Komm.ONE

Kommunaler IT-Dienstleister (Anstalt öffentlichen Rechts) From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Komm.ONE (ehemals ITEOS[3]) ist eine Anstalt öffentlichen Rechts,[4] die Verfahren der automatisierten Datenverarbeitung für kommunale Körperschaften beschafft, entwickelt und betreibt und unterstützende Dienstleistungen der Personalverwaltung sowie Beratungs- und Schulungsleistungen erbringt.

Schnelle Fakten
Komm.ONE
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Rechtsform Anstalt des öffentlichen Rechts
Gründung 1. Juli 2018
Sitz Stuttgart
Leitung William Schmitt, Jörg Eberle[1]
Mitarbeiterzahl über 2200[2]
Website www.komm.one
Stand: 11. März 2026
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Beschreibung

Komm.ONE ist eine Anstalt öffentlichen Rechts[5] in gemeinsamer Trägerschaft des Landes Baden-Württemberg und des kommunalen Zweckverbands 4IT, die am 1. Juli 2018 durch den Beitritt der ehemaligen Zweckverbände Kommunale Datenverarbeitung Region Stuttgart (KDRS), Kommunale Informationsverarbeitung Reutlingen-Ulm (KIRU) und Kommunale Informationsverarbeitung Baden-Franken (KIVBF) zur Datenzentrale Baden-Württemberg (DZBW) kraft Gesetz zur Änderung des ADV-Zusammenarbeitsgesetzes und anderer Vorschriften vom 6. März 2018[6] aus der DZBW hervorgegangen ist. Zuvor haben die vier Unternehmen gemeinsam den Datenverarbeitungsverbund Baden-Württemberg (DVV BW) gebildet.[7]

Die gesetzliche Aufgabe der Komm.ONE ist[8]: Die Komm.ONE beschafft, entwickelt und betreibt Verfahren der automatisierten Datenverarbeitung für kommunale Körperschaften, deren Zusammenschlüsse und deren Unternehmen im Land. Der Betrieb nach Satz 1 umfasst die Beschaffung, den Betrieb, die Einrichtung, die Wartung und die Pflege von Anlagen und Programmen sowie von Rechnern und Rechnersystemen. Die Komm.ONE erbringt ferner unterstützende Dienstleistungen der Personalverwaltung sowie Beratungs- und Schulungsleistungen in Angelegenheiten der automatisierten Datenverarbeitung für die in Satz 1 genannten Stellen. Eine Pflicht zur Nutzung der Leistungen der Komm.ONE besteht nicht.

Die Kernaufgabe von Komm.ONE ist die IT-Unterstützung der baden-württembergischen Städte und Gemeinden bei der elektronischen Datenverarbeitung und bei der Entwicklung standardisierter Software, ohne dass eine Abnahmeverpflichtung oder ein Anschlusszwang für die Kommunen bestünde.[9][10][11]

Das Land Baden-Württemberg hält 12 % des Stammkapitals der Komm.ONE und stellt zwei der 26 Verwaltungsratsmitglieder.[12]

Die Haushaltsvolumina der Komm.ONE betrugen 2019 267 Mio. €, 2020 269 Mio. €, 202https://www.komm.one/wer-wir-sind1 296 Mio. €, 2022 318 Mio. € und 2023 330 Mio. €.[13]

Die Komm.ONE hält 100 % an der civillent GmbH,[14] die zum 1. Juli 2018 aus der Verschmelzung der drei Betriebsgesellschaften IIRU GmbH (ursprgl. ZV KIRU), KRBF GmbH (ursprgl. ZV KIVBF) und RZRS GmbH (ursprgl. ZV KDRS) entstanden ist.[2]

Sie hält außerdem 86 % der Anteile an der endica GmbH, einer IT-Dienstleisterin mit Sitz in Karlsruhe, die auf die Unterstützung von Energieversorgungsunternehmen spezialisiert ist[15] sowie 3 % des Wahlsoftwareherstellers votegroup GmbH.

Namen und Namensstreit

Ursprünglicher Name der Anstalt nach der Verschmelzung im Juli 2018 war „ITEOS“. Dieser Name sollte laut Selbstbild der Anstalt aus einer Kombination von IT mit dem Namen der griechischen Göttin der Morgenröte, Eos bestehen.[16] Im August 2019 verlor ITEOS einen Markenrechtsstreit mit der seit 1993 firmierenden Telekom-Tochter Itenos vor dem Landgericht Hamburg. Das Gericht gab dem Eilantrag der Telekom-Tochter statt und untersagte ITEOS EU-weit, unter ihrer Marke Dienstleistungen auf dem IT-Sektor anzubieten oder Datenverarbeitung und Clouddienste mit dem Namen zu versehen.[17] Ab dem 1. Juli 2020 wurde ITEOS in „Komm.ONE“ umbenannt.[3]

Mitarbeiter

Die Komm.ONE (AöR) beschäftigte 2026 insgesamt rund 2200 Mitarbeiter.[18]

Geführt wird die Komm.ONE (AöR) von zwei Vorständen,[1] die jeweils innerhalb ihrer Ressorts für zwei Business Units mit jeweils insgesamt sieben Centern verantwortlich sind. Jeder Vorstand hat zwei Stabscenter zur Unterstützung seines Ressorts.

Geschichte

  • 1971: Gründung der Datenzentrale Baden-Württemberg (DZBW)[19] und des Regionalen Rechenzentrums Mittlerer Neckarraum
  • 1970: Gründung des Regionalen Rechenzentrums Heidelberg (RRH)
  • 1971: Gründung des Regionalen Rechenzentrums Franken (Heilbronn)
  • 1995: Umfirmierung des Regionalen Rechenzentrums Mittlerer Neckarraum in Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Region Stuttgart (KDRS)[19]
  • 1998 Fusion der Rechenzentren Heidelberg und Franken zum Rechenzentrum Franken/Unterer Neckar (RZ FUN)
  • 2002: Gründung des Zweckverbands Kommunale Informationsverarbeitung Reutlingen-Ulm (KIRU) aus den Zweckverbänden Interkommunales Rechenzentrum Ulm (gegr. 1969) und Regionales Rechenzentrum Alb-Schwarzwald (gegr. 1972)[19]
  • 2003: Gründung des Zweckverbands Kommunale Informationsverarbeitung Baden-Franken (KIVBF) aus den Zweckverbänden Regionales Rechenzentrum Franken-Unterer Neckar (Heidelberg/Heilbronn, gegr. 1970/1971), Kommunale Datenverarbeitung Südlicher Oberrhein (Freiburg, gegr. 1971) und Regionales Rechenzentrum Karlsruhe (gegr. 1972)
  • 2018: Gründung einer vom Land Baden-Württemberg und den Kommunen im Land gemeinsam getragenen Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) „ITEOS“ als zentrale kommunale IT-Dienstleisterin durch Beitritt der Zweckverbände KDRS, KIRU und KIVBF zur Datenzentrale Baden-Württemberg, Gründung des Zweckverbandes 4IT durch die Zweckverbände KDRS, KIRU und KIVBF, Gründung der neuen Betriebsgesellschaft DIKO GmbH durch Verschmelzung der ehemaligen Betriebsgesellschaften IIRU GmbH, KRBF GmbH und RZRS GmbH.[19]
  • 2020: Umbenennung von ITEOS in Komm.ONE nach einem Markenrechtsstreit
  • 2020: Das Gerichtsverfahren zwischen dem Land Baden-Württemberg und Komm.ONE bezüglich der gescheiterten digitalen Plattform Ella endet mit einem Vergleich.[20]

Einzelnachweise

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