Kockelsbergtunnel

geplanter Eisenbahntunnel der Bahnstrecke Berlin–Dresden in Sachsen From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Kockelsbergtunnel ist ein geplanter Eisenbahntunnel der Bahnstrecke Berlin–Dresden in Sachsen. Er soll zwischen Weinböhla und Böhla den 196 m hohen Kockelsberg unterqueren und trägt daher seinen Namen.

Schnelle Fakten Bau, Lagekarte ...
Kockelsbergtunnel
Nutzung Eisenbahntunnel
Verkehrsverbindung Berlin–Dresden
Ort zwischen Gohlis und Großdobritz, Gemeinde Niederau
Länge ca. 3400dep1
Anzahl der Röhren 2
Gleise 1 pro Röhre
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h
Bau
Bauherr DB InfraGO
Baubeginn nach 2030 geplant
Lagekarte
Kockelsbergtunnel (Sachsen)
Kockelsbergtunnel (Sachsen)
Koordinaten
Südportal 51° 11′ 28,3″ N, 13° 33′ 48,2″ O
Nordportal 51° 12′ 37,8″ N, 13° 33′ 31,3″ O
Schließen

Nach dem Planungsstand von 2020 soll das Bauwerk gegenüber der Bestandsstrecke eine Geschwindigkeitsanhebung von 120 auf 200 km/h ermöglichen und den Weg um ca. 1,1 Kilometer und die Fahrzeit im Schienenpersonenfernverkehr um zwei Minuten verkürzen.[1][2]

Im Rahmen der Vorplanung wurden bis 2020 Kosten von rund 300 Millionen Euro ermittelt.[1]

Lage und Verlauf

Nach dem Planungsstand von 2021 sollte die neue Trasse, in deren Rahmen der Tunnel entstehen soll, sich nördlich des Bahnhofs Weinböhla (Streckenkilometer 18,8) von der Bestandsstrecke lösen. Der nach damaligen Stand 2.220 m lange Kockelsbergtunnel sollte zwischen den km 20,170 und 22,390 entstehen. Der neue Streckenabschnitt sollte beim km 24,4, bei Böhla an den Bestand anschließen.[3] Der Tunnel steigt laut bisheriger Planung mit 4 Promille in nördlicher Richtung an.[4]

Die beiden Gleise sollten in zwei getrennten Röhren liegen, die über sechs Querschläge miteinander verbunden werden sollen. An beiden Portalen sind Rettungsplätze mit einer Fläche von wenigstens 1500 m² geplant. Am nördlichen Ende des Neubauabschnitts war eine Überleitstelle mit vier im abzweigenden Strang mit 100 km/h befahrbaren Weichen geplant.[5]

Die nördlichen 270 m sowie die südlichen 190 m sollten in offener Bauweise entstehen.[4]

Geschichte

Der zwei Kilometer lange Tunnel war bereits 1992 Teil einer mit 200 km/h befahrbaren Ausbaustrecke zwischen Leipzig und Dresden,[6][7] deren Fertigstellung war zunächst zum 31. Dezember 1998 geplant.[8]

Um 2012 war in diesem Bereich ein Einschnitt (Silberberg) mit einem etwa 350 m langen Tunnel geplant.

Das Bundesverkehrsministerium prüfte um 2018 die Kockelsbergbegradigung, mit der die Fahrzeit zwischen Dresden und Berlin bzw. Leipzig um etwa fünf Minuten verkürzt werden könne.[9] 2020 wurde die mögliche Fahrzeitverkürzung durch den Tunnel, der eine von zwei Hauptvarianten im Zuge einer laufenden Vorplanung war, mit zwei Minuten angegeben.[1] Mit dem Tunnel, der Ende 2020 als Vorzugsvariante verfolgt wurde, soll ferner der Weg um ca. 1,1 Kilometer verkürzt und die Streckennutzung durch schwerere Güterzüge ermöglicht werden.[10] Anfang 2021 war der zwei Kilometer lange Tunnel schließlich Bestandteil der Planung.[11]

Im April 2021 schrieb die damalige DB Netz AG Baugrunduntersuchungen für den Streckenabschnitt aus.[12]

Der 2024 begonnenen Entwurfsplanung liegt eine neue Planungsvariante mit einem durchgehenden, 3,4 km langen Tunnel zu Grunde. Dieser Tunnel trat an die Stelle zweier zuvor geplanter Tunnel von 2,2 und 0,5 km Länge sowie einem dazwischen geplanten Trogbauwerk.[13] Die Entwurfsplanung war im Mai 2025 im Gang.[13][14] Das Planfeststellungsverfahren soll voraussichtlich 2026 beantragt werden.[2]

Der Baubeginn ist für nach 2030 geplant.[2] Bereits ab 2029 könnte ein 740-Meter-Überholgleis vor dem zukünftigen Tunnel, bei Böhla, entstehen, für das die Vorplanung im Mai 2025 im Gang war.[14]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI