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Knollen-Brandkraut

Art der Gattung Phlomoides From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Knollen-Brandkraut (Phlomoides tuberosa (L.) Moench, Syn.: Phlomis tuberosa L.) ist eine Pflanzenart der Gattung Phlomoides innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Seit 2011 wird diese Art nicht mehr zur Gattung Brandkräuter (Phlomis) gerechnet.

Blüten
Teilfrüchte
Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Knollen-Brandkraut

Knollen-Brandkraut (Phlomoides tuberosa) bei Saratow in Russland

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Lamioideae
Gattung: Phlomoides
Art: Knollen-Brandkraut
Wissenschaftlicher Name
Phlomoides tuberosa
(L.) Moench
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Beschreibung

Vegetative Merkmale

Das Knollen-Brandkraut ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 60 bis 150 Zentimeter erreicht.[1] Als Speicherorgane werden Wurzelknollen ausgebildet. Der aufrechte Stängel ist einfach oder im oberen Bereich verzweigt.[1]

Die Laubblätter sind in einer grundständigen Rosette und gegenständig am Stängel verteilt angeordnet. Die Grundblätter sind lang gestielt.[1] Die Spreite der unteren Laubblätter ist länglich-eiförmig bis dreieckig mit herz- oder pfeilförmigem Spreitengrund. Der Blattrand ist grob kerbig gezähnt. Die Blattoberseite ist runzelig und zerstreut behaart.[1]

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli.[2] Die Scheinquirle sind voneinander durch Internodien von ungefähr der Länge der Tragblätter getrennt.[1] Die Scheinquirle enthalten jeweils viele Blüten.

Die zwittrige Blüte ist zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Kelch ist etwa 10 Millimeter lang, zehnnervig und endet mit fünf etwa 3 Millimeter langen auswärts gekrümmten, gewimperten Kelchzähnen.[1] Die hell-rotlilafarbene Blütenkrone ist 17 bis 20 Millimeter lang und außen weißfilzig behaart.[1] Die Kronröhre ist 8 bis 11 Millimeter lang.[1] Die Oberlippe ist stark gewölbt und innen und an dem gezähnelten Rand von langen weißen Haaren bärtig. Die Unterlippe ist dreilappig; der Mittelzipfel ist viel breiter als die seitlichen. Die Unterlippe ist auch dunkelrot gezeichnet.[1] Die Staubblätter tragen Anhängsel.[1]

Die Klausen sind 5 bis 6 Millimeter lang und am oberen Ende behaart.[2][1]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.

Vorkommen

Das Knollen-Brandkraut ist von Mittel- sowie Osteuropa und von West- über Zentral- bis Nordostasien verbreitet.[3] Es gibt Fundortangaben für Deutschland, Österreich, Ungarn, die ehemalige Tschechoslowakei, das ehemalige Jugoslawien, Rumänien, Albanien, Bulgarien, Griechenland, den europäischen Teil Russlands, Kaukasien, den asiatischen Teil der Türkei, die Ukraine, die Krim,[4] den Iran, Kasachstan, Kirgisistan, Westsibirien, Altai, Amur, Burjatien, Chita, Irkutsk, Khabarovsk, Krasnojarsk, die Region Primorje, Transkaukasien, Tuwa, Jakutsien, die Mongolei, die Innere Mongolei, China sowie Xinjiang.

In Österreich tritt das Knollen-Brandkraut sehr selten im pannonischen Gebiet der Bundesländer Burgenland und Niederösterreich auf. Das Knollen-Brandkraut gilt in Österreich als „stark gefährdet“.[5] In Deutschland kam das Knollen-Brandkraut früher bei Magdeburg vor.[6]

Es gedeiht im warmen bis gemäßigten Gebieten in Trockenwäldern, Trockengebüschsäumen und Steppen bis in Höhenlagen von 2300 Metern.[2] Es gedeiht in Mitteleuropa in Pflanzengesellschaften des Verbands Geranion sanguinei, aber auch in denen der Ordnungen Quercetalia pubescentis oder Festucetalia valesiacae.[7]

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Phlomis tuberosa durch Carl von Linné in Species Plantarum, Band 2, S. 586.[3] Die Neukombination zu Phlomoides tuberosa (L.) Moench wurde 1794 durch Conrad Moench in Methodus Plantas Horti Botanici et Agri Marburgensis S. 403. Weitere Synonyme für Phlomoides tuberosa (L.) Moench sind: Phlomidopsis tuberosa (L.) Link, Phlomitis tuberosa (L.) Rchb. ex T.Nees , Trambis tuberosa (L.) Raf., Orlowia rossica Gueldenst. ex Georgi, Phlomis desertorum P.A.Smirn., Phlomis glandulifera Klokov, Phlomis hypanica Des.-Shost., Phlomis jailicola Klokov, Phlomis maeotica Des.-Shost., Phlomis piskunovii Klokov, Phlomis scythica Klokov & Des.-Shost., Phlomis stepposa Klokov, Phlomis tuberosa var. discolor K.Koch, Phlomoides desertorum (P.A.Smirn.) Mavrodiev & Sukhor., Phlomoides stepposa (Klokov) Ostapko[3]

Als Art Phlomis tuberosa L. war lange Zeit in der Phlomis sect. Phlomoides (Moench) Briq. innerhalb der Gattung Phlomis eingegliedert. Seit 2011 ist Phlomoides wieder eine eigene Gattung, zu der auch Phlomoides tuberosa (L.) Moench gehört.

Nutzung

Das Knollen-Brandkraut wird selten als Zierpflanze für Staudenbeete genutzt.[2]

Bilder

Literatur

  • Helmut Gams: Labiatae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Pteridophyta, Spermatophyta. 2. Auflage. Band V. Teil 4: Angiospermae: Dicotyledones 3 (4) (Labiatae – Solanaceae). Carl Hanser bzw. Paul Parey, München bzw. Berlin/Hamburg 1964, ISBN 3-489-78021-3, S. 2255–2548 (unveränderter Nachdruck von 1927 mit Nachtrag).
  • C. Mathiesen, A.-C. Scheen, C. Lindqvist: Phylogeny and biogeography of the lamioid genus Phlomis (Lamiaceae). In: Kew Bulletin, Volume 66, Issue 1, 2011, S. 83–99.
  • Yasaman Salmaki, Shahin Zarre, Olof Ryding, Charlotte Lindqvist, Agnes Scheunert, Christian Bräuchler, Günther Heubl: Phylogeny of the tribe Phlomideae (Lamioideae: Lamiaceae) with special focus on Eremostachys and Phlomoides: New insights from nuclear and chloroplast sequences. In: Taxon. Band 61, Nr. 1, 2012, S. 161–179, Abstract.

Einzelnachweise

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