „Св. Йоан Рилски”, 5 S., Sofia 2024.
- Веселин Петров Рангелов (Weselin Petrow Rangelow): Пространствена и функционална Организация на Манастирските Дворове в България (bulgarisch, Übersetzung: Räumliche und funktionale Organisation der Klosterhöfe in Bulgarien). Dissertation, Лесотехнически Университет (Universität für Forstwissenschaften), 259 S., Sofia 2015.