Kolm-Saigurn

Ortslage im Bezirk Zell am See From Wikipedia, the free encyclopedia

Kolm-Saigurn ist eine Streusiedlung im Gemeindegebiet von Rauris im österreichischen Bundesland Salzburg. Sie befindet sich im Talschluss des Hüttwinkltals, eines Seitentals des Raurisertals, umgeben vom Nationalpark Hohe Tauern. Kolm-Saigurn ist vor allem für seine jahrhundertelange Geschichte des Goldbergbaus sowie als Ausgangspunkt für hochalpine Touren bekannt.

Schnelle Fakten (Streusiedlung) ...
Kolm-Saigurn (Streusiedlung)
Kolm-Saigurn (Österreich)
Kolm-Saigurn (Österreich)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Zell am See (ZE), Salzburg
Pol. Gemeinde Rauris  (KG Bucheben)
f5
Koordinaten 47° 4′ 9″ N, 12° 59′ 0″ Of1
Höhe 1600 m ü. A.
Postleitzahl 5661 Bucheben
Vorwahl +43/6544f1
Bild
Blick nach Südwesten zum Naturfreundehaus Kolm-Saigurn
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; SAGIS
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Geographie

Kolm-Saigurn liegt auf einer Höhe von etwa 1600 m ü. A. und bildet den südlichen Abschluss des Hüttwinkltals, der Verlängerung des Raurisertals. Der Talschluss wird von den steilen Wänden der Goldberggruppe umrahmt. Landschaftsprägend sind hierbei der Hohe Sonnblick (3106 m ü. A.) mit dem Zittelhaus und dem höchstgelegenen dauerhaft besetzten Observatorium Österreichs, und der Hocharn (3254 m ü. A.), der höchste Gipfel der Goldberggruppe.

Die Siedlung ist durch die mautpflichtige Kolmstraße für den Verkehr erschlossen. Im Talschluss befinden sich mit dem Gasthof Ammererhof (ehemals Gasthof Hoher Tauernhof) und dem Naturfreundehaus Kolm-Saigurn (ehemaliges Bergwerksgebäude) zwei Unterkünfte mit Übernachtungsmöglichkeiten.

Das Gebiet entwässert über die Hüttwinkl-Ache in die Rauriser Ache.

Klima

Klimatabelle für Kolm-Saigurn 1995–2025
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Temperatur (°C) −2,7 −2,2 −0,1 3,4 7,7 11,8 13,0 13,2 8,9 6,3 1,7 −1,4 5
Mittl. Tagesmax. (°C) 0,9 1,9 4,3 7,8 12,2 16,6 17,8 18,3 13,6 10,7 5,4 2,1 9,3
Mittl. Tagesmin. (°C) −5,7 −5,3 −3,2 0,1 4,1 7,8 9,2 9,6 5,8 3,2 −1,2 −4,3 1,7
Niederschlag (mm) 84,0 73,7 84,8 110,2 177,1 184,2 213,6 220,6 166,1 154,5 138,2 79,4 Σ 1.686,4
Sonnenstunden (h/d) 0,6 1,8 3,3 4,3 4,4 4,4 4,4 4,3 3,6 2,5 1,0 0,0 2,9
Regentage (d) 12,7 10,9 11,9 13,4 17,0 16,1 18,1 16,5 13,1 11,7 10,9 10,3 Σ 162,6
Luftfeuchtigkeit (%) 67 67 67 67 70 71 75 75 76 69 69 68 70,1
T
e
m
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r
a
t
u
r
0,9
−5,7
1,9
−5,3
4,3
−3,2
7,8
0,1
12,2
4,1
16,6
7,8
17,8
9,2
18,3
9,6
13,6
5,8
10,7
3,2
5,4
−1,2
2,1
−4,3
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Klimadaten der GeoSphere-Austria-Station Kolm-Saigurn (ID 15430); Mittelwerte über die verfügbaren Messjahre 1995–2025 (keine vollständige WMO-Normalperiode), aufbereitet von Tauernwetter Forschung[1]

Geschichte

Friedrich Loos: Kolm Saigurn im Rauristal mit Sonnblick, 1835

Die Geschichte von Kolm-Saigurn ist untrennbar mit dem Goldbergbau verbunden, der im Raurisertal vom Mittelalter bis Ende des 19. Jahrhunderts hinein betrieben wurde. Eine Blütezeit erlangte der Bergbau im 15. und 16. Jahrhundert. Kolm-Saigurn diente dabei als zentraler Stützpunkt und Aufbereitungsplatz für das weiter oben am Berg gewonnene Erz. Durch die Initiative des Unternehmers Ignaz Rojacher erfuhr der Goldbergbau im 19. Jahrhundert eine zweite, kurze Blütezeit. Mit dem Sinken des Goldpreises und dem Erschöpfen der leicht zugänglichen Vorkommen wurde der Bergbau zunehmend unrentabel. Letzte Versuche, den Abbau Anfang des 20. Jahrhunderts wiederzubeleben, scheiterten endgültig. Heute erinnern Ruinen von Stollen, Knappenstuben, alten Transportanlagen und der Lehrpfad Tauerngold-Erlebnisweg an diese Zeit.

Namenskunde

Nach Fritz Gruber ist Saigurn der ältere Namensteil und bezieht sich auf das mittelhochdeutsche seichen/saichen (dialektal soachen) mit der Bedeutung urinieren, und Kurn ist eine Grube. Um 1420 wird der Name noch Saichkurn geschrieben. Bis ins 16. Jahrhundert wird als Saichkurn eine Grube hinter einem Gasthaus bezeichnet, die die Gäste als Pissoir nutzten. Ein Bezug auf die zahlreichen Wildbäche und Wasserfälle, die in den Talschluss münden, ist naheliegend. Der jüngere Namensteil Kolm leitet sich von Kolben ab und verweist auf den Bergbau. Ab dem 16. Jahrhundert existieren Schriften, die mehrere Kolme im Talschluss nachweisen. Mit kolbenähnlichen Werkzeugen wurde das Erz für die weitere Aufbereitung zerkleinert. Der Name ging später auf das Gebäude und den Ort über.[2]

Tourismus

Kolm-Saigurn ist ein beliebtes Ausflugsziel im Nationalpark Hohe Tauern und dient sowohl im Sommer als auch im Winter als Ausgangspunkt für Wanderungen und Bergtouren. Bekannte Sehenswürdigkeiten sind unter anderem:

  • Rauriser Urwald: Ein naturnaher Blockwald mit alten Fichten und zahlreichen Moortümpeln
  • Wasserfallweg: Im Talschluss stürzen zahlreiche Wasserfälle, wie der Cascadi-Wasserfall, von den Felswänden der umgebenden Berge herab.
  • Gletscherschaupfad: Ein alpiner Lehrpfad, der die landschaftlichen Veränderungen durch den Rückzug des Goldbergkees dokumentiert.

Alpinismus

Kolm-Saigurn ist ein Ausgangspunkt für die Besteigung des Hohen Sonnblicks und des Hocharn. Oberhalb von Kolm-Saigurn befindet sich das Schutzhaus Neubau (2175 m ü. A.). Im Winter ist der Talschluss ein international bekanntes Zentrum für das Eisklettern an den gefrorenen Wasserfällen.

Literatur

Commons: Kolm-Saigurn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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