Kombai

From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Kombai sind ein Volk in Melanesien. Sie leben in der indonesischen Provinz Papua im westlichen Neuguinea.

Leben

Die Kombai wurden außerhalb Neuguineas hauptsächlich bekannt durch ihre traditionellen Baumhäuser, die oft über eine Höhe von 20 Metern hinaus errichtet werden. Die Kombai leben in Nachbarschaft zu den Korowai, die ebenfalls in Baumhäusern leben, ähnliche kulturelle Praktiken ausüben, allerdings eine indigene papuanische Sprache sprechen, die nicht der Awyu-Dumut-Sprachfamilie angehört. Als Zahlungsmittel (Währung) nutzen die Kombai vornehmlich Schweine. Vor einer Hochzeit hat ein Kombaimann seine Frau aus deren Familie herauszukaufen. Bezahlt wird hierbei meist mit Halsketten aus Hundezähnen.

Ein Korowai-Baumhaus, identisch mit Kombai-Baumhäusern

Die Klans der Kombai veranstalten selten Feste, zu welchen sie allerdings Mitglieder anderer Klans einladen. Häufig handelt es sich um die Rückzahlung für Feste, die von anderen abgehalten wurden oder um ihr Ansehen nach einem Suangi-Angriff zu reinigen. Die Verpflegung auf den Festen besteht aus Sago und darin lebende Maden, die als Delikatesse gelten. Das das Fest ausrichtende Familienoberhaupt veranlasst die Aufhängung trockenen Buschwerks an der Decke des Veranstaltungsorts, welches von den Gästen verbrannt wird, sofern der Ritus es zulässt.

Die Kombai leben vorwiegend in Klans. Jeder Klan lebt in einem großen Baumhaus, gleichwohl die meisten Aktivitäten im Freien stattfinden. Baumhäuser und Territorien werden mit Pfeil und Bogen verteidigt. In bestimmten Bereichen werden Besitzansprüche zurückgestellt und auch keine Häuser errichtet, da dort nach dem Glauben der Kombai Geister wohnen und verehrt werden. Die Tradition des Baumhausbaues findet ihren Sinn in der leichteren Verteidigungsmöglichkeit der Familien in Kriegszeiten oder gegen Menschenjäger.[1] Nahrung wird durch die Jagd auf wilde Schweine und andere Waldtiere beschafft. Auch Fisch, Käferlarven und Pflanzen gehören zur Grundverpflegung, ebenso Sago, das Mark der Sagopalme. Häufig kommen Hunde als Jagdtiere und Fährtensucher zum Einsatz. Erlegtes Wild wird in der Weise gekocht, dass über dem Feuer erhitzte Steine auf das in Blätter gewickelte Fleisch gelegt wird. Die Fischerei wird mittels kleiner errichteter Dämme betrieben. Dazu werden zur Betäubung der Fische häufig zerkleinerte giftige Wurzeln ins Wasser eingebracht, was die Jagd erleichtert. Die Nahrungsquellen im Wald sind reichhaltig, weshalb von Vorratsanlegung und Einlagerung abgesehen wird. Aus Bambus stellen die Kombai auch Zigarren her.

Ebenso wie verschiedene andere Stämme, kommen die Kombai aus der Tradition (Kultur und Glauben) des heute nicht mehr praktizierten Kannibalismus.

Religion

Schweine gelten den Kombai als Nahrungsquelle und im Übrigen als heilig, weshalb sie nur selten als Opfer dargebracht werden. Die Zeremonie um ein Opfertier beginnt damit, dass es mit zusammengebundenen Beinen an einen Fluss verbracht wird, wo es mit Pfeilen erlegt wird. Es wird darauf geachtet, dass der Tod schnell eintritt. Dabei werden die Elemente Feuer, Wasser und Luft werden im Rahmen der Zeremonie beschworen. Das Tier wird daraufhin gehäutet und abgeschabtes Fett dem Gott „Refafu“ dargeboten. Frauen sind für diese zeremoniellen Handlungen als Beteiligte oder auch nur Zuschauer ausgeschlossen, da das Zeremoniell ansonsten unwirksam würde. Im Fluss darf zwei Tage lang nicht gebadet werden, da Refafu das Blut des Schweines trinken soll. Die Kombai glauben an böse Geister, die sie Suangi nennen. Suangi sollen angeblich die Seele, das Blut und die inneren Organe ihrer Opfer verzehren, um daraufhin die Körper mit Blättern und Gras auszustopfen. Es wird überliefert, dass Opfer eines Suagi-Angriffes sich an ihren Wohnort begäben, wo sie aus unerklärlichen Gründen krank würden. Sofern Betroffene den hinter dem Suagiangriff stehenden Feind benennen können, wird dieser aufgesucht, getötet und verspeist. Nach dem Glauben der Kombai befreit dies die Seele des Angegriffenen. Außerdem glauben die Kombai an „Khakhua-Kumu“, bösartige Männer, die ebenfalls die Seelen ihrer Opfer verzehren. Das Opfer muss ebenfalls getötet und gegessen werden.

In den Medien

Der Sender Discovery Channel strahlte im Jahr 2007 in den USA die Dokumentation „Leben bei den Kombai“ („Living with the Kombai“) aus. Inhalt: Zwei Männer reisen nach Papua und verbringen einige Monate mit einer größeren Kombai-Familie. Ihre Erfahrungen schließen die Jagd auf Rieseneidechsen und wilde Schweine sowie das Fischen mit dem Damm ein. Außerdem helfen sie beim Fällen von Bäumen mit einer Steinaxt, stellen Sago her und konstruieren ein Baumhaus.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI