Kokuho – Meister des Kabuki

Film von Sang-il Lee (2025) From Wikipedia, the free encyclopedia

Kokuho – Meister des Kabuki (japanisch 国宝 Kokuhō) ist ein japanischer Film von Lee Sang-il mit Ryō Yoshizawa aus dem Jahr 2025. Der Film wurde 2026 von Japan für den Oscar für den besten internationalen Film vorgeschlagen und für den Oscar für bestes Make-up und Frisuren nominiert. Ins deutsche Kino kam er am 26. März 2026.[2]

TitelKokuho – Meister des Kabuki
Originaltitel国宝
ProduktionslandJapan
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel Kokuho – Meister des Kabuki
Originaltitel 国宝
Transkription Kokuhō
Produktionsland Japan
Originalsprache Japanisch
Erscheinungsjahr 2025
Länge 174 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Lee Sang-il
Drehbuch Satoko Okudera
Produktion Shinzô Matsuhashi,
Chieko Murata
Musik Marihiko Hara
Kamera Sofian El Fani
Schnitt Tsuyoshi Imai
Besetzung
  • Ryō Yoshizawa: Kikuo Tachibana
  • Ryūsei Yokohama: Shunsuke Ogaki
  • Mitsuki Takahata: Harue Fukuda
  • Shinobu Terajima: Sachiko Ogaki
  • Nana Mori: Akiko
  • Takahiro Miura: Teppei Takeno
  • Ai Mikami: Fujikoma
  • Sōya Kurokawa: Junger Kikuo Tachibana
  • Keitatsu Koshiyama: Junger Shunsuke Ogaki
  • Masatoshi Nagase: Gongoro Tachibana
  • Kyūsaku Shimada: Umeki
  • Emma Miyazawa: Matsu Tachibana
  • Min Tanaka: Mangiku Onogawa
  • Ken Watanabe: Hanjiro Hanai
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Handlung

Die Handlung reicht von 1964 bis 2014. Sie beginnt damit, dass der Vater des aus einer Yakuza-Familie stammenden vierzehnjährigen Kikuo vor seinen Augen in Nagasaki von konkurrierenden Yakuza ermordet wird. Nach einem fehlgeschlagenen Vergeltungsversuch begibt er sich nach Osaka in die Obhut des Kabuki-Meisters Hanjiro und schließt dort Freundschaft mit dessen Sohn Shunsuke. Hanjiro unterrichtet beide in der Kunst des traditionellen Kabuki-Theaters, wodurch die Freunde auch Rivalen werden. Shunsuke erweist sich dabei als der weniger ehrgeizige und weniger talentierte Schüler, während der die Rolle der Onnagata annehmende Kikuo Vorbehalte überwinden muss, da er nicht aus einer Kabuki-Dynastie stammt. Er muss deshalb auch auf zweifelhafte Mittel zurückgreifen, um sich in seiner Kunst zu behaupten.

Hintergrund

Kokuho – Meister des Kabuki basiert auf einem Roman von Shūichi Yoshida.[3] Nach Villain (2010) und Rage (2016) ist es Lee Sang-ils dritte Adaption von einem Werk dieses Autors.[4]

Der Titel bezieht sich auf die offiziellen Nationalschätze Japans, einschließlich der lebenden Nationalschätze (ningen kokuhō), Künstler, die die Spitze ihrer Kunst darstellen.[5]

Kokuho – Meister des Kabuki feierte bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes 2025 Premiere. In Japan, wo er im Juni 2025 in den Kinos anlief, war der Film ein Erfolg und spielte umgerechnet etwa 100 Millionen Dollar an den Kinokassen ein.[3] Es war dort der kommerziell zweiterfolgreichste Film des Jahres.[4]

Rezension

Für Ryan Swen in Variety nahm sich der fast dreistündige Film Zeit, um die fünfzig Jahre der Handlung darzustellen. Er sei dabei nicht zum geringsten Teil durch die ambivalente Sicht auf die Hauptfigur spannend. Kikuo sei bewusst etwas wie eine Chiffre. Einerseits ein Mann, der große Sorgfalt und Stolz auf seine Kunst habe, andererseits seien sein Selbstbewusstsein und sein Umgang mit Mitmenschen problematisch. Dies bekomme eine große Bedeutung für das Kernmysterium des Films, sobald Ryō Yoshizawa nach etwa vierzig Minuten die Rolle des Kikuo übernehme. Wenn nicht die starke Schminke die Identitäten von Kikuo und Shunsuke verwische umgebe ihn eine leichte Kühle. Der einunddreißigjährige Schauspieler erscheine mit zunehmenden Alter seltsam fremd in der vorgegebenen Welt seiner Kunstform, auch wenn er erfolgreich sei. Kikuo Sei dabei in vielerlei Hinsicht eine Verkörperung seiner Artform im Nachkriegsjapan. Änderungen der Zeiten werden subtil mit Änderungen der Kostüme und des Bühnenbildes angedeutet. Um dies zum Leben zu erwecken, stütze sich Lee Sang-il auf ein Tandem von Totalen und Großaufnahmen. Die leuchtenden Farben von Sofian El Fanis Kamera bringe Yōhei Tanedas künstlerische Leitung und Kumiko Ogawas Kostüme zum Leben.[3]

Für Sheri Linden im Hollywood Reporter vermische der Film durch die Doppelgeschichter zweier aufstrebender Schauspieler, einer hineingeboren in die Kabuki-Tradition, der andere ein Außenseiter dazu entschlossen emporzusteigen, Backstage-Melodrama, Thronfolge-Saga mit Künstlererschaffungs-Dynamik.[6]

Ehrungen

Kyoko Toyokawa, Naomi Hibino und Tadashi Nishimatsu erhielten für ihre Arbeit an Kokuho eine Oscar-Nominierung 2026 in der Kategorie Make-up und Frisuren.[7]

Kokuho – Meister des Kabuki wurde als japanischer Kandidat 2026 für den Oscar für den besten internationalen Film ausgewählt[4] und wurde in die engere Auswahl (Short List) aufgenommen.[8]

Einzelnachweise

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